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Gänseblümchen (Bellis perennis)

Familie: Korbblütler (Asteraceae), Gattung: Gänseblümchen (Bellis)
"typisch für Rasenflächen und dort klein aber oho - mit dekorativen essbaren Blütenkörben und ebenso essbaren, nussig schmeckenden Blätter"
Bestimmungsmerkmale
Blätter: in Grundrosette angeordnet; spatelförmig (stumpfe Spitze, ausdünnend-geflügelter Blattstiel), 1 bis 4 cm lang; gekerbt, behaart; deutlicher Hauptnerv, der sich zum Grund hin verbreitert
Stängel: 5 bis 15cm hoch; blattlos; behaart; am Ende ein Blütenkorb
Blüten: in 2 bis 3 cm breiten Blütenkörben angeordnet; in der Mitte viele gelbe Zungenblüten; am Rand über 100 weisse (aussen oft roten) Zungenblüten, die in zwei Reihen angeordnet sind; mit 13 stumpfen bis kurz zugespitzten Hüllblättern; blüht Februar bis Dezember
Früchte:1 bis 2 mm lange Achäne (ohne Pappus)
Zeigerwerte: hell, mässig feucht, mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich, neutral bis basisch
typische Standorte: Wiesen, Weiden, Rasen (vom Tiefland bis zur Baumgrenze und teils auch darüber hinaus)
Fotos




Verwendung
Inhaltsstoffe: Saponine, Flavonoide, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Phenolsäuren, wenig Ätherische Öle
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
Blätter (nussig, herb > mehr dazu): Salat, Kräuterbutter Kräuterquark, Aufstriche, Gemüsebeigabe, Suppe, Pesto, Sauce, Smoothie
Blütenkörbe (nussig, herb > mehr dazu): essbare Dekoration
Verwendung in der Phytotherapie zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben: In der Volksheilkunde gilt das Gänseblümchen als «die kleine Arnika» und wurde vor allem Salben zur Wundheilung, bzw. Behandlung von kleineren Prellungen /Verletzungen verwendet. Die wenigen vorhandenen in-vitro Studien zeigen einen antientzündliche, antimikrobiellen und antioxidativen Effekt. Klinische Studien existieren nicht. Es gibt bisher weder eine Bearbeitung durch HMPC, noch durch ESCOP.

Beschreibung
Das Gänseblümchen steht eigentlich schon fast sinnbildlich für Rasen- und Gartenflächen. Denn dort findet es als kleine, jedoch extrem trittfeste und mähresistente Art ideale Bedingungen vor. Denn damit sie nicht von anderen Pflanzenarten in den Schatten gestellt wird, ist sie ausdrücklich und unbedingt auf das regelmässige Abmähen, resp. Tritte angewiesen. Der lateinische Namen «perennis» kommt daher, dass das Gänseblümchen eine «perennierende» («ausdauernde») Pflanze ist, d.h. sie lebt mehrere Jahre und blüht dabei jedes Jahr. Die Grundrosette ist wintergrün es dabei treiben nahezu das ganze Jahr über immer wieder neue Blütenkörbe aus. Der Duft der Blütenkörbe ist nur sehr schwach, resp. die bestäubenden Insekten werden vor allem durch den Pollen angelockt. Die gelben Röhrenblüten in der Mitte sind zwittrig und können sich bei Abwesenheit von Insekten auch selbst bestäuben. Die weissen Zungenblüten aussen haben nur weibliche Blütenorgane. Die Blütenkörbe, bzw. die Blüten sind nur am Tag und auch dann nur bei sonnigem Wetter geöffnet und richten sich im Tagesverlauf jeweils der Sonne aus (damit sie von den Insekten leichter erkannt werden).
Die Blätter und Blütenkörbe werden schon seit je her als Beigabe für Salate verwendet. Bei den Germanen wurde das Gänseblümchen als typische Frühlingspflanze der Frühlingsgöttin Ostara zugeschrieben und war dabei ein Symbol für Reinheit, Unschuld und Jungfräulichkeit. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass die Art seit der Christianisierung nun der Jungfrau Maria gewidmet war. Das berühmte Liebesorakel taucht in schriftlichen Quellen ab dem Spätmittelalter auf, hatte sein Ursprung möglicherweise aber bereits in vorchristlichen Kulturen.
mögliche Verwechslungen
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