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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)

Illustration des Echten Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) für die Bestimmung der Art. Die Bestimmungsmerkmale sind graphisch darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte

Familie: Raubblattgewächse (Boraginaceae), Gattung: Lungenkräuter (Pulmonaria)

"Man findet das Lungenkraut bereits früh im Jahr. Die Blüten, die mit dem Reifegrad ihre Farbe ändern, sind eine schöne Essbare Dekoration. Ansonsten ist es eine traditionelle Schleimstoff-Heilpflanze"

 

Bestimmungsmerkmale und Lebensraum

> wie bestimme / erkenne ich das Echte Lungenkraut und wo kommt es vor?


Blätter: Grundrosette und wechselständige Stängelblätter; eiförmig; Blattgrund rasch in geflügelten Stiel ausdünnend; Blattrand ganzrandig; OS dunkelgrün und mit runden weissen Flecken und wenigen Borsten

  • Grundblätter: 10 bis 20 cm lang; z.T. mit herzförmigem Grund; Blattstiel kürzer als Blattspreite

  • obere Blätter: kürzer als die unteren Blätter; ungestielt bis umfassend


Stängel: 10 bis 40 cm hoch; borstig behaart


Blüten: Einzelblüten in endständigen Blütenständen angeordnet; Kronblätter zu einer langen Kronröhre verwachsen, die am Ende in 5 abgerundeten Kronzipfeln endet; Farbe je nach Reifegrad rotviolett > violett > blau; blüht März bis Mai


Früchte: 4-teilige Klausenfrucht (4 Nüsschen, die unreif zusammengewachsen sind und sich danach voneinander lösen), die in der Kelchröhre eingebettet sind; Die einzelnen Nüsschen sind eiförmig und haben ein fettreiches Anhängsel (Elaiosom)


Zeigerwerte: schattig, feucht, mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich; neutral bis basisch


typische Standorte: Wälder, Gebüsche

Fotos

Verwendung​

> Lungenkraut in der Wildkräuterküche und als Schleimstoff-Heilpflanze verwenden


wichtige Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Kieselsäure, wenig Gerbstoffe, Flavonoide


Giftigkeit: Das Lungenkraut ist grundsätzlich ungiftig / essbar. Obwohl zu den Raubblattgewächsen zugehörig, enthalten Blätter und Blüten des Lungenkrautes keine Pyrrolizidinalkaloide mit vermuteter krebserregender, resp. lebertoxischen Wirkungen. Jene kommen jedoch in der Wurzel vor.


Kulinarische Verwendung

zu den Grundrezepten



Lungenkraut als Heilpflanze / Heilwirkungen vom Lungenkraut / Verwendung in der Phytotherapie 

zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben


  • Reizhusten: Das Kraut enthält Schleimstoffe und hat sich als reizmilderndes Mittel bei Reizhusten bewährt. Verwendet werden dabei Blätter und Blüten. Die Anwendung erfolgt in Form von Tee. Dazu werden 1.5g (ca. 2TL) des getrockneten und zerkleinerten Krautes mit Wasser kalt angesetzt und kurz aufgekocht. Anwendung mehrmals täglich. Es liegt weder eine Bearbeitung von ESCOP, noch von HMPC vor. Kommission E versah das Lungenkraut aufgrund den damals nicht vorhandenem pharmakologischen Wirksamkeitsbeweisen mit einer Negativbewertung. Neuere Untersuchungen fehlen.

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Sammelkalender​


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Spannendes über die Art



Die weissen Flecken auf den Blättern erinnern an ein Lungengewebe


Der Name „officinalis“ deutet es bereits an, dass es sich beim Echten Lungenkraut um eine traditionelle Heilpflanze handelt. Da es sich um eine mitteleuropäische Art handelt, ist in den antiken Quellen (aus dem Mittelmeeerraum) keine Verwendung dokumentiert.


Die weissen Flecken auf der Blattoberseite erinnern an ein Lungengewebe, weshalb die Nutzung als Hustenpflanze vermutlich auf die Signaturenlehre zurückzuführen ist. Die Anwendung bei trockenem Husten macht aufgrund der enthaltenen Schleimstoffe auch aus dem Blickwinkel der modernen Pflanzenheilkunde durchaus Sinn.


Kulinarik des Lungenkrautes


Die Art ist aber auch kulinarisch interessant: Die jungen Blätter sind angenehm mild im Geschmack (der etwas an Gurken erinnert) und haben dabei einen schleimigen Biss. Ältere Blätter sollten wegen den borstigen Haaren vor dem Verzehr angedünstet werden. Obwohl zu den Raubblattgewächsen zugehörig, enthalten Blätter und Blüten des Lungenkrautes keine Pyrrolizidinalkaloide mit vermuteter krebserregender, resp. lebertoxischen Wirkungen. Jene kommen jedoch in der Wurzel vor.


Die Blütenfarbe ändert mit dem Reifegrad


Bereits im Spätwinter treibt der Stängel mit den Blütenständen am Ende aus, so dass die Art bereits im März blüht. Spannend ist, dass die Blüten ihre Farbe im Verlauf ihres Lebenszyklus je nach Reifegrad ändern (rotviolett > violett > blau). Dies, indem der pH-Wert in den Zellen sich von sauer zu basisch verändert, was unterschiedliche Farb-Chrakteristika der enthaltenen Anthocyane zur Folge hat. Mit der entsprechenden Farbe wissen die Bestäuber dann, ob sich ein Besuch auf der Blüte noch lohnt und oder es schon zu spät ist (d.h. Blüte verblüht ist). Die Blüten einer Pflanze öffnen sich eher nach- als miteinander, so dass die Blütezeit eines Exemplares einige Wochen andauert. Aufgrund der langen Kronröhre, erfolgt die Bestäubung vor allem durch langrüsselige Bienen und Hummeln.


Sommerblätter beim Lungenkraut


Im Frühling werden auch frische Grundblätter ausgetrieben (die sogenannten «Sommerblätter»). Die Grundrosette des Echten Lungenkrautes ist vor allem in milden Wintern auch wintergrün. Die weissen Flecken auf den Blättern entstehen durch luftgefüllte Kammern zwischen den Zellen (und auch der Chlorophyllgehalt ist dort reduziert).

 

mögliche Verwechslungen

Dunkelgrünes Lungenkraut (Pulmonaria obscura) – ungiftig / essbar, ähnliche Verwendung


Bildet mit dem Echten Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) und dem Schweizer Lungenkraut (Pulmonaria helvetica) die Artengruppe Pulmonaria officinalis aggr.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blattform, Blüten

  • ähnliche Standorte


Unterschiede (u.a.)

  • Blatt-OS ohne weissen Flecken; Blattstiel länger als Blattspreite; Blattrand oft leicht gewellt



zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.

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Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
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