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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Echter Mädesüss (Filipendula ulmaria)

Illustration des Echten Mädesüss (Filipendula ulmaria). Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte

Familie: Rosengewächse (Rosaceae), Gattung: Mädesüss (Filipendula)

"Die angenehm duftenden Blüten eignen sich perfekt für Tee, Sirup oder auch dem Aromatisieren von Desserts. Die Art enthält schmerzstillend-fiebersenkende Salicine (Vorgänger von Aspirin). Bei einem Tee sind aufgrund der geringen Wirkstoffmengen aber kaum pharmakologische Effekte zu erwarten."

 

Bestimmungsmerkmale und Lebensraum

> wie bestimme / erkenne ich Mädesüss und wo kommt es vor?


Blattanordnung: früh im Jahr meist nur Grundrosette; ab Sommer dann aufrechte Stängel mit wechselständigen Stängelblättern


Blätter: gefiedert, jeweils 2 bis 5 grosse Fiederpaare (dazwischen jeweils ein kleineres Fiederpaar)

  • Teilblätter / Fiedern: eiförmig-spitz, 2 bis 6 cm lang; Blattrand doppelt-gesägt; letztes Fiederpaar meist mit der Endfieder verwachsen; beim Zerreiben intensiver Duft; ausgeprägte 45°-Seitennerven; US weissfilzig bis kahl


Stängel: 0.5 bis 2m hoch; kantig; oft rötlich; oben verzweigt


Blüten: Einzelblüten in endständigen Rispen angeordnet; intensiver und angenehmer Duft (v.a. am Abend); blüht Juni bis August

  • Einzelblüten: weisse bis beige Kronblätter (diese weit auseinander), viele lange Staubblätter Rosengewächse allg.: radiärsymmetrisch, 5 Kron- und 5 Kelchblätter, viele Staub- und Fruchtblätter


Früchte: pro Blüte 6 bis 8 Nüsschen, die ineinander spiralig ineinander verdreht sind; unreif grün, reif braun


Zeigerwerte: halbschattig, sehr feucht (Feuchtigkeit stark wechselnd), nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: Feuchtwiesen, feuchte Gräben, Bachufer, Auenwälder

Fotos

Verwendung​

> Mädesüss in der Wildkräuterküche und als Heilpflanze verwenden


wichtige Inhaltsstoffe: flüchtige Salicylate, Salcylate-Glykoside, Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe


Giftigkeit: Der Echte Mädeüss ist ungiftig / problemlos essbar. Die Salicin-Gehalte sind zu gering für pharmakologische Wirkungen bei einem Tee / Salat. Bei Tinkturen oder Extrakten ist jedoch Vorsicht geboten.


Kulinarische Verwendung

zu den Grundrezepten




  • Früchte (würzig, herb > mehr dazu) egal ob unreif oder reif: Salat- oder Müeslibeigabe, zum Aromatisieren von Desserts, (Kuchen, Dessert-Saucen, etc.)


diverse Verwendungen mit den Blüten des Mädesüss_Tee, Sirup, usw.

Mädesüss als Heilpflanze / Heilwirkung von Mädesüss / Verwendung in der Phytotherapie

zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben


Mädesüss enthält (wie Weiden-Arten) schmerzstillend-fiebersenkend-entzündungshemmende Salicine und zwar in Form von Salicylaldehyd und Methylsalicat. Diese Substanzen sind auch die Hauptbestandteile des angenehm duftenden Ätherischen Öls der Blüten und befinden sich vor allem in den Blüten. In den Blättern liegen nur sehr geringe Konzentrationen an Salicylaldehyd und Methylsalicat vor, dafür ist dort aber Gehalt an Salicat-Glykosiden (v.a. Spiraeosid, Monotropitosid und Gaultherin), also an Zucker gebundene Salicins-Formen, etwas höher als in den Blüten (aber immer noch gering). In den Blättern befinden sich ausserdem auch Flavonoide, Gerbstoffe und Phenolsäuren. Die verschiedenen Salicin-Formen des Mädesüss werden im Körper (Darm und Leber) zu Salicylsäure umgewandelt, welches dann letztendlich für die pharmakologischen Wirkungen verantwortlich ist. In den Früchten sind keine oder nur sehr geringe Konzentrationen an Salicinen vorhanden. Die Rhizome haben sowohl einen hohen Gehalt an Salicat-Glykosiden, als auch an den flüchtigen Salicylaten, bzw. zusätzlich auch Gerbstoffen.


Traditionell verwendet werden vor allem die Blüten (höchster Wirkstoffgehalt), teils auch das Kraut (also Mischung aus Blüten, Blätter und Stängel). Für einen Teeauszug werden 1-2 TL der Blüten oder des zerkleinerten Krautes (wichtig: nicht nur Stängel und Blätter, sondern auch Blüten verwenden) mit 150ml kochendem Wasser übergossen und dann 10min ausgezogen und davon 2 bis 4 Tassen täglich getrunken. Die Hauptwirkstoffe Salicylaldehyd und Methylsalicat, die fettlöslich sind, gehen dabei jedoch noch in sehr geringen Mengen in den Teeauszug über. Im Assessment Report von HMPC zum Mädesüss (link hier) wird erwähnt, dass Analysen zeigen würden, dass in Teeauszügen meist nur Konzentrationen von <0.005% gemessen werden. Es ist deshalb kein Wunder, dass in evidenzbasierten Quellen oft darauf hingewiesen wird, dass aufgrund der geringen Salicin-Gehalte im Mädesüss-Tee mit keinen oder nur sehr schwachen Effekten zu rechnen ist (ausser natürlich dem Placeboeffekt). Auch HMPC weisst im assessment report darauf hin, dass die Gehalte an Salicylate zu gering sind, um pharmakologische Effekte zu erklären, resp. die Wirksamkeit nicht mit Weidenrinde oder Aspirin zu vergleichen ist. Gleichzeitig wird jedoch erwähnt, dass möglicherweise andere, wasserlöslichere Stoffe (Flavonoide, Phenolsäure, usw.) an einem Effekt zur Linderung von rheumatischen Beschwerden beteiligt sein könnten. Klinische Studien für Mädesüss-Teeauszüge existieren nicht.


Bei einer Tinktur mit mittlerem Alkoholgehalt (ca. 45 Vol%) können im Gegensatz zum Tee sowohl Salicylaldehyd / Methylsalicat, als auch die Salicat-Glykoside herausgelöst werden, wobei auch hier klinische Daten fehlen. HMPC hat für die Tinktur jedoch keinen Eintrag in der Monographie, da neuere Daten, resp. Erfahrungen zur toxikologischen Unbedenklichkeit innerhalb der letzten Jahrzehnte fehlen. Nicht zuletzt führt ja die Einnahme der Tinktur zu einer Aufnahme von Alkohol, was die Bioverfügbarkeit und Metabolisierung der Salicate beeinflusst, was zu Magenreizungen oder sogar Magenblutungen führen kann.


Keine Einnahme bei Personen, die an Asthma, Magen-Darm-Geschwüren oder eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion! Keine Einnahme bei der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten! Nicht bei Personen unter 18 Jahren anwenden! Keine Anwendung bei Schwangerschaft (da keine Daten über die Sicherheit vorliegen) ! Bei Anwendung als Tinktur sind die Risiken zu beachten !


  • Bei Erkältungen / Fieber?: Fieber ist eine wichtige Immunreaktion des Körpers zur Bekämpfung von Krankheitserregern. Fiebersenkende Medikamente sind deshalb bei Erkältungen in den meisten Fällen nicht zielführend, es sei denn es handelt sich wirklich um hohes Fieber (über 40 Grad), was aber sowieso einer ärztlichen Abklärung bedarf. Wegen der fehlenden Evidenz und dem niedrigen Wirkstoffgehalt (siehe oben) stuft HMPC das Kraut und die Blüten des Mädesüss nur als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein, welches basierend auf langjähriger Erfahrung bei banalen Erkältungen und leichten Gliederschmerzen unterstützend eingesetzt werden kann. Und auch ESCOP anerkennt dabei höchstens eine unterstützende Therapie bei banalen Erkältungen aufgrund der traditionellen Anwendung.


  • leichte Gliederschmerzen HMPC anerkennt beim Echten Mädesüss aufgrund der traditionellen Anwendung auch den Einsatz bei leichten Gliederschmerzen. Auch hier ist jedoch fraglich, ob aufgrund der aufgenommenen Mengen tatsächlich eine, resp. ausreichende Wirkung zu erwarten ist.


  • Gerbstoffanwendungen: Die Rhizome, die reich an Gerbstoffen sind (bis 15%), können auch für Gerbstoffheilanwendungen verwendet werden. Sie gelten als sehr bitter.


  • Zahnschmerzen / Zahnentzündungen: Die traditionelle pharmakologische Nutzung der Wurzeln wird meist im Zusammenhang mit Zahnproblemen erwähnt. Beim Kauen der Rhizome bei Zahnschmerzen / Zahnentzündungen macht man sich vor allem die desinfizierend-entzündungshemmende Wirkung der Gerbstoffe zu Nutze. Die Salicyl-Verbindungen dürften dabei eher untergeordnet sein, da lokal im Mund kein Umbau zur Wirksamen Salicylsäure stattfindet (die findet nur bei innerer Anwendung, resp. in der Leber, statt).

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Sammelkalender​


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Spannendes über die Art


Kulturgeschichte

war bei Kelten und Germanen eine Kulinarik-, Heil- und Mystik-Pflanze zugleich


Anders als viel traditionelle Heilpflanzen, wird Mädesüss in den Arzneibüchern der Antike (wie z.B. Dioskurides) nicht erwähnt, was wohl daran liegt, dass es im mediterranen Raum kaum vorkommt. Vielmehr war es aber nördlich der Alpen, bei den Kelten und Germanen, ein heiliges Kraut. Bei den Druiden gehörte es zu den besonders heiligen Pflanzenarten und wurde vermutlich nicht nur rituell, sondern auch gegen Fieber und Schmerzen verwendet. Bei den Kelten und Germanen war das Mädesüss ausserdem eines der wichtigsten Kräuter, welches zur Aromatisierung von Met (Honigwein) verwendet wurde (dadurch kommt auch der Name als «Met-süss»). Met war dabei nicht einfach nur ein Standart-Getränk, sondern hatte auch rituelle Funktionen, d.h. man sprach ihm auch Reinigung, Inspiration und Medizinische Wirkungen zu. Im Frühmittelalter um 812 n. Chr., zur Zeit der Klosterheilkunde, wird das Mädesüss dann in der Verordnung «Capitulare de villis» von Karl dem Grossen als eines der Kräuter erwähnt, welches in den Klostergärten angebaut werden muss. Indikationen waren Fieber, Kopfschmerzen oder bei Erkältungen (als «schweisstreibendes Mittel») und die Zubereitung erfolgte hauptsächlich als Wein- oder Met-Auszüge. Allerdings war die Weidenrinde für dieselben Indikationen, im Vergleich zum Mädesüss, mit einer langen Tradition in der antiken Heilkunde und mit deutlich höherem Wirkstoffgehalt, viel beliebter und etablierter. Mädesüss galt als das mildere, aber auch verträglichere und durch den angenehmen Duft auch aromatischere Mittel, welches auch Kindern und geschwächten Personen verabreicht wurde.


Vom Mädesüss zum Aspririn


Ab dem 18. Jahrhundert wurden in den Apotheken auch Extrakte hergestellt, indem Auszüge von Mädesüss-Blüten in Wein oder Hochprozentigem durch vorsichtiges Eindampfen (im Wasserbad bei 50 bis 60°C) eingedickt wurden. Mit dem Alkohol als Lösungsmittel wurden nebst den wasserlöslichen Salicylat-Glykosiden auch die fettlöslichen Wirkstoffe Salicylaldehyd und Methylsalicat optimal herausgelöst und der Auszug konnte so auch gelagert werden. Im Jahr 1839 wurde dann das Salicylaldehyd durch den Chemiker Auguste Cahours erstmals aus den Mädesüss-Blüten isoliert. Ab 1874 konnte Salicylsäure synthetisch hergestellt werden und dadurch konnte dieses dann schliesslich industriell hergestellt und als Arzneimittel vertrieben werden. Die reine Salicylsäure war sehr wirksam, standardisiert und deutlich günstiger als die bisherigen Extrakte aus Mädesüss oder der Weidenrinde und ersetzte Letztere zwei in der Apotheke weitestgehend. Das Problem bei der reinen Salicylsäure war jedoch, dass diese häufig auch Magenreizungen verursachte. Aus diesem Grund entwickelte dann Felix Hofmann, Chemiker bei Bayer, im Jahr 1897 mit der Acetylsalicylsäure eine chemisch modifizierte Form, die deutlich verträglicher ist. Für den Vertrieb und das Marketing gab man diesem Wirkstoff schliesslich den Namen «Aspirin», als Verknüpfung zu «Spiraea», dem alten lateinischen Gattungsnamen für die Gattung Mädesüss. Es war die erste globale Medikamentenmarke und wurde ab 1900 weltweit vertrieben.


Die Wirkstoffe Salicylaldehyd und Methylsalicylat

sind auch für den Duft verantwortlich


Die Blätter entfalten beim Zerreiben oder Kauen einen etwas eigenartigen Geruch, der sich ziemlich «künstlich» anfühlt und etwas an Zahnpasta erinnert. Dafür verantwortlich sind die in den Blättern enthaltenen Salicylat-Glykoside. Diese wandeln sich bei einer Verletzung des Pflanzengewebes zu flüchtigen Salicylat-Verbindungen um, welche rasch die Riechorgane in der Nase erreichen. Der Duft der Blüten wird in der Regel als sehr angenehm empfunden, ist süsslich, vanille-mandelartig und nur leicht herb. Die Duftnote kommt von den Ätherischen Ölen, bei denen Salicylaldehyd und Methylsalicylat den Hauptteil davon darstellen (je nach Quelle zusammen zwischen 50 bis 90%). Trotz des Mandelaromas finden sich in den Blüten keine Blausäureglykoside, bzw. die Duftnote kommt vielmehr vom Salicylaldehyd, dass dem Benzaldehyd (das bei der Bittermandel nach der Spaltung der Blausäureglykoside entsteht) strukturell ähnlich ist. Nebst den flüchtigen Salicylaten findet sich im Ätherischen Öl auch Vanillin, welches für die vanilleartige Komponente des Duftes sorgt, sowie auch Heptanol, dass eine leicht fruchtige Not aufweist. Der Gehalt des Ätherischen Öls in den Blüten ist mit ca. 0.1% sehr gering. Dass der Duft jedoch trotzdem so stark ist, liegt daran, dass die flüchtigen Salicylate eine extrem niedrige Geruchsschwelle aufweisen.


Mädesüss in der Küche

v.a. zum Aromatisieren von Desserts geeignet


Kulinarisch eignen sich die Blüten durch den charakteristischen Duft nicht nur zum Aromatisieren von Getränken, sondern vor allem auch für Desserts (wie Cremen, Puddings, Torten oder Glaces). Hierfür werden sie meist für vorgängig 12 bis 24h in der Milch oder dem Rahm ausgezogen, ehe eine Weiterverarbeitung zu den entsprechenden Desserts erfolgt. Wegen dem intensiven Geschmack wird eher vorsichtig dosiert (ca. 5 Blüten-Rispen pro Liter Milch/Rahm). Zu beachten ist, dass die Duftstoffe sehr hitzelabil sind und sich auch bei einer Trocknung rasch verflüchtigen.


Ökologische Aspekte des Mädesüss


Der charakteristische Geruch der Blüten lockt vor allem Fliegen- und Käferarten als Bestäuber an. Die Blüten bilden auch Nektar, der gut zugänglich ist. Die Blütezeit, die in der Regel Ende Sommer endet, kann sich je nach Wetter (v.a. nach nassen Sommern) teilweise noch bis in den Spätherbst verlängern.


Die Form des rispigen Blütenstandes ist dadurch charakterisiert, dass die Seitenachsen gegen oben immer kürzer werden. Man nennt solche speziellen Rispen auch «Spirren». Früher würde Mädesüss daher auch der Gattung der Spieren (Spireae) zugeordnet und im Volksmund nannte man das Kraut auch «Spierstaude». Später wurde dann die neue Gattung Filipendula erschaffen und neuere DNA-Analysen bestätigten auch, dass trotz der morphologischen Ähnlichkeit keine direkte Verwandtschaft zwischen Mädesüss-Arten und Spieren besteht.


Die spiralförmig ineinander gewundenen Nüsschen bleiben bei Reife im Spätsommer / Frühherbst meist noch für mehrere Wochen am Fruchtstand hängen und finden sich teils auch noch bis in den Winter hinein an den sterbenden Sprossen. Der Hauptverbreitungsmechanismus ist die Windverbreitung über eine sehr kurze Distanz (maximal wenige Meter) und die Anheftung ans Fell von Tieren. In Gewässernähe ist auch ein Abschwemmen mit fliessendem Wasser von Bedeutung. Früh im Jahr treiben erst die Grundrosetten aus. Die Stängel mit den Blüten am Ende erfolgen dann erst ab ca. Sommer. Diese aufrechten Stängel und auch die Grundrosetten treiben aus einem dicken, kriechenden Rhizom aus, mit dem sich die Art auch horizontal ausbreiten kann. Auch wenn sich das Mädesüss aus dem Rhizom nach Verletzungen wieder regenerieren kann, ist es trotzdem schnittempfindlich und kann bei mehreren Schnitten pro Jahr stark geschwächt werden oder ganz verschwinden. Vom Weidevieh wird das Echte Mädesüss eher gemieden.

 

mögliche Verwechslungen

Kleines Mädesüss (Filipendula vulgaris) - ähnliche Verwendung


Im Gegensatz zum Echten Mädesüss ist das Kleine Mädesüss eine Trockenpflanze. Es besiedelt vor allem nährstoffarme, trockene Wiesen und trockene Kräutsäume. Die Art ist zwar in fast ganz Europa verbreitet, kommt aber nur zerstreut vor (in der Schweiz mit Schwerpunkt im Jura und im Wallis). Durch die Eutrophierung der Böden ist die Art in der Verbreitung eher rückläufig. Die Art hat unterirdische Wurzelknöllchen, die sich am Ende von fadenförmigen Seitenwurzeln bilden. Diese dienen als Speicherorgane für Nährstoffe (Stärkegehalt ca. 25 bis 30%) und Wasser. Diese Energie, bzw. Wasserreserven werden benötigt weil sich die Art ab Juni bis zum nächsten Frühling in den Boden zurückzieht (um die sommerliche Dürrephase und den Winter zu überdauern). Die Knollen sind gekocht essbar (nur sehr geringe Gehalte an Salicylaten) und offenbar nur leicht bitter. Es wird ausserdem beschrieben, dass der Geschmack an Topinambur erinnern würde.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blütenstand, Blütenform und -Farbe


Unterschiede (u.a.)

  • 10-30 Fiederpaare pro Blatt; Fiedern lanzettlich, kleiner und am Rand grob gezähnt bis fiederförmig

  • meist 6 Kronblätter


Verwechslung des Kleinen Mädesüss gegenüber dem Echten Mädesüss

zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.

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Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
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