top of page

 

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Taxonomie


Das Bestimmen von Essbaren Wildpflanzen und Heilpflanzen erfordert ein hoher Grad an Faktenkenntnis. Sobald man jedoch mehr als eine Handvoll Wildpflanzen kennt, ist die Gefahr sehr gross, vieles wieder zu vergessen oder die Fakten irgendwie durcheinander zu bringen. Und genau bei diesem Problem kann die Taxonomie helfen: Sie unterteilt die Pflanzen nicht nur nach deren Stammbaum in Art, Gattung und Familien, sondern hilft uns auch beim Bestimmen von Pflanzen, eine gewisse Ordnung in die immense Vielfalt zu bringen.


So haben alle Arten der Familie Lippenblütler (z.B. Taubnessel, Wald-Ziest, Hohlzahn, Waldminzen, Thymian, Gundermann, Kriechender Günsel, Wiesen-Salbei, Pfefferminze, Zitronenmelisse, kleine Braunelle,…) einen 4-kantigen Stengel, kreuzgegenständig angeordnete Blätter, eine charakteristische Lippenblüte und eine 4-teilige Klausenfrucht. Kennt man also die Familie, kennt man auch bereits ein grosser Anteil der Bestimmungsmerkmale der entsprechenden Pflanzenarten. Dasselbe gilt natürlich auch umgekehrt: Will man eine noch unbekannte Pflanze bestimmen und erkennt die für eine Pflanzenfamilien charakteristischen Merkmale, kann die Suche bereits von Beginn weg stark eingegrenzt werden.


System der Taxonomie

Binäre Nomenklatur

Die wichtigsten Pflanzenfamilien



System der Taxonomie


Die für die Einteilung der Organismen in hierarchische Kategorien («Taxa») zugrunde liegenden Kriterien stellen «verwandtschaftliche Beziehungen» dar. Um den «Stammbaum» der gemeinsamen evolutionären Entwicklung aufzuschlüsseln, wurde früher vor allem auf die gemeinsamen morphologischen Eigenschaften von Arten geachtet, wie z.B. Ähnlichkeiten im Blütenaufbau. Später kam auch der Blick auf mikroskopisch kleine Eigenschaften oder biochemische Vorgänge dazu. Mittlerweile ist die Genetik das wichtigste Instrument für die Erkennung von Art-Verwandtschaften.

Das System der Taxonomie gilt weltweit. Bei den Pflanzen ist es der «Internationale Code der Nomenklatur für Algen, Pilze und Pflanzen».


Art: Die Grundeinheit stellt die «Art» dar. So handelt es sich bei der Weisstanne oder dem Wald-Ziest um Arten. Das gleiche gilt für die Grosse Brennnessel oder die Gemeine Schafgarbe.


Gattung: stark verwandte Arten werden zu einer Gattung zusammengefasst. Die Weisstanne gehört zu den Tannen, der Wald-Ziest zu den Ziesten. So gibt es bei den Ziesten weltweit etwa 373 verschiedene Arten. Bei uns in Mitteleuropa bekannt sind, wie z.B. auch der Alpen-Ziest oder der Sumpf-Ziest.


Wald-Ziest (links) und Sumpf-Ziest (rechts) sind beides Arten aus der Gattung der Zieste
Wald-Ziest (links) und Sumpf-Ziest (rechts) sind beides Arten aus der Gattung der Zieste

Familie: Mehrere Gattungen mit ähnlichen Merkmalen (bzw. Genetik) werden zu Familien zugeordnet. So gehören die Zieste zu den Lippenblütlern. Die Gemeine Schafgarbe wiederum gehört zu den Korbblütlern, der weltweit verbreitetsten Familie. Die Tannen gehören schliesslich zu den Kieferngewächsen.

Darüber gibt es noch eine Reihe weiterer übergeordneter Ebenen, die eher von wissenschaftlichem Interesse sind. Es sind Ordnung, Klasse, Stamm, etc. Zwischen Art-Gattung-Familien gibt es teils noch weitere Unterteilungen wie Unterart, Untergattung, Tribus, Unterfamilie, etc. (Liste nicht abschliessend).


Unterart: Wenn es innerhalb einer Art Gruppen gibt, die durch bestimmte Eigenschaften voneinander abgegrenzt werden können, spricht man von einer Unterart. Dabei handelt es sich oft um regionale Varietäten. So tritt z.B. der Jura-Wiesen-Bärenklau ausschliesslich im Jura auf.


links: Blatt des "Standart" Wiesen-Bärenklau; rechts: Blatt der Unterart "Jura-Wiesen-Bärenklau"
links: Blatt des "Standart" Wiesen-Bärenklau; rechts: Blatt der Unterart "Jura-Wiesen-Bärenklau"

Sektion: Sind zahlreiche Arten innerhalb einer Gattung sehr ähnlich und so schwierig auseinanderzuhalten, fasst man diese zu einer «Sektion» zusammen. Ein gutes Beispiel dazu ist der Gewöhnliche Löwenzahn (Taraxum sect. Ruderalia). Was uns auf den ersten Blick als eine einzelne Art erscheint, ist in Wahrheit ein Sammelsurium von möglicherweise bis zu mehreren 1000 Einzelarten. Dasselbe gilt auch für die Sektion der Brombeeren (Rubus sect. Rubus).



Binäre Nomenklatur


Mit der binären Nomenklatur werden Arten auf lateinisch eindeutig bezeichnet. Ein Beispiel ist der Name «Stachys sylvatica» für das Wald-Ziest. Die Bezeichnung besteht immer aus dem entsprechenden (Gross-geschriebenen) Name der Gattung («Stachys» = Zieste) und einem (kleingeschriebenen) Artnamen («sylvatica»). Es sind stets kursive Buchstaben zu verwenden. Unterarten werden bezeichnet, indem dem Artnamen ein «subsp.» und dann der entsprechende Unterartsnamen angehängt wird (z.B. Jura-Wiesen-Bärenklau: Heracleum sphondylium subsp. alpinum). Auch für die Familien gibt es jeweils eine lateinische Bezeichnung. Diese endet immer auf «-ceae» (z.B. Lamiaceae für die Lippenblütler)


Der grösste Vorteil der binären Nomenklatur liegt darin, dass es sich um Internationale Bezeichnungen handelt, mit denen man sich weltweit unmissverständlich verständigen kann. Für eine Pflanzenart gibt es teils nur schon innerhalb der deutschen Sprache (sogar innerhalb der Schweizer Dialekten) eine Vielfalt an Begriffen. So sprechen einige vom Tausendschön, andere vom Margritli und wiederum eine Gruppe vom Gänseblümchen. In der binären Nomenklatur heisst diese Pflanze weltweit ganz einfach «Bellis perennis».


Da im 2-teiligen lateinischen Namen immer der Name der Gattung erwähnt ist, hilft die binäre Nomenklatur auch bei der Einordnung in das taxonomische System. Vielfach verrät der Artnamen auch etwas über die Lebensweise der Pflanze. So bedeutet der Name «perennis», dass es sich um eine "perennierende" Pflanze handelt (lebt mehrere Jahre und blüht dabei jedes Jahr) oder «sylvatica», dass die Pflanze vorwiegend im Wald vorkommt.


Die wichtigsten Pflanzenfamilien


Im Rahmen des erdflow-Phytikons werden die für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen wichtigsten Pflanzenfamilien im Detail vorgestellt (Klick auf den Link)

  • Korbblütler (Asteraceae)

  • Schmetterlingsblütler (Faboideae)

  • Lippenblütler (Lamiaceae)

  • Kreuzblütler (Brassicaceae)

  • Doldenblütler (Apiaceae)

  • Rosengewächse (Rosaceae)

  • Hahnenfussgewächse (Ranunculaceae)

  • Nelkengewächse (Caryophyllaceae)

  • Raubblattgewächse (Boraginaceae)

  • Geissblattgewächse (Caprifoliaceae)

  • Knöterichgewächse (Polygonaceae)

  • Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae)

  • Buchengewächse (Fagaceae)

  • Birkengewächse (Betulaceae)

  • Kieferngewächse (Pinaceae)

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

teile diesen wertvollen Content:   

folge erdflow auf Social-Media:

400PngdpiLogo.png

©2021 erdflow. Erstellt mit Wix.com

Outdoor.jpg
bottom of page