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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Korbblütler (Asteraceae)


Die Familie der Korbblütler (Asteraceae) umfasst ca. 10% aller Arten der Bedecktsamer, sind also sehr weit verbreitet. Es gibt zwar auch Bäume und Sträucher unter ihnen, doch in Mitteleuropa sind es ausschliesslich krautige Pflanzenarten.


Bekannte Wildpflanzen der Korbblütler: Löwenzahn, Wegwarte, Gänsedisteln, Kratzdisteln, Wiesen-Margerite, Gänseblümchen, Schafgarben, Echte Kamille, Huflattich, Grosse Klette, einjähriges Berufskraut, kanadische Goldrute, Pestwurz (giftig), Arnika (giftig), Jakobs-Greiskraut (giftig),…


Bekannte Kulturpflanzen der Korbblütler: Kopfsalat, Artischocke, Sonnenblume,…


Blätter: Die Blätter können sehr vielfältig gestaltet sein. Sehr oft weisen sie fiederförmige Blattränder auf und sind wechselständig angeordnet.

 

Grünes Löwenzahnblatt mit gezackten Rändern, Nahaufnahme auf weißem Hintergrund.
fiederförmig eingeschnittene Blattränder kommen bei den Korbblütlern (Asteraceae) häufig vor (CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=115796)

Blüten: Das wichtigste Kriterium ist der als Blütenkorb ausgebildete Blütenstand. Die Einzelblüten dies Blütenkorbes werden nach ihren Aussehen in Röhrenblüten und Zungenblüten unterteilt.

 

Links Gänseblümchen, rechts Sonnenblume. Beschriftungen zeigen Röhren- und Zungenblüten. Hintergrund: grün und blauer Himmel.
Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) links und Sonnenblume (Helianthus annuus); rechts: in der Mitte befinden sich die vielen kleinen Röhrenblüten, aussen die länglichen Zungenblüten.

Gemeinsam haben Röhren- und Zungenblüten, dass die meist 5 Kronblätter zu einer Röhre verwachsen sind. Die 3 bis 5 Staublätter sind sehr kurz. Die Staubbeutel sind zu einer Röhre zusammengewachsen, während die Staubfäden frei sind. Die zwei Fruchtknoten sind unterständig angeordnet. Die dazugehörigen zwei Griffel sind ebenfalls zusammengewachsen. Sie führen durch die

Staubbeutel-Röhre hindurch und verzweigen sich am Ende zu einer 2-teiligen Narbe.


Die Kelchblätter bilden oft die Härchen des späteren Flugschirmes für die Samenausbreitung (Pappus), teilweise fehlen sie aber auch ganz. Die Einzelblüten blühen schrittweise von aussen nach innen auf


  • Röhrenblüten: Sie befinden sich in der Mitte des Blütenstandes. Die Kronblätter sind zu einer langen, schmalen Röhre verwachsen. Die Form ist radiärsymmetrisch.

  • Zungenblüten: Sie befinden sich am Rande des Blütenkorbes. Auch die Zungenblüten sind zu einer Röhre verwachsen, diese ist jedoch sehr kurz bzw. der Rest geht rasch in eine einseitige "Zunge" über, welche ebenfalls aus den zusammengewachsenen Kronblättern besteht. Am Ende dieses «Zungenblattes» endet jedes beteiligte Kronblatt mit einem «Kronzahn». Die Form der Blüte ist zygomorph. Die Zungenblüten sind oft steril und dienen dann lediglich dem Anlocken von Bestäubern.


Diagramm und Foto einer Sonnenblume, wo der Aufbau von Rohrenblüten und Zungenblüten illustriert ist. Die Grafik links und das Fotoe rechts mit beschriftet. Zeigt Röhren- und Zungenblüten, Blütenkorb, Stabblatt-Ring, Kronblattröhre, Zungenblatt und weitere botanischen Details.
Schema des generellen Aufbaus einer Korbblüte am Beispiel der Sonnenblume (Helianthus annuus)

Die Blütenkörbe sind jeweils von einem Hüllkelch umgeben.


Nahaufnahme zweier Rückseiten von Blütenkörben der Kornbblütler: links weißblättrige Blume, rechts Sonnenblume. In beiden Fotos ist der grüne Hüllkelche mit Pfeilen markiert.
Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) links und Sonnenblume (Helianthus annuus) rechts: mit dem grünen Hüllkelch unter dem Blütenkorb

Frucht: Pro Einzelblüte bilden zwei Fruchtblätter einen gemeinsamen Fruchtknoten, der nur eine einzige Samenanlage enthält. Nach der Bestäubung, entwickelt sich dieser Fruchtknoten zu einer Frucht vom Typ Achäne. Dabei handelt es sich um eine Nussfrucht, die nur punktuell (am Grund der Frucht) mit dem Perikarp verbunden ist. Die Achänen der Korbblütler haben sehr oft einen Flugschirm (Pappus) angehängt. Bei den Härchen dieses Schirmes handelt es sich um die Kelchblätter der Blüte. Wenn sich zwischen der Frucht und dem Pappus ein Stiel befindet, spricht man von einem «geschnäbelten Pappus».


Nahaufnahme von Löwenzahn-Fruchtständen, links Querschnitt es verblühenden Blütenkorbes wo man die Kelchblötter sieht, welche die späteren Flughaare des Pappus darstellen; rechts Pusteblume mit Beschriftungen, welche die Botanischen Details der Früchte der Korbblütler erklären mit Begriffen wie Achäne, Flugschirm, Schnabel und Pappus.
An die Achänen (auf dem Bild Gewöhnlicher Löwenzahn, Taraxacum sect. Ruderalia) sind häufig Flugschirme (Pappus) angehängt. Die Flughaare sind die Kelchblätter der Einzelblüten.

Unterfamilien: Die Korbbblütler werden in Unterfamilien eingeteilt. Zwischen den drei in Mitteleuropa vorkommenden Unterfamilien Asteroideae, Carduoidae und Chichorioideae gibt bei den Blüten charakteristische Unterschiede (u.a. im Auftreten von Röhren- und Zungenblüten):


  • Unterfamilie Asteroideae (z.B. Wiesen-Margerite, Gänseblümchen, Echte Kamille, Arnika,…): In der Regel besteht der Blütenstand aus Röhren- und Zungenblüten. Die Zungenblüten enden jeweils mit 3 Kronzähnen.


Nahaufnahme von Kamillenblüten als Verteter der Asteroideae, die Röhrenblüten  und Zungelblüten haben.
Echte Kamille (Matricaria chamomilla, Unterfamilie Asteroideae): mit gelben Röhrenblüten in der Mitte und randlich weissen Zungenblüten. Die weissen Zungenblüten haben am Ende 3 Kronzähne

  • Unterfamilie Carduoidae (z.B. Kratzdisteln, Ringdisteln, Flockenblumen,..): bestehen nur aus Röhrenblüten, bzw. die Zungenblüten fehlen. Teilweise sind die randlichen Röhrenblüten «Zungenblüten»-ähnlich vergrössert. Die Arten enthalten im Stängel keinen Milchsaft.


Zwei  Vertreter der Unterfaimilie Carduidae, links Ringdistzel mit Röhrenblüten, rechts Flockenblume mit randlich Zungenblüten-artig verlängerten Röhrenblüten
Krause-Ringdistel links und rechts Wiesen-Flockenblume (mit randlich "Zungenblüten"-ähnlich vergrösserten Röhrenblüten)


  • Unterfamilie Chichorioideae (z.B. Löwenzahn, Gänsedisteln, Rainkohl, Wald-Habichtskraut, Wegwarte,..): Ihre Mitteleuropäischen Arten bestehen nur aus Zungenblüten, die Röhrenblüten fehlen. Die Zungenblüten enden jeweils in 5 Kronzähnen. Typisch ist auch, dass die meisten dieser Arten im Stängel Milchsaft führen.


Links: Gelbe Löwenzahnblüte mit Insekt. Rechts: Blütenkorb der Wegwarte.
Beides Verteter der Unterfamilie der Chichoriodideae. Markierte Teile mit Texten wie Zungenblatt, Kronzähne, Staubblattring und 2-narbige Griffel.
links: Löwenzahn mit nur Zungenblüten; rechts; Gemeine Wegwarte mit nur Zungenblüten



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