das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen
Tee aus Wildpflanzen
Ein Teeauszug ist der Klassiker unter dem Wildkräutergetränken. Dabei können sowohl frische, als auch getrocknete Pflanzenteile verwendet werden. Herausgelöst werden vor allem die wasserlöslichen Inhaltstoffe. Ätherische Öle, die vor allem fettlöslich, erreichen den Auszug nur in kleiner Menge, die aber meist für einen guten Geschmack bereits genügt.

Nutzbare Wildpflanzenteile > zur Liste nach Geschmack, Pflanzenteil und Art
Blätter mit einem aromatisch bis würzigen Geschmack ohne hitzelabiler Aromastoffe > wie z.B. Wiesen-Bärenklau (!), Grosse Brennnessel (!), Wald-Engelwurz, Gemeine Fichte (ältere Nadeln vorgängig zerkleinern), Kanadische und Spätblühende Goldrute, Giersch, Oregano, Rot-Klee, Wilde Möhre, Wiesen-Salbei, Gemeine Schafgarbe, Spitz- und Breitwegerich Taubnessel, Wald-Ziest, Waldmeister (am besten angewelkt) (!),..
adstringierende Blätter (maximale Ziehzeit 5min! Siehe Abschnitt weiter unten)
angenehm intensiv-duftende Blüten
«Beeren» > vorher mit dem Messer etwas zerkleinern
Achtung: Pflanzen mit hitzelabilen Aromastoffen (z.B. Bärlauch) sind für einen Teeauszug ungeeignet !
Das Pflanzenmaterial wird vor dem Auszug zerkleinert, um eine möglichst grosse Oberfläche zu kriegen. Damit sich die Ätherischen Öle (als wertvolle Geschmacksstoffe) nicht verflüchtigen, sollte das Gefäss beim Ziehen bedeckt sein (Deckel drauf!). Auch adstringierende Blätter (z.B. der Brombeere) eignen sich für einen Tee, denn die bitteren und zusammenziehenden Gerbstoffe gelangen erst nach ca. 5 Minuten ins Teewasser. Dies bedeutet allerdings auch, dass dann die Ziehzeit maximal 5 Minuten dauern darf. Zu Gerbstoff-Heilzwecken sind längere Ziehzeiten aber durchaus erwünscht
Outdoortipp: Auf der Wanderung oder einem Spaziergang wird heisses Wasser in der Thermosflasche mitgenommen. Aus unterwegs gesammelten Wildkräutern wird dann während einer Pause Tee daraus gemacht.
Dekokt: Bei Wurzeln, Rinden, harten Früchte, «Samen» oder harten Stängeln reicht ein «normaler» Teeaufguss nicht. Entsprechende Pflanzenteile werden stattdessen ins kalte Wasser gelegt, welches anschliessend zu kochen gebracht wird. Die Inhaltsstoffe werden anschliessend 5 bis 30 min (je nach Pflanzenteil) im konstant kochenden Wasser herausgelöst.
Arzneitees: Teeauszüge sind auch eine beliebte Darreichungsform bei Heilpflanzen-Anwendungen, mehr dazu hier
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