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Wiesen- / Schlangenknöterich (Polygonum bistorta)

Illustration des Wiesen-Knötereichs / Schlangenknöterichs (Polygonum bistorta). Die Bestimmungsmerkmalen sind graphisch übersichtlich darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet. Begriffe sind u.a.: Blätter eilanzettlich mit lang geflügeltem Stiel, Unterseite blaugrün, Blattrand ganzrandig, Blattanordnung wechselständig, Blüten rosa, in dichter Ähre am Ende des Stängels, usw

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte

Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae), Gattung: Knöterich (Polygonum)

"Die etwas säuerlichen Blätter sind gut im Salat oder als Wildspinat geeignet. Die stärkehaltigen Rhizome sind hingegen sehr Gerbstoff-reich."

 

Bestimmungsmerkmale und Lebensraum

> wie bestimme ich den Wiesen-Knöterich und wo kommt er vor ?


Blätter: lockere Grundrosette und wenige wechselständige Stängelblätter; untere Blätter mit geflügeltem Blattstiel, obere Blätter sitzend; eilanzettlich, bis 20cm lang, am Grund leicht herzförmig bis gestutzt; Blattrand ganzrandig bis gewellt; kahl; US blaugrün und mit hellem Mittelnerv; stark verästelte Seitennerven


Stängel: 30-80cm hoch; unverzweigt


Blüten: Einzelblüten rosa bis rot und ca. 5mm lang; in endständiger, dichter und bis zu 2cm dicker Ähre angeordnet; blüht Mai bis Juli


Früchte: dunkelbraune, 3-kantige, ca. 5mm lange Nussfrucht, die von den Perigonblättern umhüllt wird


Zeigerwerte: halbschattig, sehr feucht, nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: nährstoffreiche, feuchte Wiesen in höheren Lagen (im Mittelland selten)

Fotos

Verwendung​

> Wiesen-Knöterich in der Wildkräuterküche verwenden


wichtige Inhaltsstoffe: Oxalsäure, Flavonoide; in den Rhizomen hoher Gerbstoff-Gehalt


*Giftigkeit: Grundsätzlich ist der Wiesen-Knöterich ungiftig / essbar. Wegen der enthaltenen Oxalsäure sollte der Wiesen-Knöterich jedoch weder in extrem hohen Mengen, noch ständig täglich über längere Zeit verzehrt werden.


Kulinarische Verwendung*

zu den Grundrezepten



  • Rhizom (nussig, stark adstringierend > mehr dazu): getrocknet und vermahlen als Streckmehl; als Gemüse oder in Scheiben geschnitten frittiert zu Chips. Wegen dem hohen Gerbstoffgehalt (ca. 15-20%) lohnt es sich die Wurzel vorgängig in Scheiben zu schneiden und über Nacht zu wässern (Gerbstoff-Gehalt aber auch dann immer noch hoch).



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Sammelkalender​


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Spannendes über die Art


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Lebensraum vom Wiesen-Knöterich


Der Wiesen-Knöterich kommt teils auch im Tiefland vor, doch sein Verbreitungsschwerpunkt hat er definitiv in den etwas erhöhten Lagen von Hügelgebieten, Mittelgebirge (u.a. Jura, Schwarzwald, usw.) oder Alpen bis hoch zur Baumgrenze. Dort besiedelt die Art typischerweise nährstoffreiche Feuchtwiesen und kann dort auch sehr massenhaft vertreten sein. Dies jedoch nur, falls die Wiese nicht zu intensiv genutzt wird, d.h. ein zu frühes Mähen oder mehrmalige Schnitte pro Jahr verträgt er nur schlecht. Am optimalsten ist jeweils ein später Schnitt pro Jahr. Trittbelastung z.B. durch Tiere vertragen die eher weichen Blätter nur schlecht.


Bestäubung der Blüten vom Wiesen-Knöterich


Im Frühsommer, wenn die Art blüht, fallen auf extensiv genutzten, feuchten Berg- und Hügel-Wiesen die schönen rosa Blütenähren vom Wiesen-Knöterich rasch auf. Diese bilden klebrigen Pollen, der von zahlreichen Insekten gesammelt wird und auch etwas Nektar ist in den Blüten vorhanden. Um Selbstbestäubung zu verhindern sind die Blüten ausserdem vormännlich, d.h. erst reifen die männlichen Blütenorgane (Staubblätter) und die weiblichen Blütenorgane (Fruchtblätter) folgen dann etwas später.


Die Rhizome sind tatsächlich schlangenförmig


Der Zweitname dieser Art «Schlangenknöterich» kommt davon, dass die Pflanzen ein dickes unterirdisches Rhizom aufweisen, welches «s-förmig» gebogen ist. Auch der lateinische Name «bistorta», was so viel bedeutet wie «zweimal gebogen», weist auf dieses Charakteristika hin. Das Rhizom dient u.a. der Speicherung von Stärke und Nährstoffen, so dass die Blätter bereits sehr früh im Jahr (meist im März bzw. in montanen Lagen April) mit ihren grossen Blättern austreiben können. Damit werden die anderen Pflanzen auf der Wiese in den Schatten gestellt was ihm so (zumindest temporär) einen Konkurrenzvorteil verschafft.


Mit den Rhizomen kann sich die Art ausserdem auch vegetativ vermehren, indem diese konstant in die Länge wachen, dabei gelegentlich neue aufrechte Triebe bildet und die alten Rhizomverbindungen mit der Zeit zerfallen. Der ganze Prozess des Rhizomwachstums ist beim Wiesen-Knöterich jedoch sehr langsam (0.2 cm / Jahr), dafür sind die Rhizome aber selbst sehr robust und langlebig.


Verwendung der Rhizome vom Wiesenknöterich kulinarisch, als Survivalpflanze und als Heilpflanze


Die Rhizome werden gelegentlich in der Survivalliteratur als Survivalnahrung erwähnt. Grundsätzlich ist das nicht verkehrt, denn diese sind nicht nur Stärke-reich, sondern wie erwähnt an geeigneten Stellen auch massehaft vorhanden. Der Haken ist jedoch der hohe Gerbstoff-Gehalt, der durchaus mit Eicheln zu vergleichen ist. Diese Gerbstoffe sind im Mund nicht nur unangenehm zusammenziehend, sondern können auch (in grösseren Mengen verzehrt) zu Verdauungsproblemen führen. Daher müssen die Rhizome vor dem Verzehr in Scheiben geschnitten werden und danach ähnlich wie die Eicheln gewässert werden, um damit die Gerbstoffe herauszulösen.


Die Rhizome wurden früher auch für typische Gerbstoff-Heilanwendungen verwendet, wie z.B. bei Durchfall, zur Blutstillung, bei Hautentzündungen, usw. Es wurde früher auch zur Behandlung von Schlangenbissen empfohlen, indem es angeblich «das Gift aus der Wunde ziehen würde». Das Heilsversprechen basiert dabei jedoch vermutlich auf die Signaturenlehre. Bei diesem Konzept wird postuliert, dass man mit den äusserlichen Merkmalen der Pflanze auf entsprechende Heilwirkungen schliessen könne. Wichtig: Es wissenschaftlich keine Hinweise oder belastbare Nachweise für eine Wirkung als Schlangen-Gegengift !


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mögliche Verwechslungen


zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.

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Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
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