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Pastinak (Pastinaca sativa) - Wildform

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte
Familie: Doldenblütler (Apiaceae), Gattung: Pastinak (Pastinaca)
"Ein altes aromatisches Kulturgemüse. Die Art hat eine Wildform, die man bei uns in Mitteleuropa teils an ruderalen Standorten antrifft."
Bestimmungsmerkmale und Lebensraum
> wie bestimme / erkenne ich den wilden Pastinak und wo kommt er vor?
Lebenszyklus: bildet im 1. Jahr und früh im 2. Jahr erst eine Grundrosette. Im Spätfrühling erscheint dann der aufrechte Stängel (mit wechselständigen Blättern) und endständigen Blütenständen.
Blätter:1-fach gefiedert, 7-15-zählig; Fiedern eiförmig bis eilanzettlich, 3 bis 8 cm lang, unregelmässig grob gezähnt und jeweils mit 1-3 tiefen Einschnitten; Endfieder tief 3-teilig eingeschnitten; behaart; OS glänzend; deutlicher Möhrengeruch
Stängel: 0.3 bis 1 m hoch (teils auch bis 2.5 m); rau behaart
Blüten: Einzelblüten in endständigen Doppeldolden angeordnet; Doppeldolden jeweils mit 5 bis 20 Döldchen; 0 bis 2 Hüllblätter / Hüllblättchen; Kronblätter grünlich-gelb; blüht Juli / August
Früchte: oval, ca. 5 bis 7mm lang; flach; randliche Rippen geflügelt
Zeigerwerte: hell, frisch (Feuchtigkeit mässig wechselnd), mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich, neutral bis basisch
typische Standorte: Ruderalflächen, ruderale Wegränder, trockene Wiesen
Fotos




als Blütenstand

als Blütenstand

rau behaart

und randlich geflügelt
Verwendung
> den wilden Pastinak in der Wildkräuterküche verwenden
wichtige Inhaltsstoffe (u.a.): Ätherische Öle, Spuren von Furocumarinen, in den Wurzeln Inulin
Giftigkeit: Die wilde Pastinak ist grundsätzlich ungiftig / essbar. Allerdings muss (abhängig vom Wetter) die Phototoxizität beachtet werden.
Kulinarische Verwendung
Blätter (aromatisch bis würzig > mehr dazu): Salat,, Beigabe im Salat, Gewürz, Kräutersalz, Kräuterbutter, Kräuterquark, Aufstriche, Suppe, Pesto, Sauce
Blütenstände im Knospenstadium (aromatisch, mild): Gemüse (à la Broccoli)
Blüten (würzig > mehr dazu): essbare Dekoration, Gewürz
Früchte (würzig > mehr dazu): Gewürz
Wurzel (aromatisch, herb): vom Herbst des 1. Jahres bis zur Stängelbildung im Frühling des 2. Jahres roh als Snack oder Gemüse (danach verholzt die Wurzel); Streckmehl oder Wurzelkaffee ist auch nach der Stängelbildung (mit den etwas faserigen Wurzeln) noch möglich.

Sammelkalender


Spannendes über die Art
Lebensraum und Lebenszyklus vom Pastinak
Der Pastinak hat ein weites Verbreitungsgebiet, welches sich von fast ganz Europa, über den Kaukasus bis in den Nahem Osten erstreckt. Es handelt sich dabei um eine Steppen- und Ruderalpflanze. In Mitteleuropa wächst die Art vor allem auf trockenen Ruderalflächen, ruderalen Wegrändern, bzw. trockenen Krautsäumen und Trockenwiesen. Die Art ist zweijährig. Wie für 2-jährige Doldenblütler typisch, lohnt es sich, die Pfahlwurzel vom Herbst des 1. Jahres bis zum Zeitpunkt der Stängelbildung im Spätfrühling des 2. Jahres zu ernten (danach verholzt sie).
Pastinak war früher das beliebteste Kulturgemüse
Die Nutzung von Pastinak als Gemüse ist bereits in der Antike schriftlich dokumentiert. Ab dem Mittelalter begann man dann mit der Züchtung und es entstanden mit der Zeit Kulturformen, die grössere Wurzeln, bzw. einen milderen und süsseren Geschmack aufweisen. Über eine lange Zeit war der Pastinak dann das Standart-Wurzelgemüse, denn er ist anspruchslos, nur gering krankheitsanfällig, resistent gegen Trockenheit und frosthart. Weiter sind die geernteten Wurzeln nicht nur kalorienreich, sondern auch gut lagerbar. Seit der Einführung des Kartoffelanbaus im 18. Jahrhundert ist die Bedeutung dann aber stark zurückgegangen, denn Kartoffelknollen wachsen deutlich schneller. Auch die ungefähr zur gleichen Zeit zunehmend beliebter werdende Karotte machte dem Pastinak Konkurrenz.
Unterarten vom Pastinak
Es gibt drei Unterarten (Gewöhnlicher- subsp. sativa, Wald- subsp. sylvestris und Brennender- subsp. urens):
subsp. sativa: Fiedern schmal und spitz und am Grund oft keilförmig, Pflanze nur leicht behaart bis kahl, Stängel scharfkantig gefurcht
subsp. sylvestris: Fiedern breit und stumpf, Grund oft etwas herzförmig, Stängel kantig gefurcht
subsp. urens: Fiedern breit und stumpf, Grund oft etwas herzförmig, Stängel rund bis schwach gefurcht, nur 5-7 Döldchen pro Dolde
Am häufigsten tritt der Gewöhnliche Pastinak auf. Aus diesem ging auch die als Gemüse angebaute Kulturform «Pastinaca sativa subsp. sativa var. sativa» hervor.
Youtube-Video über den Pastinak
mögliche Verwechslungen
mit der Grossen Bibernelle (mehr dazu hier)

zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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