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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Oregano / Echter Dost (Origanum vulgare)
Illustration des Oregano (Origanum vulgare). Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet. Begriffe sind u.a. kreuzgegenständig, Stängel 4-kantig, usw.

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae), Gattung: Dost (Origanum)

"Ein mediterran angehauchtes Würzkraut für Pizza, Pasta, usw. Man findet ihn v.a. an trocken-sonnigen Standorten."

 

Bestimmung

Blätter: kreuzgegenständig; kurz gestielt; eiförmig, 1-4cm lang, am Ende stumpf; ganzrandig, meist behaart; Blattnerven steil umbiegend, kurz gestielt


Stängel: 20 bis 60 cm hoch; 4-kantig, oben verzweigt; behaart; oft rötlich überlaufen


Blüten: in endständigen halbkugeligen Blütenständen angeordnet; Einzelblüten jeweils aus den Achseln der Tragblätter (Tragblätter = Blätter innerhalb des Blütenstandes); Krone hellrosa; Oberlippe flach; die zwei längeren Staublätter ragen weit aus der Krone; Kelchblätter purpurrot; blüht Juli bis September


Früchte: 4-teilige Klausenfrucht (4 Nüsschen, die unreif zusammengewachsen sind und sich danach voneinander lösen), die in der Kelchröhre eingebettet sind


Zeigerwerte: halbschattig, mässig trocken, mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich, neutral bis basisch


typische Standorte: Trockenwiesen, Weiden, Waldrand, Krautsäume, trockene Ruderalfächen, ruderale Strassen- und Wegränder

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (u.a. Carvacrol, Thymol, Terpinen), Flavonoide, Gerbstoffe (u.a. Rosmarinsäure)


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten


kulinarische Verwendung des Oregano

Verwendung in der Phytotherapie zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben: In der antiken Heilkunde und der Klosterheilkunde wurde der Oregano als Heilmittel bei Verdauungsbeschwerden, Atemwegserkrankungen und zur Menstruationsförderung eingesetzt. Auch wenn gewisse Wirkungen aufgrund der Inhaltsstoffe plausibel sind, gibt es keine HMPC-Monografie. Es ist möglicherweise, aufgrund von Ähnlichkeiten in der Wirkstoff-Zusammensetzung, von ähnlichen pharmakologischen Wirkungen wie beim Echten Thymian auszugehen.

Beschreibung

Der Oregano, ein beliebtes Gewürz aus dem Supermarkt oder dem eigenen Garten, ist nicht einfach nur eine mediterrane Nutzpflanze, sondern auch eine in Mitteleuropa alteingesessene heimische Wildpflanze. Der alte deutsche Namen der Art lautet dabei «Echter Dost». Er besiedelt typischerweise trockene Standorte (meist an Südhängen) auf Wiesen, Weiden, Ruderalflächen oder auch Waldrändern oder Waldlichtungen und kann dabei bis zur Baumgrenze aufsteigen. Typischerweise wächst er dabei auf kalkhaltigem Untergrund. Wenn der Boden zu stark gedüngt wird, dann verdrängen andere Arten den Oregano. Ziegen und Schafe fressen den Oregano auf den Weiden zwar gerne, doch dieser kann sich bei Verbiss rasch wieder regenerieren. Auf Mahd (wo im Gegensatz zum Verbiss alle oberirdischen Pflanzenteile entfernt werden) reagiert der Oregano aber sehr empfindlich. Als Anpassung an die Trockenstandorte wurzelt er sehr tief. Auch sind seine Blätter und Stängel behaart (Reduktion Luftbewegungen und geringere Aufheizung durch Sonneneinstrahlung) und weiter ist der Stängel unten etwas verholzt. All dies führt zu einer geringeren Verdunstungsrate.


Die Ätherischen Öle werden in speziellen Drüsenzellen gebildet und werden an der Blatt- und der Stängeloberfläche freigesetzt. Sie dienen nicht nur als Frassschutz gegen Insekten oder Abwehrstoff gegen Pilze und Bakterien, sondern dienen ebenfalls auch als Hitzeschutz. So kann sich die Pflanze durch das Verdunsten der Ätherischen Öle (aufgrund der dabei entzogenen Verdunstungsenergie) abkühlen, was gleichsam auch mit einer Reduktion des Wasserverlustes einhergeht. Die Blüten sind reich an Nektar und werden vor allem durch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge bestäubt.

Kulinarisch ist der Oregano ein würziges Kraut mit mediterranem Flair. So passt er vor allem als Gewürz zu mediterranen Gerichten, wie Pasta, Pizza, usw. Da sich die Ätherischen Öle bei Hitze rasch verflüchtigen, wird der Oregano erst nach dem Kochen / Backen (oder kurz vor dem Ende) dazugegeben. Der Oregano hat u.a. auch die Bezeichnung «Wilder Majoran», darf aber nicht dem Garten-Majoran (Origanum majorana) verwechselt werden, welcher ebenfalls ein beliebtes mediterranes Gewürz darstellt, bei uns allerdings nur sehr selten in der freien Natur vorkommt.


Im Oregano sah man früher in der Mythologie eine Schutzpflanze. Demnach konnte man sich durch Räuchern mit Oregano vor Dämonen, Hexen oder dem Teufel schützen. Das Kraut gehörte dabei zu den wichtigen Arten der Kräuterweihe zu Maria Himmelfahrt (am 15. August) und auch der Rauhnächte. Klöster oder auch Kirchen nutzten den Oregano als Ersatz zum Weihrauch, wenn dieser gerade knapp war.

 

mögliche Verwechslungen

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zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
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