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Saponine
Die Saponine sind chemisch sehr vielfältig. Es sind bisher ca. 600 verschiedenen Stoffe bekannt. Gemeinsam haben sie, dass es sich um chemische Verbindungen handelt, die einen Glykosid- («Zucker») und einen «übrigen Teil» aus Triterpenen, Stereoiden oder Stereoidalkaloiden aufweisen. So werden die Saponine in «Triterpen-Sapoine», «Stereoid-Saponine» und «Stereoidalkaloid-Saponine» eingeteilt.

Die Saponine sind schaumbildend (der Name kommt vom lateinischen «sapo», d.h. Seife), wenn sie im Wasser gelöst geschüttelt werden. Sie setzen die Oberflächenspannung des Wassers herab und wirken emulgierend, d.h. sie können sowohl wasser-, wie auch fettlösliche Stoffe an sich binden. Ihr Geschmack ist meist bitter und im Mund fühlen sie sich ausserdem etwas «seifig» an. Man vermutet, dass die Saponine vor allem als Abwehrstoffe gegen Pilze dienen. Die Giftwirkung liegt u.a. darin, dass sie Zellmembrane durchlässiger machen oder sogar auflösen können. Sie werden jedoch zum Glück vom Darm sehr schlecht aufgenommen, denn im Blut würden sie die roten Blutkörperchen zerstören.

Wegen der emulgierenden Wirkung fördern die Saponine im Darm die Nahrungsaufnahme. Saponine werden im Darm nur in geringem Masse aufgenommen. Der Verzehr grösserer Saponin-Mengen kann unbekömmlich bis giftig wirken. Die Giftigkeit von Saponinen ist aber je nach Saponin-Stoff unterschiedlich. So können bei Efeu oder Rosskastanie bereits «normale» Mengen Vergiftungssymptome hervorrufen, während das Digitonin im Roten Fingerhut (welches auch ein Herz-Glykosid ist) auch potentiell tödlich ist. Bei gewissen Pflanzen (nicht bei den tödlich Giftigen!) kann der Saponin-Gehalt (für eine bessere Verträglichkeit) reduziert werden, indem diese in ein Wasserbad gelegt werden.

Der Einnahme gewisser (nicht aller) Saponine (wie sie z.B. in den Schlüsselblumen vorhanden sind) führt bei Husten zu einer schleimlösenden Wirkung. Man vermutet, dass dies über einen Reiz auf der Magenschleimhaut geschieht, welcher wiederum über einen Nervenreflex die Bronchien («gastropulmonarer Reflex») anregt, mehr Schleim zu produzieren und dessen Abhusten zu erleichtern. Dieses Erklärmodell basiert dabei v.a. auf Tierversuche.

Hohe Saponin-Gehalte findet man bei Arten der Nelkengewächse oder der Primelgewächse. Saponine eignen sich auch zur Herstellung von Naturseifen. Dazu werden z.B. die Samen der Rosskastanie oder die Wurzeln des Seifenkrautes verwendet.

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