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Korbblütler (Asteraceae)
Die Familie der Korbblütler (Asteraceae) umfasst ca. 10% aller Arten der Bedecktsamer, sind also sehr weit verbreitet. Es gibt zwar auch Bäume und Sträucher unter ihnen, doch in Mitteleuropa sind es ausschliesslich krautige Pflanzenarten.
Bekannte Wildpflanzen der Korbblütler: Löwenzahn, Wegwarte, Gänsedisteln, Kratzdisteln, Wiesen-Margerite, Gänseblümchen, Schafgarben, Echte Kamille, Huflattich, Grosse Klette, einjähriges Berufskraut, kanadische Goldrute, Pestwurz (giftig), Arnika (giftig), Jakobs-Greiskraut (giftig),…
Bekannte Kulturpflanzen der Korbblütler: Kopfsalat, Artischocke, Sonnenblume,…
Blätter: Die Blätter können sehr vielfältig gestaltet sein. Sehr oft weisen sie fiederförmige Blattränder auf und sind wechselständig angeordnet.

Blüten: Das wichtigste Kriterium ist der als Blütenkorb ausgebildete Blütenstand. Die Einzelblüten dies Blütenkorbes werden nach ihren Aussehen in Röhrenblüten und Zungenblüten unterteilt.

Gemeinsam haben Röhren- und Zungenblüten, dass die meist 5 Kronblätter zu einer Röhre verwachsen sind. Die 3 bis 5 Staublätter sind sehr kurz. Die Staubbeutel sind zu einer Röhre zusammengewachsen, während die Staubfäden frei sind. Die zwei Fruchtknoten sind unterständig angeordnet. Die dazugehörigen zwei Griffel sind ebenfalls zusammengewachsen. Sie führen durch die
Staubbeutel-Röhre hindurch und verzweigen sich am Ende zu einer 2-teiligen Narbe.
Die Kelchblätter bilden oft die Härchen des späteren Flugschirmes für die Samenausbreitung (Pappus), teilweise fehlen sie aber auch ganz. Die Einzelblüten blühen schrittweise von aussen nach innen auf
Röhrenblüten: Sie befinden sich in der Mitte des Blütenstandes. Die Kronblätter sind zu einer langen, schmalen Röhre verwachsen. Die Form ist radiärsymmetrisch.
Zungenblüten: Sie befinden sich am Rande des Blütenkorbes. Auch die Zungenblüten sind zu einer Röhre verwachsen, diese ist jedoch sehr kurz bzw. der Rest geht rasch in eine einseitige "Zunge" über, welche ebenfalls aus den zusammengewachsenen Kronblättern besteht. Am Ende dieses «Zungenblattes» endet jedes beteiligte Kronblatt mit einem «Kronzahn». Die Form der Blüte ist zygomorph. Die Zungenblüten sind oft steril und dienen dann lediglich dem Anlocken von Bestäubern.

Die Blütenkörbe sind jeweils von einem Hüllkelch umgeben.

Frucht: Pro Einzelblüte bilden zwei Fruchtblätter einen gemeinsamen Fruchtknoten, der nur eine einzige Samenanlage enthält. Nach der Bestäubung, entwickelt sich dieser Fruchtknoten zu einer Frucht vom Typ Achäne. Dabei handelt es sich um eine Nussfrucht, die nur punktuell (am Grund der Frucht) mit dem Perikarp verbunden ist. Die Achänen der Korbblütler haben sehr oft einen Flugschirm (Pappus) angehängt. Bei den Härchen dieses Schirmes handelt es sich um die Kelchblätter der Blüte. Wenn sich zwischen der Frucht und dem Pappus ein Stiel befindet, spricht man von einem «geschnäbelten Pappus».

Unterfamilien: Die Korbbblütler werden in Unterfamilien eingeteilt. Zwischen den drei in Mitteleuropa vorkommenden Unterfamilien Asteroideae, Carduoidae und Chichorioideae gibt bei den Blüten charakteristische Unterschiede (u.a. im Auftreten von Röhren- und Zungenblüten):
Unterfamilie Asteroideae (z.B. Wiesen-Margerite, Gänseblümchen, Echte Kamille, Arnika,…): In der Regel besteht der Blütenstand aus Röhren- und Zungenblüten. Die Zungenblüten enden jeweils mit 3 Kronzähnen.

Unterfamilie Carduoidae (z.B. Kratzdisteln, Ringdisteln, Flockenblumen,..): bestehen nur aus Röhrenblüten, bzw. die Zungenblüten fehlen. Teilweise sind die randlichen Röhrenblüten «Zungenblüten»-ähnlich vergrössert. Die Arten enthalten im Stängel keinen Milchsaft.

Unterfamilie Chichorioideae (z.B. Löwenzahn, Gänsedisteln, Rainkohl, Wald-Habichtskraut, Wegwarte,..): Ihre Mitteleuropäischen Arten bestehen nur aus Zungenblüten, die Röhrenblüten fehlen. Die Zungenblüten enden jeweils in 5 Kronzähnen. Typisch ist auch, dass die meisten dieser Arten im Stängel Milchsaft führen.

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