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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Meisterwurz (Peucedanum ostruthium)

Illustration des Gundermann (Imperatoria ostruthium). Die Bestimmungsmerkmale sind graphisch darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte

Familie: Doldenblütler (Apiaceae), Gattung: Haarstrang (Peucedanum)

"Ein würziges Bergkraut, welches sich perfekt für kulinarische Höhenflüge auf Wanderungen in den Alpen eignet. Die Erscheinung der Blätter erinnert dabei etwas an den Giersch."

 

Bestimmungsmerkmale und Lebensraum

 > wie bestimme / erkenne ich Meisterwurz und wo kommt die Art vor?


Blätter: wechselständig; 10 bis 30 cm lang; 2-fach gefiedert; auf beiden Ebenen jeweils 3-zählig; Tiefe der Fiedertrennungen unregelmässig, Fiedern 2. Ordnung meist nicht vollständig getrennt; Rand der Fiedern unregelmässig spitz gesägt; stark schuppiges Blattmuster; US meist behaart


Stängel: 40 bis 100 cm hoch; kahl


Blüten: Einzelblüten in endständigen Doppeldolden angeordnet; Doppeldolden ca. 50-strahlig; ohne Hüllblätter; wenige Hüllblättchen; 5 weisse bis rötliche Kronblätter; blüht Juli bis August


Früchte: runde und flache Doppelachäne; 4 bis 5mm lang; randliche Rippen breit geflügelt


Zeigerwerte: halbschattig, mässig feucht, nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: Hochstaudenfluren, Bergbäche (in den Alpen ab ca. 1'400 m ü. M.)

Fotos

Verwendung​

> Meisterwurz in der Wildkräuterküche und als Heilpflanze verwenden


wichtige Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (u.a. alpha-Pinen, Beta-Pinen, Sabinen…), Cumarine-Derivate (u.a. Ostruthin), Furocumarine (u.a. Ostruthol)


Giftigkeit: Meisterwurz ist ungiftig / problemlos essbar.


Kulinarische Verwendung

zu den Grundrezepten


Meisterwurz als Heilpflanze / Heilwirkungen von Meisterwurz / Verwendung in der Phytotherapie 

zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben


Das Rhizom vom Meisterwurz wurde volksheilkundlich als Allerheilsmittel bei diversen Beschwerden, d.h. von Verdauungsproblemen, über Atemwegsbeschwerden, Fieber, Herz-Kreislauf, Hautprobleme, usw. eingesetzt. In der modernen Phytotherapie wurde ihm aber bisher keine grosse Beachtung geschenkt, weder in Phytotherapiebüchern, noch von HMPC / ESCOP. Laborstudien zeigen entzündungshemmende Wirkungen, wobei insbesondere das enthaltene Ostruthin von Interesse ist, welches isoliert auch antimikrobielle Effekte zeigt. Weiter weisen Tierversuche auf eine Förderung der Wundheilung hin (siehe Zwirchmaier et al. 2023 - Biochemometry identifies ostruthin as pluripotent antimicrobial and anthelmintic agent from masterwort, Danna et al. 2022 - Anti-Inflammatory and Wound Healing Properties of Leaf and Rhizome Extracts from the Medicinal Plant Peucedanum ostruthium (L.)W. D. J. Koch 2022 und Chen et al. - Ultrasound-assisted extraction of Peucedanum ostruthium leaves: a feasible alternative to rhizomes for industrial applications). Es könnte durchaus möglich sein, dass Meisterwurz eine wissenschaftlich unterschätzte Heilpflanze ist, die es bisher nicht aus den Alpen in die grosse weite Welt geschafft hat.


kulinarische Verwendungen vom Meisteruwrz (Peucedanum ostruthium): Salat und Tee

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Sammelkalender​


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Spannendes über die Art

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Der Meisterwurz ist eine wahre Meister-Bergpflanze. Er wächst hauptsächlich in den Alpen, den nördlichen Apenninen und in den Karpaten. Auch einzelne Vorkommen in den mitteleuropäischen Mittelgebirgen sind dokumentiert. Im Jura kommt der Meisterwurz jedoch nicht vor. In den Alpen findet man ihn ab ca. 1'400 m ü. M. bis weit über die Baumgrenze. Dort besiedelt er Hochstaudenfluren, Bachränder, feuchte bis nasse Rinnen / Wiesenabschnitte und oft auch schattige Stellen unterhalb von Felswänden. Er profitiert als nährstoffliebende Pflanze auch von der Alpwirtschaft, doch da er nicht besonders trittfest ist, ist er kein typisches Kraut von Lägerfluren.


Im Alpenraum wurde das Rhizom vom Meisterwurz traditionell als Hausmittel für allerlei Beschwerden eingesetzt. Man sprach ihm auch eine Schutzwirkung gegen böse Einflüsse wie Dämonen, Unglück, etc. zu. Im Alpenraum wurde er daher geräuchert, resp. die Wurzel (die vom Aussehen etwas Menschen-ähnliches hat) wurde auch als Amulett getragen. Man sah in der Pflanze generell eine starke und wirksame Kraft, weshalb man ihr dann auch den Namen «Meisterwurz» (bzw. den alten lateinischen Begriff Imperatoria) verlieh.


Kulinarisch ist es eine sehr aromatische bis würzige Pflanze, die sich perfekt für den Kräuterbutter oder den Tee während der Bergwanderung eignet. Die «Samen» erinnern etwas an den Wiesen-Bärenklau, sind jedoch viel kleiner. Sie sind im Geschmack durch und durch würzig.


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mögliche Verwechslungen

mit dem Giersch.


zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.

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Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
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