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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Wiesen-Klee / Rot-Klee (Trifolium pratense)
Illustration des Wiesen-Klee / Rot-Klee (Trifolium pratense) für die Bestimmung der Art. Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet. Begriffe sind u.a. wechselständig, Blätter 3-zählig, mit weissem "v" auf der Blattoberseite, roter Blütenkopf, usw.

Familie: Hülsenfrüchtler/Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Gattung: Klee (Trifolium)

"Die roten Blütenköpfe sind ab Mai den ganzen Sommer durch nicht nur eine Augenweide, sondern sind auch kulinarisch nutzbar. In neuster Zeit ist, wegen den enthaltenen Phytoöstrogenen, auch eine mögliche Verwendung bei Wechseljahrsbeschwerden in den Fokus geraten."

 

Bestimmungsmerkmale

Fotos

Verwendung

Beschreibung

mögliche Verwechslungen

Bestimmungsmerkmale

Blattanordnung: Grundblätter und wechselständige Stängelblätter


Blätter: 3-zählig; an der Blattscheide eiförmige Nebenblätter mit scharfer Spitze (Granne)

  • Teilblätter / Fiedern: oval bis eiförmig; bis 3cm lang; +/- ganzrandig; meist fein behaart; Oberseite mit charakteristischem weissen «V»


Stängel: 15 bis 40 cm hoch; aufrecht; oft verzweigt; kahl bis behaart


Blüten: kleine Einzelblüten in endständigen, ungestielten bis sehr kurz gestielten, eiförmig bis kugeligen Blütenköpfen angeordnet; Blütenköpfe werden meist von den (etwas länglicheren) oberen Blättern umhüllt; pro Pflanze ca. 1-3 Blütenköpfe; blüht Mai bis Oktober

  • Einzelblüten: längliche, rötliche (selten gelblich bis weissliche) und aufrechte Schmetterlingsblüten; Kelchröhre mit ungleich langen Kelchzähnen und 10 Nerven


Früchte: kleine Hülsenfrüchte, die im Kelch eingebettet sind; pro Frucht 1-2 Samen (die sehr lange keimfähig bleiben)


Zeigerwerte: hell, mässig nährstoffarm bis nährstoffreich, mässig feucht, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: nährstoffreiche Wiesen, Weiden, Gebirgsrasen (bis 3'000 m ü. M.), auf Äckern angebaut als Futterpflanze

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Isoflavonoide, Gerbstoffe, wenig Cumarin,


mögliche Kulinarische Verwendung:





kulinarische Verwendung des Rotklee /Wiesen-Klee: Streckmehl

Verwendung in der Phytotherapie zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben: Die enthaltenen Isoflavonoide haben eine strukturelle Ähnlichkeit zum Östrogen und haben deshalb die Fähigkeit im Körper an dessen Rezeptoren zu binden (man spricht deshalb bei den Isoflavonoiden von «Phytoöstrogenen»). Aus diesem Grund ist der Rotklee in neuerer Zeit, ähnlich wie Soja, in den Fokus einer möglichen Therapie gegen Wechseljahrbeschwerden geraten. Im Handel sind dazu zahlreiche Fertigpräparate (als Nahrungsergänzungsmittel) erhältlich. Mit diesen hochdosierten Extrakten ist die Studienlage, ähnlich wie beim Soja, bisher aber nicht eindeutig und auch mögliche Nebenwirkungen im Zuge einer langfristigen Einnahme hochdosierter Präparate ist nicht vollständig geklärt. So können Phytoöstrogene z.B. genauso Östrogen-Rezeptoren «blockieren» und so den gegenteiligen Effekt haben. Die Verwendung von Phytoöstrogenen bei Wechseljahrsbeschwerden könnte dennoch ein grosses Potential haben, doch deren Erforschung steckt derzeit halt einfach noch in den Kinderschuhen, weshalb man bisher mit eindeutigen Schlussfolgerungen in dieser Thematik vorsichtig sein sollte. Falls in der Familie die Neigung zu hormonbedingten Krebsarten besteht und auch bei Schwangerschaft oder in der Stillzeit, wird derzeit vorsichtshalber von einer Therapie mit hochdosierten Rotklee-Präparaten abgeraten. Nebst einer möglichen Nebenwirkung, dass hochdosierte Rotkleepräparate hormonabhängige Krebsarten begünstigen könnte, wird gleichzeitig, aber auch mögliche vorbeugende Wirkung gegen einzelne Krebsarten diskutiert.

Beschreibung

Spätestens wenn der Wiesenklee ab Mai seine roten Blütenköpfe bildet, ist er auf den Wiesen eine Augenweide. Kulinarisch sind vor allem die Blätter und Blüten beliebt. Die Blüten, die man vom Frühling bis tief in den Herbst hinein vorfindet, sind süsslich und so gehört das Aussaugen der Blütenköpfe bei vielen Leuten zu den schönen Kindheitserinnerungen. Dabei muss allerdings sowohl Tageszeit (am späten Vormittag ist der Gehalt an Nektar am höchsten), als auch die Witterung stimmen (Blütenköpfe sind bei Regenwetter einfach nur fade). Kulinarisch können aber auch die Blätter genutzt werden, welche einen Erbsen-ähnlichen Geschmack aufweisen.


Die Verbreitung der Art erfolgt u.a. vegetativ über unterirdische Ausläufer. Der Wiesenklee hat, wie typisch für die Arten der Schmetterlingsblütler, einen hohen Proteingehalt. Deshalb wird er auch in der Landwirtschaft als Futterpflanze angebaut. Weil er mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff binden kann, ist er auch zur Gründüngung beliebt. Obwohl er damit theoretisch die Fähigkeit besitzt auch mit wenig Nährstoffgehalt im Boden klarzukommen, findet man ihn v.a. an nährstoffreichen Standorten (z.B. Fettwiesen). Der Rotklee findet man nicht nur im Flachland, sondern ist auch als Bergpflanze auf den Bergwiesen und Bergweiden in den Alpen weit verbreitet.


Durch die langen Blüten können nur langrüsselige Insekten, wie gewisse Hummel- oder Schmetterling-Arten an den Nektar gelangen. Erdhummeln verfolgen hingegen  die Strategie, einfach seitlich in die Kronröhre hineinbeissen und so den Nektar von aussen her zu «stehlen». Honigbienen wiederum können zwar nicht an den Nektar, aber immerhin noch an die Pollen gelangen, resp. nutzten teils auch die Bisslöcher der Erdhummeln. Die Funktion des weissen «V» auf den Blättern ist nicht abschliessend geklärt. Nach der einen Theorie könnte es sich um eine optische Tarnung gegen Fressfeinde handeln (die Umrisse der Pflanze sind durch die unregelmässige Farbverteilung schwieriger zu erkennen). Einer anderen Erklärung zufolge könnte der Sinn in der erhöhten Reflexion direkter Sonneneinstrahlung und damit einer Vermeidung von Überhitzung während der Sommermonate liegen.


Die dreiteiligen Blätter wurden im Christentum oft als Symbol für die Dreifaltigkeit gedeutet. Noch heute gilt im Volksglauben der Fund eines (seltenen) vierblättrigen Kleeblattes als glücksbringend. In der traditionellen Volksheilkunde galt der Rotklee zwar bereits als «Frauenkraut» zur Menstruationsförderung, doch die heutzutage beliebt gewordene Verwendung bei Wechseljahrsbeschwerden ist aus historischen Quellen nicht belegt. Vielmehr handelt es sich bei Letzterem um eine moderne Anwendung, nachdem die Wissenschaft begann die Wirkung von Phytoöstrogenen zu untersuchen.

 

mögliche Verwechslungen

Weiss-Klee / Kriechender Klee (Trifolium repens)ungiftig/essbar, ähnliche Verwendung


Der Weissklee sieht dem Rotklee sehr ähnlich, doch der wichtigste Unterschied ist nebst der Blütenfarbe und den fehlenden Stängelblättern auch die Tatsache, dass der Weissklee auch auf trockenen Standorten gut zurechtkommt und ausserdem sehr trittresistent und regenerationsfähig ist. Kein Wunder tritt er so häufig an vielen von Menschen oder Weidetieren begangenen Standorten auf, wie z.B. Parkwiesen oder Dauerweiden. Der Weissklee ist ausserdem salztolerant und kommt so auch in Krautsäumen neben Strassen mit regelmässiger winterlichen Streusalz-Immission zurecht.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • 3-teilige Blätter, Form der Fiedern

  • Oberseite mit weissem «V»

  • runde Blütenköpfe aus kleinen, länglichen Schmetterlingsblüten


Unterschiede (u.a.)

  • Hauptachse kriechend, keine Stängelblätter an den aufrechten Blütentrieben

  • Blätter lang gestielt; Fiedern etwas breiter und fein gezähnt

  • Blüten weiss, deutlich gestielt und nach dem Verblühen nach unten hängend


Verwechslung / Unterscheidungsmerkmale des Weiss-Klee gegenüber dem Rotklee / Wiesen-Klee. Merkmale graphisch übersichtlich dargestellt.


Mittlerer Klee (Trifolium medium) - ungiftig/essbar, ähnliche Verwendung


Der Mittlere Klee tritt im Gegensatz zu Weiss- und Rotklee (die vor allem helle Standorte benötigen) im halbschattigen Bereich auf (unter Hecken, Wegränder, Waldränder, lichte Wälder). Im Gegensatz zum Rotklee meidet er sehr nährstoffreiche Standorte.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • sehr ähnlich wie der Rotklee (u.a. rötliche Blüten und wechselständige Stängelblätter)


Unterschiede (u.a.)

  • Fiedern eilanzettlich, bis 6cm lang; weisses «V» nicht immer vorhanden; Nebenblätter lanzettlich

  • Stängel meist hin- und her gebogen

  • nur ein Blütenkopf pro Pflanze, dieser deutlich gestielt


Verwechslung / Unterscheidungsmerkmale des Mittleren Klees gegenüber dem Rotklee / Wiesen-Klee. Merkmale graphisch übersichtlich dargestellt.


Schwedenklee / Bastard-Klee (Trifolium hybridum) - ungiftig/essbar, ähnliche Verwendung


Diese Art wird Bastard-Klee genannt, da sie in der Erscheinung wie eine Mischung aus Rot- und Weissklee aussieht. Es handelt sich dabei aber nicht um einen Hybriden im genetischen Sinne. Weil die Art sehr proteinreich ist, wird sie teils in der Landwirtschaft als Bestandteil von Klee-Futtermittel-Mischungen angebaut. Dies ist vor allem im Baltikum und in Skandinavien sehr beliebt ist, deshalb der Name «Schwedenklee». Auf feuchten Wiesen ist die Art robuster als der Rotklee.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • 3-teilige Blätter, Form der Fiedern

  • Oberseite mit weissem «V»

  • runde Blütenköpfe aus kleinen, länglichen Schmetterlingsblüten


Unterschiede (u.a.)

  • Pflanze praktisch kahl

  • Fiedern bis 4cm lang und ohne weisses «V»; am Rand fein gezähnt

  • Nebenblätter lang zugespitzt und nur leicht verwachsen

  • Stängel hohl

  • Blütenkopf lang gestielt; ältere Einzelblüten (unten im Blütenkopf) rosa, jüngere Einzelblüten (oben im Blütenkopf) weiss; Einzelblüten deutlich gestielt; Kelchröhre weiss und 5-nervig; zwischen den (grünlich bis roten) Kelchzähnen breite Buchten; blüht Juni bis August

  • Vorkommen an ähnlichen Standorten

 

Verwechslung / Unterscheidungsmerkmale des Schwedenklee gegenüber dem Rotklee / Wiesen-Klee. Merkmale graphisch übersichtlich dargestellt.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen

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