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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Wildpflanzen-Sirup


Bei einem Sirup werden die Pflanzenteile im Wasser ausgezogen und danach mit Zucker eingekocht. Der Zucker und auch der zugegebene Zitronensaft sorgen dabei für eine (ungeöffnete) Haltbarkeit von mindestens ein paar Monaten (Lagerung an einem dunklen-kühlen Ort vorausgesetzt). Wichtig für die Haltbarkeit ist eine sterile Arbeitsweise. Die zu verwendenden Küchenutensilien müssen komplett sauber sein und die Flaschen sollten vorgängig sterilisiert werden (z.B. indem sie ca. 30 min bei 100°C in den Backofen gelegt werden).



Perfekt für die Herstellung von Sirup sind nektarreiche Blüten, welche einen angenehmen Duft verströmen. Gesammelt werden diese bevorzugt bei trockenem Wetter. Bei den meisten Arten ist zu beachten, dass wirklich nur die Blüten verwendet werden. Hüllkelche oder Blütenstiele müssen vorgängig entfernt werden, da diese meist bitter sind. So ist es z.B. erstaunlich, wie die gelben Zungenblüten des ansonsten sehr bitteren Löwenzahns keine Spur von Bitterkeit aufweisen, sondern einfach nur angenehm honigartig-süss duften.


Auch die Nadeln von (ungiftigen) Nadelbäumen sind perfekte Sirup-Aspiranten. Sie können ganzjährig gesammelt und verwendet werden. Ältere Nadeln sollten jedoch vor der Verwendung kleingehackt werden, damit sich die Inhaltstoffe auch wirklich herauslösen lassen.


Nutzbare Wildpflanzenteile > zur Liste nach Geschmack, Art und Pflanzenteil

  • angenehm, intensiv duftende Blüten

  • Fruchtsaft (siehe Rezept «Fruchtsaft» hier > Zubereitung erfolgt dabei erst ab Punkt 7)

  • würzige Blätter

  • Dekokt aus würzigen Wurzeln (wie z.B. der Wald-Engelwurz) > Zubereitung erfolgt dabei erst ab Punkt 7

> beliebt sind u.a. Blüten von Löwenzahn oder Schwarzer Holunder, Fruchtsaft des Schwarzen Holunders (!) oder die Nadeln der Gemeinen Fichte, Blüten oder Wurzeln der Wald-Engelwurz,…


Vorbereitung

  • Blüten: von allen anderen Pflanzenteilen (Stängel, Hüllkelch, Blütenstand-achse, etc.) trennen

  • ältere Nadeln: kleinhacken



Zutaten (Menge ergibt ca. 1.3l Sirup)

  • 1l Wasser

  • 2-3 Zitronenschalen

  • 1kg Zucker (gleiche Gewichtsmenge wie der Auszug)

  • Zitronensaft (ohne Schwebstoffe!)

  • Pflanzenteile: So viel, dass das Wasser die Pflanzenteile gerade vollständig bedeckt.


Zubereitung

  1. Pflanzenteile in den Topf füllen

  2. Wasser dazugeben (so viel Wasser dem Topf dazugeben, dass alle Pflanzenteile gerade vollständig vom Wasser bedeckt sind)

  3. Zitronenscheiben dazugeben

  4. das Ganze Aufkochen und ein paar Minuten köcheln lassen

  5. vom Herd nehmen und bei geschlossenem Deckel ca. 24 Stunden ziehen lassen

  6. Pflanzenteile aus dem Auszug abseihen (mit Tee- oder Kaffeefilter oder «durch ein Tuch pressen» > so dass der Auszug frei von Schwebstoffen ist

  7. Zucker und Zitronensaft dem Auszug / Fruchtsaft / Wurzel-Dekokt dazugeben

  8. das Ganze unter regelmässigem Rühren ca. 5-10min lang einkochen

  9. bei heisser Temperatur in die (durch das Sterilisieren im Backofen heissen) Flaschen abfüllen, Flaschen sofort schliessen



> stark hitzeempindliche Inhaltstoffe: Bei Pflanzenteilen, bei denen die Inhaltsstoffe besonders hitzeempfindlich sind, wie dies z.B. beim Wohlriechenden Veilchen der Fall ist, werden zwar die gleichen Zutaten, jedoch wird eine etwas andere Rezeptur verwendet. Dabei wird erst der Zucker in das Wasser eingekocht, das Ganze abgekühlt, Zitronensaft eingemischt und dann die Veilchenblüten (ca. eine Handvoll auf 0.25 bis 0.5l) in dieser Zuckerlösung in einem geschlossenem Gefäss für 4 bis 5 Tage im Kühlschrank ausgezogen. Am Ende wird dieser Auszug dann über ein Filter in die vorher sterilisierten (und danach abgekühlten) Flaschen abgefüllt. Bei diesem Prozedere werden die Veilchenblüten nie erhitzt, wodurch die leckeren Duftstoffe auch im Sirup erhalten bleiben. Gleichzeitig bedeutet das aber auch, dass damit die Keime, die vom Pflanzenmaterial in den Sirup eingetragen werden, nicht abgetötet werden. Die Haltbarkeit eines solchen Sirups beträgt deshalb, wenn überhaupt, dann im Kühlschrank maximal 1 bis 2 Wochen!




zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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