top of page

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Wald-Himbeere (Rubus idaeus)
Illustration der Wald-Himbeere (Rubus idaeus) für die Bestimmung der Art. Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet. Begriffe sind u.a.  wechselständig, fiederförmig gefiedert, 3-5-zählig, Fiedern ovsal bis eiförmig, Blattunterseite weissfilzig, reife Sammelsteinfrucht rot und sich aus einem kegelförmigen Fruchtboden lösend, usw.

Familie: Rosengewächse (Rosaceae), Gattung: Rubus

"Auch wilde Himbeeren sind selbstverständlich essbar. Im Flachland ist die Himbeere im Gegensatz zur Brombeere jedoch weniger häufig anzutreffen. Anders sieht es hingegen im Gebirge aus."

 

Bestimmung

Habitus: Halbstrauch, 50cm bis 1.5m hoch


Blätter: wechselständig; fiederförmig-gefiedert; 3-7-zählig (meist 3-5), nur sommergrün (im Gegensatz zur winetrgrünen Brombeere)

Äste / Stamm: rund und eher gerade (nicht so bogig wie bei der Brombeere); jung blaugrün bereift; v.a. ältere Bereiche mit kleine (< 2mm), feine, dunkelvioletten Stachelchen (sind im Gegensatz zur Brombeere für uns nicht stechend)


Blüten: in rispigen Blütenständen angeordnet, bzw Rispe meist auch beblättert; Kronblätter weiss; blüht Mai bis Juli (Rosengewächse allgemein: radiärsymmetrisch, 5 Kron- und 5 Kelchblätter, viele Staub- und Fruchtblätter)


Früchte: rote, kugelige, ca. 1cm lange Sammelsteinfrucht; löst sich leicht aus dem kegelförmigen Blütenboden; ab ca. Juli reif


Zeigerwerte: halbschattig, mässig feucht (Feuchtigkeit mässig wechselnd), nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: Waldlichtungen, Waldrand, Waldwegrand, Kahlschläge, Schutthalden, Hecken

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Gerbstoffe (bis 2-7% pro Trockengewicht in den Blättern), Flavonoide (u.a. Anthocyane in den Früchten)


mögliche Kulinarische Verwendung:  zu den Grundrezepten


Verwendung in der Phytotherapie zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben: Durch den hohen Gerbstoffgehalt (v.a. Gallo- und Ellagitannine) eignen sich die Blätter der Brombeere für typische Gerbstoff-Heilanwendungen. Allerdings sind Gehalte in den Himbeer-Blättern deutlich weniger hoch als bei der Brombeere.


  • Wunden (Blutstillung und Desinfektion): Dafür eignen sich Umschläge aus dem Blätter-Teeauszug


  • Hautentzündungen / Neurodermitis (nasses Ekzem): Verwendet werden Umschläge aus dem Blätter-Teeauszug. Die Umschläge werden ca. 3x am Tag für 1-2h aufgelegt und sind alle 10-20min zu erneuern (sobald sie warm und trocken sind). In der Zeit zwischen zwei Umschlägen werden feuchte Kompressen aufgelegt (resp. locker angebracht). Die Therapie darf jeweils nicht länger als 2-3 Wochen angewendet werden ist. Es ist auch eine Behandlung mittels Hand-, Fuss-, Sitz- oder Vollbäder möglich.


  • Entzündungen im Mund-Rachenraum: Mehrmals täglich den Himbeerblätter-Teeauszug gurgeln.


  • Durchfall: Mehrere Tassen des Himbeerblätter-Teeauszuges über den Tag verteilt trinken.


  • Entzündung von Zähnen und Zahnfleisch: Blätter kauen


  • Krampfartige Regelschmerzen: Trockenextrakte (DER 4:1) auf Basis von wässrigen Auszügen aus den Blättern der Himbeere werden von HMPC als aus traditionelle Anwendung zur symptomatischen Behandlung von leichten menstruationsbedingten Bauchkrämpfen anerkannt. Als Dosis werden 113 bis 226 mg angegeben, mit Anwendung 3-4x täglich, jeweils nach den Mahlzeiten. Dabei handelt es sich um Extrakt-Zubereitungen, die früher in Grossbritanien offiziell zur Behandlung von Mestruationskrämpfen zugelassen waren.

    Klinische Studien an Menschen liegen keine vor. Nur in-vitro konnte man durch Versuche mit methanolischen Himbeerblatt-Extrakten an isolierten Dünndarm-Abschnitten von Meerschweinchen krampflösende Effekte feststellen. Extrakte wurden in-vitro auch an den Gebärmuttern Ratten untersucht. Über die daran beteiligten Wirkstoffe gibt es bisher keine eindeutigen Befunde.

Beschreibung

Himbeere sind als sommerliche Gartenfrucht nicht wegzudenken. Sie kommt dabei jedoch auch wild vor, d.h. es handelt sich um einen bei uns heimischen Wildstrauch. Dabei handelt es sich. ähnlich wie bei der Brombeere, um eine Pionierpflanze auf gestörten Standorten, wie z.B. nach Waldschlägen oder an Waldlichtungen. Im Flachland ist die Himbeere gegenüber der Brombeere jedoch deutlich seltener. Anders sieht es im Gebirge in erhöhten Lagen, bzw. blockigen Gelände aus: Hier übernimmt die gegenüber der Brombeere auch etwas kälteresistentere Himbeere das Zepter. So kommt die Himbeere oft im Gebirge bis zur Baumgrenze (teils auch darüber hinaus) vor. Die Stacheln sind nur klein und fein und dadurch sind die Stängel der Himbeere für die Ausbreitung auch nicht kletterfähig. Die Ausbreitung erfolgt auch wie bei der Brombeere über sich wiederbewurzelnde Triebspitzen, sondern hauptsächlich über unterirdische Wurzelausläufer, was aber durchaus auch rasch vonstatten gehen kann. Die Blüten bieten sowohl Pollen, als auch Nektar und werden von Bienen, Fliegen und Käfern bestäubt.


Die Früchte lassen sich im Gegensatz zur Brombeeren leicht vom Blütenboden lösen und sind im Geschmack etwas zarter, dafür sind aber viel weicher und damit nicht so gut lager- bzw. transportbar. Himbeer-Kulturformen stammen zwar von der Wald-Himbeere ab, wurden jedoch oft auch mit amerikanischen Himbeer-Arten gekreuzt, so dass diese nicht nur etwas grösser, sondern auch etwas härter und damit weniger empfindlich wurden. Die Blätter werden heiltechnisch wie die Brombeere genutzt, resp. können gemäss HMPC auch innerlich bei leichten menstruationsbedingten Krämpfen angewendet werden. Auch die Blätter der Himbeere eignen sich, um sie wie beim Schwarztee zum «Fermentieren» (mehr dazu in der Pflanzenbeschreibung der Brombeere).


>>> weitere Essbare Alpenkräuter / alpine Heilkräuter 🏔️🌿🥾

 

mögliche Verwechslungen


zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

folge mir auf Social-Media:

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

teile diesen wertvollen Content:   

Fotos
Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen
400PngdpiLogo.png

©2021 erdflow. Erstellt mit Wix.com

Outdoor.jpg
bottom of page