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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Barbarakraut / Winterkresse (Barbarea vulgaris)
Illustration des Barbarakrautes / Winterkesse (Barbarea vulgaris) für die Bestimmung der Art. Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae), Gattung: Winterkresse (Barbarea)

"ein scharfes Gewürz-Kraut, dessen Grundrosetten uns auch im Winter zur Verfügung stehen"

 

Bestimmungsmerkmale

Fotos

Verwendung

Beschreibung

mögliche Verwechslungen

Bestimmungsmerkmale

Blattanordnung: In Grundrosette angeordnet; während der Blüte- und Fruchtzeit ist auch ein Stängel mit wechselständigen Stängelblättern vorhanden


Blätter: kahl, dunkelgrün-glänzend

  • Grundblätter: gestielt; bis 15m lang; leierförmig, mit ca. 1 bis 4 Lappen pro Seite und einem grösseren Endlappen (der aber kürzer als der Rest des Blattes ist); Lappen meist etwas gewellt

  • Stängelblätter: ähnlich wie Grundblätter, jedoch gegen oben zunehmend ungeteilt (stattdessen gebuchtet bis grob gezähnt) und umfassend (mit abstehenden Blatt-Öhrchen)


Stängel: bis 90 cm hoch; kantig bis gefurcht; verzweigt bis unverzweigt; kahl


Blüten: gelbe Einzelblüten an den Stängelenden in dichten Trauben angeordnet; blüht Mai bis Juli

Früchte: dünne, 4-kantige Schote; 1.5 bis 2 cm lang; am Grund mit kurzem Stiel, der ca. halb so dick ist wie die Frucht; ca. 2 bis 3 mm langer Griffelrest am Ende der Frucht


Zeigerwerte: hell, feucht (Feuchtigkeit stark wechselnd), nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: Ruderalflächen, ruderale Weg- und Kiesstrassenränder, Gräben, Bachufer

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Senfölglykoside (v.a. Glucobarbarin, Gluconasturtiin, Sinigrin,…), Saponine


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten


Beschreibung

Das Barbarakraut ist eine typische Pionierpflanze, die gestörte Flächen, wie z.B. Ruderalstellen, Ackerränder oder Weg- und Kiestrassen-Ränder besiedeln. Die Standorte müssend dabei halbschattig bis sonnig, aber auch periodisch frisch bis feucht sein. Überflutung und Staunässe wird jedoch gemieden. Man findet das Barbarakraut v.a. am Rand von Wegen und Kiestrassen, bzw. dies bevorzugt in Gräben, resp. auf der etwas feuchteren Talseite (wo das Niederschlagswasser abfliesst).


Der Namen «Winterkresse» deutet bereits darauf hin, dass es sich bei dieser Pflanze um eine Essbare Wildpflanze handelt, die uns auch im Winter zur Verfügung steht. Tatsächlich bildet die Art Grundrosetten, die den Winter überdauern. In dieser Zeit ist (ohne Hochstauden oder Gräser) die Lichtkonkurrenz für die Photosynthese deutlich kleiner und im Gegensatz zum Sommer (wo an Ruderalstellen oft Austrocknung ein Thema ist) die Wasserverfügbarkeit sichergestellt. Die Grundblätter sind ziemlich frosthart und überstehen problemlos tiefe Frost-Temperaturen, resp. Photosynthese kann bereits ab 2 bis 5°C betrieben. Die Samen keimen im Spätsommer bis Frühherbst, sobald der Boden wieder etwas feuchter wird und bildet dann erst mal nur die Grundrosetten, die dann auch überwintern. Im Frühling treiben dann die Stängel aus, bei denen an jedem Verzweigungs-Ende jeweils ein Blütenstand hervorgeht. Im Sommer, nach der Verbreitung der Samen, stirbt Pflanze.


Die Blüten produzieren reichlich Nektar und werden vor allem von Wildbienen, Honigbienen, Fliegen und Käfern bestäubt. Auch Selbstbestäubung ist möglich. Die Blüten schliessen sich bereits nach 1 bis 2 Tagen, ehe sich daraus die Schote zu entwickeln beginnt. Die Samen sind dann ab ca. Frühsommer reif und zu diesem Zeitpunkt öffnet sich die Schote. Die Samen fallen dann mit der Schwerkraft auf den Boden und werden dann teils noch etwas mit dem Wind oder dem Regenwasser, resp. an Tierhufen, Schuhsohlen oder Fahrzeuge fortgetragen. Diese Mechanismen mit kurzer Verbreitungsdistanz führt dazu, dass sich die Art oft schrittweise auf einer Linie entlang eines Grabens oder Wegrandes ausbreitet.


Der Zeit-Name «Barbarakraut» stammt von der «Heiligen Barbara», einer christlichen Märtyrerin, die auch Schutzpatronin der Bergleute gilt. Die Verknüpfung hat wahrscheinlich damit zu tun, dass die Winterkresse eines der wenigen Wildkräuter ist, welches man an ihrem Gedenktag, dem Barbaratag vom 4. Dezember, draussen vorfindet. Kulinarisch handelt es sich um eine typische scharfe Kreuzblütler-Würzpflanze, dessen Schärfe und kresseartiger Geschmack von den enthaltenen Senfölglykosiden stammt. Das Barbarakraut wurde früher nicht nur in Salaten, sondern auch kurz (1 bis 2 min) blanchiert als winterliches Kochgemüse verwendet, wodurch der würzige Geschmack und die Schärfe stark abgemildert werden, bzw. sich eine leicht nussige (spinatähnliche) Note entfaltet.

 

mögliche Verwechslungen

Eine Verwechslung ist z.B. mit anderen Arten aus der Gattung der Winterkressen möglich, wie z.B. der Frühlings-, Mittleren- oder der Steifem Winterkresse. Diese können alle analog kulinarisch verwendet werden.


  • Frühlings-Winterkresse (Barbarea verna): Grundblätter mit 5 bis 10 Fiederpaaren; Endlappen kurz; auch obere Stängelblätter bis über die Mitte eingeschnitten; Kronblätter etwas grösser; Schoten etwas gekrümmt und nur leicht breiter als der Stiel


  • Mittlere Winterkresse (Barbarea intermedia): Grundblätter auch mit ca. 2 bis 5 Fiederpaaren; auch obere Stängelblätter bis über die Mitte eingeschnitten; Kronblätter etwas kleiner; Schoten nur leicht breiter als der Stiel


  • Steife Winterkresse (Barbarea stricta): Grundblätter auch mit maximal 2 Fiederpaaren; Endlappen länger als der Rest des Blattes; Kelchblätter am Ende kurz behaart; Schoten nur leicht breiter als der Stiel und dem Stängel angedrückt


Im Grundrosettenstadium könnte das Barbarakraut auch mit Schaumkräutern (Gattung Cardamine) verwechselt werden. Denn auch Schaumkräuter bilden sehr oft über den Winter Grundrosetten mit Fiederblättern und einem in der Regel grösseren Endlappen aus. Ebenso ist der Geschmack senf- bis kresseartig scharf. Meist sind die Blätter der Schaumkräuter jedoch deutlich kleiner (2 bis 8 cm), kann aber im Extremfall auch Grössen wie beim Barabarakraut erreichen. Ein weiterer Unterschied der Schaumkräuter ist, dass die Blattoberfläche in der Regel nicht so stark glänzt. Auch die Behaarung der Blätter kann ein Kriterium sein, denn Blätter des Barbarakrautes sind kahl (oder haben höchsten einzelne mikroskopisch kleine Haare), während Schaumkräuter auch behaart sein können. Eine Verwechslung ist zum Glück nicht tragisch, da Schaumkräuter ungiftig sind, resp. analog kulinarisch genutzt werden können.


  • Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis): Dessen Grundblätter sind zwar in der Regel kleiner, können manchmal aber auch die Grössen vom Barbarakraut erreichen. Anders als bei den Stängelblättern, haben die Grundblätter des Wiesen-Schaumkrautes, wie beim Barabarakraut, nur 1 bis 3 Fiederpaare und einen grösseren Endlappen. Doch dieser Endlappen kommt beim Wiesen-Schaumkraut in der Regel etwas breiter daher. Ausserdem finden sich auf den Blättern des Wiesen-Schaumkrautes am Blattrand abstehende Haare, resp. wenig davon auch auf der Blattfläche.



Eine weitere Verwechslung im Grundrosetten-Stadium ist womöglich mit der Brunnenkresse (Nasturtium officinale) möglich. Die Brunnenkresse bildet keine Grundrosette, hat aber kriechende Stängel, dessen Grundblätter etwas an eine Grundrosette erinnern. Bei der Brunnenkresse kann die Blattoberfläche matt bis glänzend sein und die Farbe von hellgrün, gelbgrün bis dunkelgrün schwanken



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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
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