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Iridoide
Iridoide schmecken besonders bitter und dienen als Frassschutz. Sie haben auch eine antimikrobielle Wirkung auf Pilze oder Bakterien. Die Giftwirkung äussert sich vor allem in der Fähigkeit Eiweisse zu zerstören. Dies schädigt nicht nur Zellen (z.B. der Bakterienhülle oder der Darmwand), sondern setzt bei Pflanzenfressern auch den Nährwert von konsumierten Wildkräuter herab.

Die giftigen Vertreter der Iridoide liegen in der Regel als Iridoidglykoside vor (an Zucker gebunden) und werden, ähnlich wie die Blausäureglykoside oder Senfölglykoside, in der Zelle von den Enzymen räumlich getrennt aufbewahrt. Durch Verletzungen des Gewebes beim Fressen der Pflanzen, werden die Barrieren zu den Enzymen getrennt und die Iridoide können dadurch enzymatisch freigesetzt werden.

Ein häufiges Iridoid ist Aucubin, welches z.B. im Spitzwegerich, den Ehrenpreisen, den Augentrosten oder in den Königskerzen vorkommt. Es ist dort (gemeinsam mit anderen Iridoiden) für die entzündungshemmende, schmerzlindernde, aber auch lokal antibiotische Wirkung verantwortlich. Der medizinische Einsatz beschränkt sich jedoch auf äusserliche Anwendungen. So kann der Saft des Spitzwegeriches bei Insektenstichen, bzw. Auszüge des Augentrostes bei Augenentzündungen verwendet werden. Durch das Trocknen der Kräuter baut sich das Aucubin ab.

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