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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Heilpflanzen-Anwendungen für die Gynäkologie


Prämenstruelles Symptom (PMS)

Regelschmerzen

Wechseljahrsbeschwerden


>>> zum Disclaimer bzgl. Heilpflanzen-Angaben <<<


Blüten des Rotklee / Wiesen-Klees als Sinnbild für Heilpflanzenanwendungen für die Gynäkologie
Rotklee (©Alex Gutjahr - stock.adobe.com)

Die Gynäkologie (auch Frauenheilkunde genannt) ist die Lehre von der Entstehung, Erkennung, Behandlung und Verhütung der Erkrankungen des weiblichen Sexual- und Fortpflanzungstraktes. Dazu gehört aber auch die Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Brust.


Bei einer Frau wird der gesamte Vorrat an Eizellen bereits bei der Geburt gebildet. Sie sind innerhalb der Eierstöcke in ruhenden Bläschen (auch «Folikel» genannt) eingeschlossen und werden in Rahmen des Menstruationszyklus Stück für Stück jeweils beim Eisprung freigegeben, der in der Regel einmal im Monat erfolgt. Erst reifen die Eizellen, dann wandern sie beim Eisprung über den Eileiter in die Gebärmutter. Gleichzeitig wächst auch die Schleimhaut der Gebärmutter an, um die optimalen Bedingungen für das Wachstum einer befruchteten Eizelle zu bieten. Nur zum Zeitpunkt des Eisprunges kann eine Frau schwanger werden. Bei einer Nichtbefruchtung am Ende des Eisprungs (der Eisprung dauert ca. einen Tag), stirbt die Eizelle ab und es setzt etwa 14 Tage später die Regelblutung ein, die meist ca. 3 bis 7 Tage dauert. Damit wird u.a. die abgestorbene Eizelle und die äusserte Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgestossen. Dies wird erreicht, indem sich die Muskeln der Gebärmutter in gewissen (unregelmässigen) Abständen an- und dann wieder entspannen.


Der erste Eisprung beginnt mit der Pubertät und enden tut der Vorgang am Ende der sogenannten "Wechseljahre". Die Wechseljahre beginnen meist in einem Alter zwischen 40 und 58 Jahren. Dabei werden die Regelblutungen zunehmend unregelmässig, bis sie (bei einem Durchschnittsalter von 51 Jahren) schliesslich ganz zum Erliegen kommen. Die Zeit danach wird dann die «Menopause» genannt. In den Wechseljahren verändert sich die Hormonproduktion in den Eierstöcken, was schliesslich auch das hormonelle Gleichgewicht im Körper verschiebt, was wiederum zu Beschwerden führen kann.



Prämenstruelles Symptom (PMS)


Die Symptome, die damit verbunden sind, treten in den Tagen vor der Regelblutung auf. Dabei handelt es sich u.a. um Unterleibsschmerzen und Kopfschmerzen, aber auch psychische Symptome wie Traurigkeit, Gereiztheit oder allgemeines Unwohlsein. Teils werden sogar Wassereinlagerungen in den Beinen beobachtet. Bei den meisten Frauen sind die Symptome nur schwach, bei anderen wiederum (bei ca. 20-40%) aber so stark, dass diese als spürbar belastend empfunden werden. Als Ursache vermutet man hormonelle Einflüsse und Wechselwirkungen des Hormons Progesteron mit dem Gehirn, wobei die die genauen Mechanismen bisher nicht geklärt sind.


Zur Linderung werden oft verschiedene Methoden, die der Entspannung dienen ausprobiert. Bei sehr starken Beschwerden können auch Medikamente (wie z.B. Verhütungsmittel) zum Einsatz kommen. Auch Heilpflanzen werden in dem Zusammenhang immer wieder genannt:

  • Mönchspfeffer / Keuschlamm (Vitex agnus-castus)



Regelschmerzen


Das Anspannen der Gebärmuttermuskulatur während der Regelblutung kann zu (krampfartigen) Unterleibsschmerzen führen, die meist für maximal 2 Tage auftreten. Teils können Regelschmerzen aber auch von Symptomen wie Rücken- und Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall etc. begleitet sein. Der Grund für die Regelschmerzen liegt vermutlich in einem vergleichsweise hohen Prostaglandinspiegel am Ende des Zyklus. Dass die Konzentration an Prostaglandin am Ende des Zyklus ansteigt, ist zwar normal (löst schliesslich die Regelblutung aus), doch bei Frauen mit starken Regelschmerzen ist dieser in der Regel höher als bei Frauen, die nur gering davon betroffen sind. Häufig werden zur Behandlung Schmerzmittel welche u.a. die Prostaglandin-Produktion hemmen (z.B. Ibuprofen) eingesetzt. Auch beim Einsatz hormoneller Verhütungsmittel wird eine Verminderung der Symptome erreicht. Auch Wärmebäder, Wärmepflaster oder körperliche Aktivitäten sollten dabei hilfreich sein.


Im Zusammenhang mit Regelschmerzen werden auch diverse Pflanzenarten mit krampflösenden Eigenschaften genannt. Nebst der Einnahme aus Tee sind auch Einsalbungen mit Salben / Cremes aus den entsprechenden Pflanzenarten gebräuchlich. Diese werden am Unterbauch mehrmals pro Tag eingerieben.



Wechseljahrsbeschwerden


In der Zeit der Wechseljahre können die hormonellen Veränderungen zu Hitzewallungen, Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen führen. Eine Begleiterscheinung ist häufig auch Osteoporose, also ein verstärkter Abbau von Knochenmasse. Die genauen Mechanismen von Wechseljahresbeschwerden sind bisher nicht geklärt. Man vermutet, dass der sinkende Östrogenspiegel dabei einen grossen Einfluss hat. Zur Linderung der Beschwerden gilt eine Hormonbehandlung (Zugabe von Östrogen) als wirksam, ist jedoch nicht ohne Nebenwirkungen. So kann eine jahrelange Hormonbehandlung das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten oder auch Brustkrebs erhöhen.


Wohl auch gerade deshalb werden für eine möglicherweise Nebenwirkungs-ärmere Therapie immer wieder einige Heilpflanzen genannt, welche sogenannte «Phytoöstrogene» enthalten, d.h. sekundäre Pflanzenstoffe (u.a. Isoflavonoide, Lignane oder Coumestane), die eine strukturelle Ähnlichkeit zum Östrogen aufweisen und damit im Körper an deren Rezeptoren binden können. Man findet Phytoöstrogene vor allem in Hülsenfrüchten und in Getreide, aber auch sonst in vielen Lebensmittel des täglichen Lebens (Sojaprodukte, Bier, Wein, Brokkoli, Pistazien, Sesam, Birne, Aprikose, Karotte, Erdbeeren, Orangen, Oliven, Kürbis, Knoblauch,…).


Phytoöstrogene erfüllen in den Pflanzen oft unterschiedliche Funktionen. Oft handelt es sich dabei um antimikrobielle Stoffe, die der Abwehr von Pilzen und Bakterien dienen. Deren Konzentration steigt oft bei einem Pilzbefall, was u.a. bei der in der Viehwirtschaft eingesetzten Saat-Luzerne beobachtet wird und dabei sogar zu Fruchtbarkeitsschäden bei den Rindern führen kann. Die verschiedenen Phytoöstrogene wirken auf unterschiedliche Weise (docken oft nur an bestimmte Östrogenrezeptoren an) und können teils sogar antiöstrogene Wirkungen (Östrogenrezeptoren werden blockiert) aufweisen. Das Vorhandensein von Phytoöstrogenen in einer Pflanze muss nicht automatisch mit einer in-vivo-Wirkung gegen Wechseljahrbeschwerden einhergehen, da auch die Dosis, Resorption und Bioverfügbarkeit der entsprechenden Stoffe eine wichtige Rolle spielen. Die Erforschung der Phytoöstrogene beim Menschen steckt noch in den Kinderschuhen und man sollte sich deshalb vor voreiligen Schlüssen (z.B. mögliche vorbeugende Wirkung gegen Brustkrebs und weitere vermutete gesundheitliche Vorteile) absehen. Auch sind die langfristigen Risiken einer Langzeittherapie mit hochdosierten Präparaten noch nicht völlig geklärt.


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