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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)
Illustration des Wiesen-Bärenklaus (Heracleum sphondylium) für die Bestimmung der Art. Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Doldenblütler (Apiaceae), Gattung: Bärenklau (Heracleum)

"eine bärenstarke und sehr aromatische Pflanze mit vielfältiger kulinarischer Verwendung, bei der jedoch die Phototoxizität beachtet werden muss"

 

Bestimmungsmerkmale

Fotos

Verwendung

Beschreibung

mögliche Verwechslungen

Bestimmungsmerkmale

Blattanordnung: im jungen Stadium nur Blätter in einer Grundrosette; ab Sommer dann Stängelbildung mit wechselständigen Stängelblättern


Blätter: eiförmig, bis 50cm lang (teils auch länger); 3-4-fach gefiedert-fiederförmig (1. Ordnung meist gefiedert, höhere Ordnungen zunehmend weniger eingeschnitten); Abschnitte / Fiedern unregelmässig gesägt; Blatt meist borstig behaart; Blattstiel u-förmig


Stängel: 50 bis 150 cm hoch (teils auch >2 m); dick (am Grund meist >5 cm); gefurcht; dicht borstig behaart


Blüten: In Doppeldolden angeordnet; Dolden ca. 15-30-strahlig; lineale Hüllblättchen; 0-3 Hüllblätter; 5 weisse (z.T. auch gelbgrüne oder rosa) Kronblätter; Randblüten nach aussen vergrössert und Bumerang-artig ausgerandet; blüht Juni bis September


Früchte: ovale, am Rand geflügelte Doppelachäne; 6 bis 10 mm lang


gefährliche Verwechslungen: Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)


Zeigerwerte: halbschattig, mässig feucht, nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: nährstoffreiche Wiesen, Waldweg-Ränder, Waldränder, Hochstaudenfluren, Gebirgsrasen, Auenwälder

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Furocumarine


*Giftigkeit: Durch Furocumarine bei Berührung und Konsum phototoxisch, d.h. im Zusammenhang mit starker Sonneneinstrahlung können auf der Haut Sonnenbrand-ähnliche Symptome entstehen. Die Furocumarinewerden beim Kochen nicht abgebaut!


mögliche gefährliche Verwechslungen: Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)


mögliche Kulinarische Verwendung*: zu den Grundrezepten



Kulinarische Verwendung des Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium)

Beschreibung

Der Wiesen-Bärenklau kann nicht nur imposant in die Höhe wachsen, sondern hat auch eine vielseitige Verbreitung. So ist er einerseits eine typische Halbschattenpflanze, die an Waldweg-Rändern, Waldrändern, usw. vorkommt, andererseits findet man ihn aber auch auf nährstoffreichen Wiesen. Auf Mähwiesen kann er bei 1 bis 2 Schnitten pro Jahr rasch mit hohen Trieben wieder austreiben, doch eine intensivere Nutzung verträgt er nicht. Auf Weiden werden die jungen Triebe gerne vom Vieh gefressen werden (ältere Exemplare werden jedoch eher verschmäht). Der Wiesen-Bärenklau ist auch eine Bergpflanze, d.h. man findet ihn auch noch weit über der Baumgrenze. In den erhöhten Lagen findet man ihn dabei saumartig um Ställe (wo der Nährstoffgehalt hoch ist), auf Gebirgsrasen, in alpinen Hochstaudenfluren, in Lawinenzügen und an feuchten Hangmulden und Bachrändern.


Beim Wiesen-Bärenklau wird zwar zurecht immer wieder auf seine phototoxische Wirkung hingewiesen, doch davon sollte man sich nicht abschrecken lassen! In Wahrheit handelt es sich um eine wirklich tolle und schmackhafte Essbare Wildpflanze! Nahezu alle Pflanzenteile können in irgendeiner Weise verwendet werden und schmecken angenehm aromatisch bis würzig. Ein Geheimtipp als Gemüse sind nicht nur die Blütenstände im Knospenstadium, sondern auch die Blattstiele und Stängel. Letztere weisen jedoch harte Längsfasern auf, die das Kauen verunmöglichen und auch nicht wirklich gut weichgekocht werden können. Daher werden die harten Längsfasern vorher ausgezupft. Zu alte Blattstiele oder Stängelabschnitte sind jedoch nicht mehr verwendbar, da diese zu intensiv und nahezu durchgehend durchfasert sind.


Nun zur Phototoxizität: Der Wiesen-Bärenklau enthält Furocumarine. Diese wirken auf der Haut in Verbindung mit UV-Strahlung toxisch. Nach Berührung oder Konsum der Pflanze und gleichzeitiger Exposition am Sonnenlicht, können auf der Haut verbrennungsähnliche Symptome wie Rötungen, Schwellungen oder Blasen entstehen. Dies tritt jedoch nur bei den wenigsten Menschen auf und wenn man das Sammeln und den Konsum auf trübe Tage oder die Abendstunden verschiebt, dann sollte eigentlich nichts passieren >>> mehr über Furocumarine und was dabei zu beachten ist <<<


Lokale Eigenart: Exklusiv in den Bergwäldern des Juras findet man den Jura-Wiesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum subsp. alpinum), eine Unterart des Wiesen-Bärenklaus. Dessen Blätter sind weniger tief eingeschnitten (mit runden Lappen) und auf der Oberseite kahl. Ausserdem blüht er bereits im Mai.


Merkmale des Jura-Wiesen-Bärenklau (Heracleum sphondylium) wie er sich vom Gewöhnlichen Wiesen-Bärenklau unterscheidet

 

mögliche Verwechslungen

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)giftig (stark phototoxisch!)


Der Riesen-Bärenklau ist in Mitteleuropa ein invasiver Neophyt. Ursprünglich stammt er aus dem westlichen Kaukasus. Als Zierpflanze für Parks wurde er im 19. Jahrhundert nach Europa eingeführt und ist von dort aus in die freie Natur verwildert. Die Art ist nicht nur problematisch wegen der raschen Ausbreitung, sondern stellt durch ihren sehr hohen Furocumarin-Gehalt und damit sehr starken Phototoxizität auch ein Gesundheitsrisiko dar. Die Symptome können so stark sein, dass in gewissen Fällen sogar Kreislaufprobleme auftreten können. Zusätzlich kann bei einem Aufenthalt in der unmittelbaren Nähe durch das Einatmen seiner reizenden Absonderungen eine akute Bronchitis ausgelöst werden! Im Gegensatz zum Wiesen-Bärenklau hat der Riesen-Bärenklau im ausgewachsenen Stadium eine immense Erscheinung, mit Wachstumshöhen bis zu 3 Metern. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass auch gewisse Exemplare des Wiesen-Bärenklaus sehr imposant in die Höhe wachsen können (v.a. nach vielen Niederschlägen im Frühling / Frühsommer) und man diese so rasch mal mit dem Riesen-Bärenklau verwechseln kann.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blätter gefiedert bis fiederförmig

  • grosses Erscheinungsbild


Unterschiede (u.a.)

  • Pflanze allgemein in der Erscheinung sehr gross (Stängel bis 3m hoch, Blätter bis 2m lang, Stängel unten bis 10cm dick, Dolde bis 50cm Durchmesser)

  • Lappen/Fiedern spitz, bzw. spitz gezähnt

  • Stängel feiner gefurcht und violett gefleckt


Verwechslung / Unterscheidungsmerkmale des essbaren Wiesen-Bärenklaus (Heracleum sphondylium) gegenüber dem Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

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Bestimmungsmerkmale
Fotos
Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen

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