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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Robinie (Robinia pseudoacacia)
Illustration der Robinie (Robinia pseudoacacia) für die Bestimmung der Art. Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Hülsenfrüchtler/Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Gattung: Robinien (Robinie)

"Die Art ist giftig, mit Ausnahme der Blüten. Diese duften sehr intensiv bzw. angenehm Honig-artig und eignen sich deshalb perfekt für Sirup, Gelée, usw."

 

Bestimmung

Habitus: Baum bis 25m Höhe


Blätter: wechselständig; gefiedert; bis 19-zählig

  • Fiedern: oval, 2 bis 5 cm lang; ganzrandig; kahl; OS mit unscharfen dunkelgrünen Blattnerven; US graugrün


Äste / Stamm: braun, tief-längsrissig; junge Zweige mit 3 cm langen, rotbraunen Nebenblattdornen


Blüten: intensiv und angenehm duftende weisse (am Grund gelb-grüne) Schmetterlingsblüten;  20 bis 50 Einzelblüten in hängenden Trauben angeordnet; blüht Mai / Juni


Früchte: braune Hülsenfrucht, mit ca. 4-12 Samen; 4 bis 10 cm lang


Zeigerwerte: halbschattig, frisch, nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: lichte Wälder, Pionierpflanze auf Schuttplätzen, Dämme und in Auenwäldern

 

 

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Isoflavonoide, Flavonoide, Ätherische Öle, Lektine, Toxalbumine (v.a. Robin und Phasin)


*Giftigkeit: Blätter, Rinde, Wurzeln und Früchte sind durch die enthaltenen Toxalbumine giftig! Die Blüten sind hingegen ungiftig und essbar


mögliche Kulinarische Verwendung*: zu den Grundrezepten


kulinarische Verwendung der Robinienblüten: Sirup, Gelée, im Bierteig ausgebacken und dann frittiert.

Beschreibung

Die Robinie ist ein Neophyt, der ursprünglich aus Nordamerika (Raum Appalachen) stammt und im 17. Jahrhundert in Europa eingeführt wurde. Die Art kann sich auf Freiflächen rasch ausbreiten und zwar nicht nur über die Früchte, sondern auch vegetativ über die Wurzeln. Als Schmetterlingsblütler besitzt die Robinie die ausserdem die Fähigkeit zur Fixierung von Luftstickstoff, indem sie an den Wurzeln mit Knöllchenbakterien eine Symbiose eingeht. Durch diese Eigenschaften kann die Robinie nicht nur rasch diverse heimische Arten verdrängen, sondern auch die Eigenschaften des Bodens durch Gründüngung nachhaltig verändern. Die Robinie gilt deshalb in der Schweiz als Neophyt der invasiven Sorte. Bei der Bekämpfung der Robinie reicht wegen ihrer starken Neigung zum Stockausschlag eine einfache Fällung nicht. Besser ist eine vorangegangene Ringelung.


In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet, im Nordosten der USA, ist die Robinie als Pionierbaum sehr konkurrenzschwach, d.h. sie breitet nach einem Kahlschlag. / Waldbrand zwar sehr rasch aus, wird jedoch 20 bis 30 Jahren später von anderen Baumarten überwachsen. In Europa bleiben die Robinien (v.a. auf trockenem Boden) gegenüber den anderen Baumarten jedoch deutlich länger konkurrenzfähig. Im geschlossenen Wald bildet sie im Unterholz jedoch kaum Nachwuchs, es sei denn der Wald wird durch regelmässige Rodungen ständig aufgelichtet.


Die Pflanze ist giftig. Verantwortlich sind Toxalbumine. Diese wirken hemmend auf die Proteinsynthese, was zu Zellschädigungen und Zelltod führen kann. Die Blüten stellen eine Ausnahme dar: Sie haben einen hohen Nektaranteil und duften sehr angenehm. Die Blüten werden auch gerne von Insekten besucht. Werden die Robinienblüten als Bienenweide genutzt, wird der dabei gewonnen Honig auch «Akazienhonig» genannt. Mit den Akazien, die teilweise ähnliche äusserliche Eigenschaften aufweisen, ist die Robinie jedoch nicht direkt verwandt. Das Robinienholz ist perfekt geeignet für den Ausseneinsatz, denn es ist sehr widerstandsfähig und ausserdem biegefest und hart. Es ist im Ausseneinsatz auch ohne chemische Konservierungsmittel sehr witterungsbeständig und deshalb ideales Rohmaterial für Kinderspielplatzgeräte oder Gartenmöbel.


Der Blattaustrieb erfolgt relativ spät, d.h. ca. Ende April bis Anfang Juni, was die Gefahr von Frostschäden vermindert. Während der Blütezeit sind die Bäume dann (zumindest an sonnigen Standorten) meist sehr reich an Blütenständen bestückt. Die Einzelblüten blühen am Blütenstand nicht auf einmal, sondern schrittweise auf. Beim Sammeln muss man sich aber trotzdem beeilen, denn die gesamte Blütezeit beträgt nur 2 Wochen. Die Hülsenfrüchte sind ab ca. September / Oktober, verbleiben dann jedoch noch eine Weile geschlossen am Baum. Erst über im Spätwinter und Frühling öffnen sie sich und geben die Samen frei, indem diese durch den Wind herausgeschüttelt werden. In Gewässernähe ist auch eine anschliessende Verbreitung mit der Wasserströmung möglich, denn die Samen sind schwimmfähig. Gelegentlich erfolgt auch eine Weiterverbreitung über Tieranhaftung (an Fell oder Pfoten). Die Samen sind über ein Jahr keimfähig, resp. keimen nach erfolgtem Frost oder Hitze (> nach Waldbrand).

 

mögliche Verwechslungen

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zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
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