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Doldenblütler (Apiaceae)


Die Arten aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) sind in der Regel krautige Pflanzen. Ähnlich wie die Lippenblütler, haben auch die Doldenblütler oft einen hohen Anteil an Ätherischen Ölen und sind deshalb oft gut als Gewürzpflanzen geeignet. Von gewissen Arten sind auch die Pfahlwurzeln als Wildgemüse verzehrenswert. Teilweise handelt es sich bei den Doldenblütler-Arten auch um hochgiftige Pflanzen (Beispiele: Gefleckter Schierling oder Hundspetersilie).


Bekannte Wildpflanzen der Doldenblütler: Giersch, Wald-Engelwurz, Wiesen-Kerbel, Wilde Möhre, Wiesen Kümmel, Wiesen-Bärenklau, gefleckter Schierling (tödlich), Hundspetersilie (tödlich),…


Bekannte Kulturpflanzen der Doldenblütler: Karrotte, Petersilie, Pastinak, Fenchel, Sellerie,…


Blätter: Die Blätter sind immer wechselständig angeordnet. Sehr oft (nicht immer!) sind die Blätter tief fiederförmig eingeschnitten bis gefiedert. Typisch ist sind auch die Blattscheiden (Ochreae) die junge Triebe schützen. Die Blätter verschiedener Arten der Doldenblütler sind teilweise wegen grosser Ähnlichkeit in der Erscheinung schwierig zu unterscheiden.


Fiederlanzettliche Blätter von Doldenblütler, die sich sehr ähnlich sehen. Links Wiesen-Kerbel, rechts: Gefleckter Schierling
Die Blätter der Doldenblütler, wie links dem (essbaren) Wiesenkerbel, sind oft tief fiederförmig eingeschnitten bis gefiedert. Meist sehen die Blätter verschiedener Arten sich zum Verwechseln ähnlich (siehe Bild rechts mit dem tödlichen Gefleckter Schierling).
dicke Blattscheiden (Ochrea) bei der Wald-Engelwurz
Typisch sind auch die Blattscheiden. Bei der Wald-Engelwurz sind diese auffällig gross aufgeblasen.

Blüten: Die Blüten der Doldenblütler (Apiaceae) sind, wie es der Name bereits sagt, in einem doldigen Blütenstand angeordnet. Genauer gesagt handelt es sich in der Regel um Doppeldolden. Selten kann der Blütenstand auch als Einzeldolde oder als 3-fache Dolde (z.B. Riesen-Bärenklau) ausgebildet sein. Bei den Doppeldolden nennt man die Dolden 2. Ordnung auch «Döldchen». Der Stiel der zum Döldchen führt nennt man «Doldenstrahl». Oft befinden sich Hüllblätter an der Abzweigung der Doldenstrahlen. Falls Tragblätter an der Abzweigung zu den Einzelblüten vorhanden sind, nennt diese «Hüllblättchen». Dessen Form, bzw. Vorhandensein kann ein wichtiges Bestimmungsmerkmal der entsprechenden Art sein. 


Aufbau der Doppeldolden als Blütenstand der Familie der Doldenblrütler. Links Döldchen und Doldenstrahl beschriftet, rechts Hüllblättchen und Hüllblätter. Weiße Blüten.
links: Wald-Engelwurz mit Doppeldolde und Döldchen; rechts: Wilde Möhre - mit Hüllblätter und Hüllblättchen

Die Einzelblüten sind meist sehr klein, mit 5 weissen Kronblättern, 5 Staubblättern und einer radiärsymmetrischen Form. Die Kelchblätter sind meist sehr unscheinbar.


Zwei Fruchtblätter mit je einer Samenanlange bilden zusammen einen unterständigen Fruchtknoten. Bestäuber sind meist Käfer, Ameisen oder Fliegen. Um diese anzulocken, befindet sich Innerhalb der Krone ein flächiges Polster (Diskus), welches Nektar absondert.


Weiße Blüten von Doldenblütlern mit 5 Kronblättern und Beschriftung: Diskus und 2 unscheinbare Fruchtblätter. Eine Ameise klettert auf den Blüten.
Wiesen-Kerbel: Die Einzelblüten der Doldenblütler haben 5 weisse Kronblätter. Der Diskus sondert Nektar ab, um Insekten anzulocken.

Frucht: Der Fruchttyp der Doldenblüter sind Doppelachänen. Dabei handelt es sich um Zerfallsfrüchte: Zwei (an der Scheidewand des Fruchtknotens) zusammengewachsene Achänen beginnen sie sich bei der Reife voneinander zu lösen und bilden am Ende zwei einzelne Achänen.


Zwei Nahaufnahmen von Frchtständen aus der Familie der Doldenblütler: Links braune, stachelige Samen der wilden Möhre; rechts beige, gerippte Samen der Hundspetersilie in grünem Hintergrund.
Bei der Wilden Möhre (links) und der Hundspetersilie (rechts, hochgiftig!), sehen die Blätter zwar fast identisch aus, doch die Früchte hingegen sind sehr gut zu unterscheiden.

Die Früchte weisen jeweils 5 Längsrippen auf. Wie diese Rippen genau ausgebildet sind (nahezu flach, flügelartig verlängert, wulstig, etc.) sind wichtige Unterscheidungsmerkmale bei der Art-Bestimmung. Die Früchte sind entweder kahl oder mit Haaren / Flügel durchsetzt. Oft finden sich oberhalb der Frucht noch die Reste von Diskus und Griffel (der ursprünglichen Blüte). Bei gewissen Arten befindet sich ausserdem zwischen der Frucht und dem Diskusrest von ein "Schnabel".



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