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Giersch (Aegopodium podagraria)

Illustration vom Giersch (Aegopodium podagraria) für die Bestimmung der Art. Die Bestimmungsmerkmale sind graphisch darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet. Begriffe sind u.a. Blätter doppelt-gefiedert, 1. und 2. Fieder-Ebene 3-zählig, Blattstielv-förmig bis 3-eckig (3er-Regel), usw.

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte

Familie: Doldenblütler (Apiaceae), Gattung: Giersch (Aegopodium)

"für die einen im Garten ein lästiges Unkraut - für die Liebhaber Essbarer Wildpflanzen ein sehr würzig-aromatisches Kraut für Salat, Suppe, Pesto und vieles mehr"

 

Bestimmungsmerkmale und Lebensraum

> wie bestimme / erkenne ich den Giersch und wo kommt er vor?


Blattanordnung: früh im Jahr nur grundständige Blätter (treten direkt aus dem Boden aus unterirdischen Ausläufern hervor); ab ca. Mitte Frühling Stängelbildung mit wechselständigen Stängelblättern


Blätter: doppelt-gefiedert; auf beiden Fiederebenen jeweils 3-zählig (Fiedern teils zusammengewachsen); Blattstiel im Querschnitt 3-eckig bis v-förmig; obere Stängelblätter teils nur einfach gefiedert

  • Fiedern / Teilblätter: eiförmig (z.T. herzförmiger Grund), ca. 6cm lang; Rand unregelmässig gesägt; kahl


Stängel: 30 bis 90cm hoch, nicht hohl, kahl


Blüten: In Doppeldolde angeordnet; Dolden ca. 15-25-strahlig; ohne Hüllblätter/Hüllblättchen; 5 weisse (z.T. rosa) und ausgerandete Kronblätter; blüht Mai / Juni (teils auch bis in den Herbst hinein)


Früchte: kahle, länglich-ovale (seitlich abgeflachte), ca. 3mm lange Doppelachäne


Zeigerwerte: schattig, nährstoffreich, feucht, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: Waldwegrand, Waldrand, Hecken, halbschattige Krautsäume, Auenwälder

Fotos

Verwendung​

> Giersch in der Wildkräuterküche verwenden


wichtige Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Flavonoide


Giftigkeit: Der Giersch ist ungiftig / problemlos essbar.


Kulinarische Verwendung

zu den Grundrezepten


Giersch als Heilpflanze / mögliche Heilwirkungen von Giersch / Verwendung in der evidenzbasierten Phytotherapie 

zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben


Giersch gilt generell als harntreibend. Er wurde früher in der traditionellen Volksheilkunde gegen Gicht eingesetzt, hat aber in der modernen Pflanzenheilkunde keine Bedeutung. Genauere, resp. neuere Untersuchungen hierzu fehlen. Ein möglicher Wirkmechanismus könnte der hohe Gehalt an Kaliumsalzen sein, welcher möglicherweise zu erhöhter Flüssigkeitsausscheidung und damit auch zur Ausscheidung von Harnsäure führen könnte.

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Sammelkalender​


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Spannendes über die Art



Bestimmung vom Giersch mit der 3*3-Regel


Der Giersch gehört zwar zur Familie der Doldenblütler, wo es auch giftige Doppelgänger gibt (dessen Blütenstände mit ihren Doppeldolden sehr ähnlich sehen). Anhand seiner Blätter und der Anwendung der 3-er Regel kann der Giersch jedoch sehr sicher bestimmt werden:


  • 1. Blatt in drei Abschnitte unterteilt

  • 2. diese Abschnitte sind wiederum in drei Teilblätter unterteilt

  • 3. der Blattstiel ist dreikantig (bis v-förmig)


Giersch ist eine sehr ausbreitungsfreudige und robuste Art


Da sich der Giersch stark über unterirdische Ausläufer vermehrt, kommt er an seinen Standorten meist in grosser Menge vor (sind teilweise schon fast «Giersch-Felder»). In der Regel findet man den Giersch an Halbschattenstandorten, doch er kann auch mit deutlich weniger Licht auskommen und so im Laubwald auch unter dem Kronendach auftreten, resp. ganze Teppiche ausbilden. Sein Geschmack ist sowohl «Karotten»- als auch «Petersilie»-ähnlich, was ihn zu einem vorzüglichen Wildgemüse macht. Leider wissen das viele Gartenbesitzer/-innen nicht und stempeln ihn zu Unrecht einfach nur als «lästiges Unkraut» ab. Ein Stück weit verständlich ist diese Zuweisung aber allemal, denn bei einer Bekämpfung ist der Giersch tatsächlich sehr robust. Die meisten Herbizide können ihm nichts anhaben und wenn doch, dann regeneriert er sich aus seinen unterirdischen Pflanzenteilen sehr rasch. Ausserdem sind die Samen im Boden noch viele Jahre lang keimfähig.


Kulinarische Nutzung vom Giersch


Teils findet man die Grundblätter auch in milden Wintern. Wer Glück hat, findet beim Ernten junge Rhizome-Abschnitte, die noch nicht verholzt sind und damit roh oder als Gemüse verwendet werden können. Gewisse Quellen warnen wegen dem enthaltenen Falcarinol auf die kulinarische Nutzung der unterirdischen Pflanzenteile. Die Mengen sind allerdings gering, resp. Falcarinol ist auch in anderen Doldenblütler, wie z.B. Karotten, enthalten. Dem Falcarinol wird aufgrund von Tierstudien sogar ein antikanzerogenes und entzündungshemmendes Potential zugeschrieben.

Der lateinische Namen «podagraria» kommt von «Podagra», dem Gichtanfall im Grosszehengrundgelenk, was auf seine frühere volksheilkundliche Verwendung hindeutet.


Youtube-Video über die Bestimmung und Verwendung vom Giersch



 

mögliche Verwechslungen

Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris) - ungiftig / essbar, ähnliche Verwendung


>>> mehr zur Wald-Engelwurz hier in der entsprechenden Pflanzenbeschreibung <<<


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • gehört zur Familie der Doldenblütler (Apiaceae)

  • Vorkommen auf ähnlichen Standorten


Unterschiede (u.a.)

  • meist mehr als 3 Fiedern pro Ebene, z.T. 3-fach gefiedert

  • Blattrand fein gesägt

  • Blattstiel hohl und u-förmig; an den Fiederansätzen mit rotem bis dunkelviolettem Ring

  • Pflanze kann bis zu 3m hoch werden

  • Döldchen kugelig und mit Hüllblättchen

  • Früchte geflügelt

  • Vorkommen auch auf nassen Wiesen und Ufern bzw. weniger nährstoffreichen Standorten


Verwechslung / Unterscheidungsmerkmale der Wald-Engelwurz gegenüber dem Giersch. Merkmale übersichtlich graphisch dargestellt.

zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.

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Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen
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