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Robinie (Robinia pseudoacacia)

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte
Familie: Hülsenfrüchtler/Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Gattung: Robinien (Robinie)
"Die Art ist giftig, mit Ausnahme der Blüten. Diese duften sehr intensiv bzw. angenehm Honig-artig und eignen sich deshalb perfekt für Sirup, Gelée, usw."
Bestimmungsmerkmale und Lebensraum
> wie bestimme / erkenne ich die Robinie und wo kommt sie vor?
Habitus: Baum bis 25m Höhe
Blätter: wechselständig; gefiedert; bis 19-zählig
Fiedern: oval, 2 bis 5 cm lang; am Rand ganzrandig; kahl; OS mit unscharfen dunkelgrünen Blattnerven; US graugrün
Äste / Stamm: braun, tief-längsrissig; junge Zweige mit 3 cm langen, rotbraunen Nebenblattdornen
Blüten: intensiv und angenehm duftende weisse (am Grund gelb-grüne) Schmetterlingsblüten; jeweils 20 bis 50 Einzelblüten in hängenden Trauben angeordnet; blüht Mai / Juni
Früchte: braune Hülsenfrucht, mit ca. 4-12 Samen; 4 bis 10 cm lang
Zeigerwerte: halbschattig, frisch, nährstoffreich, schwach sauer bis neutral
typische Standorte: lichte Wälder, Pionierpflanze auf Schuttplätzen oder Dämme, Auenwälder
Fotos




©Rebel – stock.adobe.com



©Oksana – stock.adobe.com
Verwendung
> Robinie in der wilden Küche verwenden
wichtige Inhaltsstoffe: Isoflavonoide, Flavonoide, Ätherische Öle, Lektine, Toxalbumine (v.a. Robin und Phasin)
*Giftigkeit: Die Robinie ist grundsätzlich durch die enthaltenen Toxalbumine giftig. Die Blüten stellen jedoch eine Ausnahme dar und können problemlos kulinarisch verwendet werden.
Kulinarische Verwendung*
Blüten (intensiv aromatisch duftend > mehr dazu): Beigabe im Salat, Gewürz, essbare Dekoration, "Küchle", Tee, Sirup, Kräuteressig, Kräuteröl, Likör, "Honig", Gelée

Sammelkalender


Spannendes über die Art
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Lebensraum der Robinie
Die Robinie ist ein Neophyt, der ursprünglich aus Nordamerika (Raum Appalachen) stammt und im 17. Jahrhundert in Europa eingeführt wurde. Die Art kann sich auf Freiflächen rasch ausbreiten und zwar nicht nur über die Früchte, sondern auch vegetativ über die Wurzeln. Als Schmetterlingsblütler besitzt die Robinie die ausserdem die Fähigkeit zur Fixierung von Luftstickstoff, indem sie an den Wurzeln mit Knöllchenbakterien eine Symbiose eingeht. Durch diese Eigenschaften kann die Robinie nicht nur rasch diverse heimische Arten verdrängen, sondern auch die Eigenschaften des Bodens durch Gründüngung nachhaltig verändern. Die Robinie gilt deshalb in der Schweiz als Neophyt der invasiven Sorte. Bei der Bekämpfung der Robinie reicht eine einfache Fällung wegen der starken Neigung zum Stockausschlag nicht. Besser ist eine vorangegangene Ringelung.
In ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet, im Nordosten der USA, ist die Robinie als Pionierbaum sehr konkurrenzschwach, d.h. sie breitet nach einem Kahlschlag. / Waldbrand zwar sehr rasch aus, wird jedoch 20 bis 30 Jahren später von anderen Baumarten überwachsen. In Europa bleiben die Robinien (v.a. auf trockenem Boden) gegenüber den anderen Baumarten jedoch deutlich länger konkurrenzfähig. Im geschlossenen Wald bildet sie im Unterholz jedoch kaum Nachwuchs, es sei denn der Wald wird durch regelmässige Rodungen ständig aufgelichtet.
Jahreszyklus der Robinie
Der Blattaustrieb erfolgt relativ spät, d.h. ca. Ende April bis Anfang Juni, was die Gefahr von Frostschäden vermindert. Während der Blütezeit sind die Bäume dann (zumindest an sonnigen Standorten) meist sehr reich mit Blütenständen bestückt. Die Einzelblüten eines Blütenstanden blühen nicht alle auf einmal, sondern schrittweise auf. Beim Sammeln muss man sich aber trotzdem beeilen, denn die gesamte Blütezeit beträgt nur 2 Wochen (der genaue Zeitpunkt ist jedoch von Jahr zu Jahr je nach Witterung verschieden).
Die Hülsenfrüchte sind ab ca. September / Oktober reif, verbleiben dann jedoch noch eine Weile geschlossen am Baum. Erst über den Spätwinter bis Frühling öffnen sie sich und geben die Samen frei, indem diese durch den Wind herausgeschüttelt werden. In Gewässernähe ist auch eine anschliessende Verbreitung mit der Wasserströmung möglich, denn die Samen sind schwimmfähig. Gelegentlich erfolgt auch eine sekundäre Weiterverbreitung über Tieranhaftung (an Fell oder Pfoten). Die Samen sind über ein Jahr keimfähig, resp. keimen nach erfolgtem Frost oder Hitze (> nach Waldbrand).
Giftigkeit der Art und kulinarische Nutzung der Blüten
Die Pflanze ist giftig. Verantwortlich dafür sind Toxalbumine. Diese wirken hemmend auf die Proteinsynthese, was zu Zellschädigungen und Zelltod führen kann. Die Blüten stellen eine Ausnahme dar: Sie haben einen hohen Nektaranteil und duften sehr angenehm. Die Blüten werden auch gerne von Insekten besucht. Werden die Robinienblüten als Bienenweide genutzt, wird der dabei gewonnen Honig auch «Akazienhonig» genannt. Mit den Akazien, die teilweise ähnliche äusserliche Eigenschaften aufweisen, ist die Robinie jedoch nicht direkt verwandt.
Nutzung von Robinienholz
Das Robinienholz ist perfekt geeignet für den Ausseneinsatz, denn es ist sehr widerstandsfähig und ausserdem biegefest und hart. Es ist im Ausseneinsatz auch ohne chemische Konservierungsmittel sehr witterungsbeständig und deshalb ein ideales Rohmaterial für Kinderspielplatzgeräte oder Gartenmöbel.
mögliche Verwechslungen
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zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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