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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Schmetterlingsblütler (Faboideae)


Die Schmetterlingsblütler (Faboideae) sind keine Familie, jedoch die artenreichste Unterfamilie der Familie Hülsenfrüchtler (= Legmuniosen, Fabaceae).


Die Hülsenfrüchtler haben nicht nur den typischen Blütenaufbau und die daraus gebildeten «Hülsenfrüchte» gemeinsam, sondern auch die Fähigkeit eine Symbiose mit Bakterien eingehen. Diese Knöllchenbakterien binden dabei den Stickstoff aus der Luft und geben dieser der Pflanze in "pflanzenverfügbaren Form" ab. Die Pflanze liefert den Bakterien im Gegenzug Nährstoffe und Wasser.


Bei uns in Mitteleuropa sind es bei den Schmetterlingsblütlern vor allem krautige Pflanzen, wobei auch Sträucher und Bäume vorkommen. Die Schmetterlingsblütler werden kulinarisch oft für ihren hohen Eiweissgehalt geschätzt.


Bekannte Wildpflanzen der Schmetterlingsblütler: Wiesen-Klee, Weiss-Klee, Horn-Klee, Wund-Klee, Horn-Klee, Hufeisen-Klee, Stein-Kleen, Luzerne, Hopfen-Klee, Frühlings-Platterbse (giftig), Besenginster (giftig), Robinie (giftig),…


Bekannte Kulturpflanzen der Schmetterlingsblütler: Soja, Erdnuss, Linsen, Erbsen, Bohnen,…


Blätter: Die Blätter sind immer wechselständig angeordnet. Am Blattansatz sind jeweils kleine Nebenblätter vorhanden. Die Blattspreite ist meist gefiedert, d.h. ist in mehrere Teilblätter (Fiedern) unterteilt.


Links: Hellgrünes gefiedertes Robinienblatt mit ovaler Form auf einem Hintergrund aus dichtem Laub. Rechts: 3-teilioges Kleeblatt an einem roten Stiel, schwarzer Hintergrund.
links: Gewöhnlichen Robinie; rechts: Wiesen-Klee (mit 3-teiligen Blättern)

Blüten: Die typischen zygomorphen «Schmetterlingsblüten» weisen in der Regel 5 Kronblätter auf, die sehr unterschiedlich, jedoch charakteristisch geformt sind. Während das generelle Aussehen der Blüte tatsächlich an Schmetterlinge erinnert, ist Nomenklatur eher der «Schifffahrt» angelehnt:

  • Flügel: Die zwei zur Seite abstehenden Kronblätter nennt man «Flügel».

  • Schiffchen: Im unteren Bereich sind zwei Kronblätter zu einer nach oben offenen Wanne zusammengewachsen, man spricht vom «Schiffchen».

  • Fahne: Das meist aufrecht gerichtete Kronblatt. Sie ist quasi der Segel des Schiffchens.


Illustrierte Fotos von Blüten der Robinie und der Besenginster  um der Aufbau von Blüten der Schmetterlingsblütler zu illustrieren: Beschriftungen: Fahne, Flügel, Schiffchen. Grüne Hintergrundvegetation.
links: Gewöhnliche Robinie - Aufrechte Fahne, unten auf der Seite die zwei Flügel mit dem dünnen Schiffchen dazwischen; rechts: Besenginster - Fahne, Flügel und Schiffchen sind etwa gleich lang. Gut zu sehen ist, wie der Griffel (spiralig eingerolllt) und die verwachsenen Staubblätter (mit gelben Staubbeuteln) aus dem Schiffchen hervortreten

Die Kronblätter sind ausserdem so angeordnet, dass die Fahne ausserhalb des Flügels und diese wiederum ausserhalb des Schiffchens angeordnet ist. Auch diesem Grund kann das Schiffchen teilweise hinter überlagernden Flügeln versteckt sein. Beim Herausrupfen der Krone aus dem Kelch, zerfällt diese in 4-Teile (2 Flügel, Schiffchen und Fahne), da die Kronblätter nicht zusammengewachsen sind.


Das einzelne Fruchtblatt und die meist 10 (davon 9 verwachsenen) Staubblätter befinden sich innerhalb des Schiffchens. Sie können aus dem Schiffchen austreten oder auch ganz darin versteckt sein. Schmetterlingsblüten haben ausserdem 5 (meist verwachsene Kelchblätter.


Die einzelnen Arten unterscheiden sich in vielen Merkmalen (genaue Form der Kronblätter, Grössenverhältnis, Sichtbarkeit von Griffel und Staubblätter, etc.), doch bleibt diese typische Gliederung in Flügel-Schiffchen-Fahne stets erhalten.


Die Schmetterlingsblütler (Faboideae) können sehr dichte Blütenstände bilden. Ein gutes Beispiel ist der Wiesen-Klee (Trifolium pratense). Seine rötliche "Blüte" ist in Wahrheit ein Blütenstand mit vielen kleinen, länglichen Schmetterlingsblüten. Dasselbe gilt auch für die Luzerne (Medicago sativa) oder den Hopfen-Klee (Medicago lupulina). Demgegenüber handelt es sich beim Horn-Klee (Lotus corniculatus) oder dem Hufeisen-Klee (Hippocrepis comosa) klar um typische doldige Blütenstände. Bei der Robinie (Robinia pseudoacacia) oder den Steinkleen (Melilotus) handelt es sich wiederum um Trauben.


Nahaufnahme einer rosa-lila blühenden Blütenkopf einer Kleepflanze im grünen Feld, Detailansicht der Einzelblüten, die als Schmetterlingsblüten erkennbar sind rechts, weich verschwommener Hintergrund.
Wiesen-Klee: Es handelt sich um einen Blütenstand aus vielen kleinen Schmetterlingsblüten.

Früchte: Der Fruchttyp der Schmetterlingsblütler ist die Hülsenfrucht. Sie entsteht jeweils aus dem Fruchtblatt und ist im reifen Zustand trocken. Bei Reife öffnen sich die Früchte an zwei Nähren (Bauch- und Rückennaht). Hülsenfrüchte werden wegen dem hohen und hochwertigen Eiweissgehalt in der menschlichen Ernährung sehr geschätzt. Innerhalb der Hülsenfrüchte gibt es auch Früchte, die sich bei Reife nicht öffnen und somit Schliessfrüchte darstellen (z.B. Erdnuss oder Wiesen-Klee). Diese werden in der Regel trotzdem als Hülsenfrüchte bezeichnet.

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