top of page

 

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Alpen-Gänsekresse (Arabis alpina)
Illustration der Alpen-Gänsekesse (Arabis alpina) für die Bestimmung der Art. Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae), Gattung: Gänsekresse (Arabis)

"eine würzig-scharfe Bergpflanze, perfekt für das Butterbrot auf deiner Wandertour"

 

Bestimmungsmerkmale

Fotos

Verwendung

Beschreibung

mögliche Verwechslungen

Bestimmungsmerkmale

Blätter: Grundblätter und wechselständige Stängelblätter; sternhaarig;

  • Grundblätter: spatelförmig (am Grund lang ausdünnend gestielt), 3 bis 6 cm lang; breit gezähnt

  • Stängelblätter: eiförmig, 1 bis 3 cm lang; mit spitzen Öhrchen stängelumfassend; lang gezähnt


Stängel: 10 bis 30 cm hoch; meist abstehend verzweigt; mit Sternhaaren


Blüten: in endständigen dichten Trauben angeordnet; Einzelblüten mit 4 ovalen, weissen Kronblätter; Blütendurchmesser ca. 1 bis 1.5cm; blüht März bis Oktober


Früchte: kahle, dünne, aufrecht-abstehende Schoten (1.2 bis 2 cm breit)


Zeigerwerte: hell, mässig feucht, nährstoffarm, basisch


typische Standorte: Kalkfelsen, Kalk-Schuttfluren, Lawinenrunsen, Bergwanderwege (Jura, Alpen bis 3'000 m ü. M.)

Fotos

Verwendung

Inhaltsstoffe: Senföl(-glykoside) (u.a. Glucoarabin, Glucotropaeolin, Gluconasturtiin, Glucobrassiscin), Flavonoide, Phenolsäuren


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten


Beschreibung

Die Alpen-Gänsekresse kommt in der Schweiz in 2 Unterarten vor. Zum einen gibt es die Gewöhnliche Alpen-Gänsekresse (subsp. alpina), bei denen die Blätter über 10 Zähne pro Seite aufweisen und die Kronblätter 6-10mm lang sind, andererseits gibt es die Kaukasische Alpen-Gänsekresse (subsp. caucasia), die deutlich grau bis weissfilzig behaart ist, die Blätter jeweils pro Seite nur 2-3 Zähne aufweisen und die Kronblätter 9 bis 18 mm lang sind. Die Kaukasische Alpen-Gänsekresse ist ein Neophyt aus dem Kaukasischen Raum und bevorzugt das wärmere Tiefland, wo sie als Pionierpflanze Ruderalflächen, Felsen und Ufer besiedelt.


Die Gewöhnliche Alpen-Gänsekresse ist hingegen eine Bergpflanze, mit Verbreitung im Jura und den Alpen. Dort besiedelt sie als Pionierpflanze Orte, wo Gräser fernbleiben, wie Schutthalden, Lawinenrunsen, Felsbändern, Moränenwälle und auch Bergwanderwege. Dabei kann sie bis auf eine Höhe von 3'000 m ü. M. aufsteigen. Die Besiedlung dieser extremen Standorte wird erst durch ihre robuste Ausbildung ermöglicht. So bildet sie tiefe Wurzeln und hat Blattrosetten, die äusserst frosthart sind, bzw. auch problemlos unter dem Schnee überdauern können. Durch die dichte Behaarung, u.a. auch mit Sternhaaren, kann die Verdunstung bei starker Sonneneinstrahlung reduziert werden. Sobald an ihren Standorten konkurrenzstärkere Arten eintreffen, verschwindet die Alpen-Gänsekresse, doch in der Zwischenzeit hat sie schon längst neu erschaffene Pionierflächen besiedelt.


Im Jura ist das Vorkommen auf Standorte über Kalk beschränkt, während sie in den Alpen auch bei Untergrund aus Kristallingestein klarkommt. In ihrem Lebenszyklus ist die Art sehr flexibel. Meist keimt sie im Spätsommer / Herbst und überwintert dann als Grundrosette. Bei Kälte und Schneebedeckung erfolgt zwar keine Photosynthese, doch sobald die Schneeschmelze voranschreitet (was je nach Höhenlage von März bis Juli der Fall ist), werden neue Blätter und Stängel mit Blüten gebildet. Bereits wenige Wochen nach der Schneeschmelze werden dann die ersten reifen Samen verbreitet. In den tieferen Lagen, mit längerer Vegetationszeit, blüht die Art oft noch ein zweites Mal im Spätsommer. Nach der Samenverbreitung kann die Pflanze entweder absterben oder sie zieht sich ins Rhizom zurück und es werden kurz danach wieder neue Rosetten, die einen neuem Zyklus durchlaufen, gebildet.


Die Alpen-Gänsekresse gehört eher zu den weniger bekannten Essbaren Wildpflanzen. Als würziges Kraut ist es jedoch die ideale Zutat, um bei der Wandung in den Alpen oder im Jura sein Butterbrot geschmacklich aufzuwerten In einigen Regionen der Alpen hat ihre kulinarische Verwendung aber durchaus auch eine traditionelle Bedeutung. Die Geschmacksstoffe (Senföle) verflüchtigen sich beim Kochen oder Trocknen, wodurch das Kraut roh und frisch verwendet werden sollte. Bei Kochgerichten wird es erst ganz am Schluss dazugegeben.

 

mögliche Verwechslungen

Bewimperte Gänsekresse (Arabis ciliata) - essbar / ungiftig, ähnliche Verwendung


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Rosettenblätter spatelförmig und grob gezähnt

  • Stängelblätter sitzend und umfassend

  • Bergpflanze


Unterschiede (u.a.)

  • Rosettenblätter nur 1.5 bis 2.5 cm lang

  • Stängelblätter länglicher, fast ganzrandig, den Stängel maximal 1/3 umfassend und ohne Öhrchen

  • Blätter und Stängel nebst Sternhaare auch mit Gabelhaare und einfache Haare; kann auch fast kahl sein

  • Blütendurchmesser nur 0.5 bis 0.8 cm

  • Vorkommen auch auf Magerwiesen und Weiden

 

Rauhaar Gänsekresse (Arabis hirsuta aggr.) - essbar / ungiftig, ähnliche Verwendung


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Rosettenblätter spatelförmig und grob gezähnt

  • Stängelblätter sitzend und umfassend mit Öhrchen

  • Bergpflanze


Unterschiede (u.a.)

  • Stängelblätter länglicher, nicht so lang gezähnt; den Stängel maximal 1/2 umfassend

  • Stängel sehr dicht beblättert (oft überdeckend)

  • Blätter und Stängel ohne Sternhaare, stattdessen Gabelhaare und einfache Haare; kann auch fast kahl sein


das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

teile diesen wertvollen Content:   

Bestimmungsmerkmale
Fotos
Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen

folge erdflow auf Social-Media:

400PngdpiLogo.png

©2021 erdflow. Erstellt mit Wix.com

Outdoor.jpg
bottom of page