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Arve (Pinus cembra)

Illustration der Arve (Pinus cembra) für die Bestimmung der Art. Die  Bestimmungsmerkmale sind graphisch übersichtlich  darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet. Begriffe sind u.a.: Nadeln in Büscheln zu fünft, unreife Zapfen violett, usw.

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte

Familie: Kieferngewächse (Pinaceae), Gattung: Kiefern (Pinus)

"ein mystischer und ebenso robuster alpiner Nadelbaum mit spannender Botanik, dessen unreifen Zapfen sich perfekt für einen leckeren, selbsthergestellten Likör eignen"

 

Bestimmungsmerkmale und Lebensraum

> wie bestimme / erkenne ich die Arve / Zirbelkiefer und wo kommt sie vor?


Habitus: Baum bis 25m Höhe, jung kegelförmig, später säulenförmig (im Wald) bis ausladend-krumm-«bizarr» (freistehend)


Nadeln: spiralig angeordnet; jeweils in Büschel zu fünft (= ein Kurztrieb); ca. 4-8cm lang; starr, spitz; im Querschnitt 3-kantig (obere Seite etwas gewölbt und dunkelgrün, die zwei unteren Seiten sind durch weisse Spaltöffnungen etwas heller); immergrün


Stamm: braungrau (innen rötlich); längsschuppig; junge Triebe grünlichgrau und filzig behaart


Blütenzapfen: blüht Juni bis August

  • männliche Blütenzapfen: eiförmig; im reifen Zustand gelb bis gelbbraune Färbung; in den unteren Bereichen der Krone an den Triebenden als Gruppe um den Ast angeordnet (anstelle Nadeln)

  • weibliche Blütenzapfen: eiförmig, im reifen Zustand rot; am Ende von Langtrieben in den oberen Bereichen der Krone, einzeln oder mehrere Zapfen zusammen


Zapfen: 5-8cm lang; eiförmig; reif braungrau, resp. unreif violett; schräg-aufrecht bis aufrecht stehend; Samen («Zirbennüsse») ungeflügelt und bis 1.5cm lang


Zeigerwerte: halbschattig, mässig feucht, nährstoffarm, sauer


typische Standorte: Bergwälder, ab 1'500 m ü. M., v.a. in den inneralpinen Tälern (meist zusammen mit der Lärche die Baumgrenze dominierend)

Fotos

Verwendung​

> die Arve in der wilden Küche und als Heilpflanze


wichtige Inhaltsstoffe: Ätherische Öle


Giftigkeit: Die Arve ist ungiftig / problemlos essbar.


Kulinarische Verwendung

zu den Grundrezepten



  • unreife Zapfen (intensiv angenehm aromatisch duftend > mehr dazu): Likör, Sirup (im Wasser nur bis max. 70°C erhitzen!)


  • Samen (nussig > mehr dazu): Nascherei vor Ort; Beigabe zu diversen Gerichten (roh oder geröstet) wie z.B. Salat, Kuchen, usw. (vorgängig schälen)


kulinarische Verwendung der Arve / Zirbelkiefer (Pinus cembra): Geschnittene Zapfen mit Messer, bunte Schalen und Arvensamen Ein Glas wo aus den unreifen Zapfen gerade ein Likör hergestellt wird.

Arve als Heilpflanze / Heilwirkungen der Arve / Verwendung in der evidenzbasierten Phytotherapie 

zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben


  • Husten: Aufgrund der enthaltenen Ätherischen Öle, die als schleimlösend gelten (Bronchialschleim wird verflüssigt, auch die Bewegung der Flimmerhärchen wird stimuliert, so dass der Schleim leichter abgehustet werden kann), werden die Nadeln zur Behandlung von produktivem Husten verwendet. Die Anwendung erfolgt u.a. durch Dampfinhalationen, indem eine grössere Menge der Nadeln in ca. 300ml heisses Wasser gelegt wird und dabei die Dämpfe eingeatmet werden Vorsicht bei Asthmatiker > kann Asthmaanfälle auslösen; Keine Anwendung bei Fieber, Keuchhusten oder Herzschwäche! Nicht für Kleinkinder geeignet! Keine innere Anwendung des Ätherischen Öls da die giftige / schädliche Dosis sehr gering ist!). 

    Bei produktivem Husten wird teils auch Tee aus den Nadeln empfohlen (1-2 TL zerkleinerter Nadeln in 150ml kochend-heissem Wasser bei geschlossenem Deckel für ca. 5 min ausziehen; 3x pro Tag anwenden; evtl. Dampfinhalation wirksamer?). Volksheilkundlich sind bei Husten auch Einreibungen auf der Brust mittels Nadel-Ölauszügen, Nadelsalben auch Pechsalben (aus dem Harz hergestellt) gebräuchlich. Auch das Ätherische Öl kann hierzu mit ca. 10 Tropfen direkt auf der Brust aufgetragen werden (mehrmals pro Tag wiederholen).


  • Muskelkater / Muskelverspannung oder Linderung von Symptome bei Arthrose / Arthritis: Salben aus den Nadeln oder dem Harz steigern auf der Haut die Durchblutung und können dadurch bei Muskelkater, Muskelverspannungen oder zur Linderung von Arthritis/Arthrose verwendet werden. Gebräuchlich sind auch Badezusätze. Dazu werden ca. 200-300g Nadeln in 1l heissem Wasser für ca. 5min mit geschlossenem Deckel ausgezogen.

    Die Dämpfe können Asthmaanfälle auslösen! Keine Anwendung bei Keuchhusten, Fieber, Herzschwäche oder verletzten Haut! Es sind Reizungen auf Haut und Schleimhäute möglich! Nicht für Kleinkinder geeignet!


  • beruhigende / schlaffördernde Wirkung ?: Auch im Arvenholz sind Ätherische Öle (v.a. Bornylacetat, teils auch α-Pinen und β -Pinen) enthalten, die Zuhause nicht nur langsam in die Raumluft übergehen, sondern dabei als beruhigend und schlaffördernd gelten. Die Zuschreibungen sind traditionell in den Alpenregionen vom Wallis, über Graubünden, Bayern/Tirol bis nach Kärnten verbreitet. Es wird postuliert, dass der Effekt über Signale an den Duftrezeptoren durch das Einatmen in der Nase zustande kommt, was Nervensignale auslöst, die direkt auf das limbische System einwirken und so den Parasympathikus aktivieren würden. So werden den Arvenbetten oder auch Arvenkissen (Kissen, die mit Arvenholzspänen gefüllt sind) gerne einen schlaffördernden Effekt zugeschrieben und es wird jeweils auf die klinische Studie vom Joanneum Research (einem privaten Forschungsinstitut) aus dem Jahr 2003 Bezug genommen. Dort wurde bei den 30 Probanden in einem Zirbenholz-Zimmer im Vergleich zu einem Holzdekor-Spanplattenzimmer u.a. eine niedrigere Herzrate sowohl während dem Schlaf, als auch am Tag danach (unter Belastung und Ruhe) gemessen. Bei einem zweiten Experiment mit 15 Probanden wurde eine deutlich höhere Schlafqualität in einem Zirbenholz-Bett gegenüber dem Standart-Holzbett festgestellt. Die Studie wird jedoch in Fachkreisen stark kritisiert, weil die Probandenzahl sehr gering ist, der Versuch nicht verblindet war (ist in dem Fall ja auch kaum möglich) und kein Peer-Review-Prozess durchlaufen hat. Im Jahr 2021 wurde vom selben Institut eine Studie durchgeführt, die dann auch ein Peer-Review durchmachte und in einem Fachjournal publiziert wurde (Grote et al. 2021 - Cardiorespiratory Interaction and Autonomic Sleep Quality Improve during Sleep in Beds Made from Pinus cembra (Stone Pine) Solid Wood). Jeder der 15 Probanden schlief mehrere Nächte in einem Zirbenholz-Bett und in einem Standart-Holzbett. Die Probanden wussten dabei nicht welches Bett genau das Zirbenholz-Bett war, da beide Betten eine identische Optik hatten und ein neutraler Lavendelduft eingesetzt wurde, um den Arvenduft, so gut es möglich war, zu überdecken. Daher wird die Studie von den Autoren als verblindet beschrieben. Es wurden dabei ähnliche Effekte wie in der Studie vom Jahr 2003 gemessen. Allerdings war auch hier die Probandenzahl von 15 sehr gering und ob der Geruch der Arve in der Praxis tatsächlich komplett maskiert werden konnte, resp. damit die Verblindung rein praxistechnisch gewährleistet werden konnte, bleibt fraglich. Die Befunde der beiden Studien sind zwar interessant, erfüllen aber nicht die Qualität für wissenschaftlich belastbare Aussagen. So dürfen die Hersteller und Vertreiber von Arvenholz in der Schweiz auch der EU diese Studien zwar erwähnen, doch entsprechende gesundheitsbezogene Aussagen wie «schlaffördernd» oder «beruhigend» sind verboten.

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Sammelkalender​


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Spannendes über die Art


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Königin der Alpen in rauer Umgebung


Die Arve wird auch die «Königin der Alpen» genannt. Von den anderen heimischen Kiefer-Arten kann sie gut dadurch unterschiedenen werden, indem die Nadeln in 5er-Büscheln (statt in 2er-Büscheln) angeordnet sind. Ihr Vorkommen beschränkt sich auf die höheren Lagen der Gebirgsregionen der Alpen und Karpaten. Sie trotzt noch so jedem miesen Wetter und erträgt Temperaturen zwischen -40 und +40 Grad. Auch mit dem Wind kommt sie gut klar, indem nach Windbruch rasch wieder neue Seitentriebe austreiben können (und dabei bizarre Formen bilden). Die Arve blüht erst nach ca. 60 Jahren das erste Mal, kann gleichzeitig aber auch mal gut 1'000 Jahre alt werden.


God Tamangur im Val S-Charl, der grösste zusammenhängende Arvenwald Europas. Der Wald wurde nie gross genutzt, bzw. sich selbst überlassen und hat daher Urwald-Charakter. Die Mehrheit der Bäume ist zwischen 300 und 500 Jahre alt. Untersuchungen zeigen ausserdem, dass einzelne Exemplare sogar über 800 Jahre alt sind. Dass der Wald fast nur aus Arven besteht, zeigt exemplarisch, wie sich die Arve inneralpin an Nordhängen auf weit über 2000 m. M. oft längerfristig gegenüber anderen Baumarten, wie der Lärche, durchsetzen kann.
God Tamangur im Val S-Charl, der grösste zusammenhängende Arvenwald Europas. Der Wald wurde nie gross genutzt, bzw. sich selbst überlassen und hat daher Urwald-Charakter. Die Mehrheit der Bäume ist zwischen 300 und 500 Jahre alt. Untersuchungen zeigen ausserdem, dass einzelne Exemplare sogar über 800 Jahre alt sind. Dass der Wald fast nur aus Arven besteht, zeigt exemplarisch, wie sich die Arve inneralpin an Nordhängen auf weit über 2000 m. M. oft längerfristig gegenüber anderen Baumarten, wie der Lärche, durchsetzen kann.

Der Lebensraum braucht ein inneralpin sonniges Klima und Kalk meidet die Arve


Das Hauptvorkommen in den Alpen liegt in den inneralpinen Alpentälern, wo das Klima verhältnismässig trocken-kontinental ist. Dabei benötigt die Arve nicht nur humusreichen, sondern auch sauren Boden und gedeiht so vor allem über dem Untergrund aus Kristallingestein. Über Kalk- oder Dolomitgestein (wo sich generell basische Böden entwickeln), wächst sie nur an Standorten, wo der Kalk im Boden durch starke Verwitterung bereits herausgelöst wurde (was vor allem in Mulden, Nordhängen, resp. Humusspalten zwischen Blöcken der Fall ist). Auch eine Erstbesiedlung durch andere Nadelbaumarten (Fichte, Lärche, usw.) kann durch die Zersetzung des Nadelstreus die Kalkauswaschung, bzw. damit die benötigte Versauerung fördern und so den Weg für die Arve ebnen. In den inneralpinen Alpentälern bilden die Arven meist zusammen mit Lärchen (die ebenfalls das trockene-kontinentale Klima schätzen) die Waldgrenze.


Arven-Lärchenald im Oberengadin (Stazerwald)
Arven-Lärchenald im Oberengadin (Stazerwald)

Die Arve ist langfristig der Lärche überlegen

braucht jedoch die Lärche um sich an neuen Standorten etablieren zu können


Kann sich inneralpin in der Höhe nahe der Baumgrenze ein Standort ungestört weiterentwickeln, dann ist die Arve der Lärche langfristig überlegen, vor allem bei sauren Böden an schattigen Nordhängen. Denn während Jungbäume der Arve unter schattigen Bedingungen in einem geschlossenen Wald gut wachsen können, sind Lärchen sehr lichtbedürftig. Pionierwälder aus Lärchen die sich nach einer Störung (Lawine, Bergsturz,…) rasch ausbilden, legen jedoch die Grundlage, damit sich später daraus ein Arvenwald bilden kann. Denn der lockere Lärchenwald bietet Schutz vor Frost und Austrocknung..Die Lärchen schaffen damit also eine Umgebung, wo Arvensamen keimen, resp. Jungbäume gedeihen können. Erst bildet sich daraus ein Arven-Lärchen-Mischwald und dann ca. 400 Jahre nach der Störung setzt sich schliesslich der stabile Arven-Klimaxwald durch.


Auf kalkigem Untergrund an sonnigen Südhängen, da kann sich die Arve jedoch nicht so dominant durchsetzen. Auch in den Voralpen ist die Arve keine typische Baumart, denn das feuchte Klima, die geringere Sonneneinstrahlung, die häufig kalkigen Böden und der Konkurrenzdruck durch andere Baumarten, machen ihr dort das Leben schwer. Trotzdem gibt es dort einzelne isolierte Vorkommen, die jedoch oft auf frühere menschliche Kultivierung zurückzuführen sind.


Warum im Engadin oder Wallis aber trotzdem die Lärche dominiert


In der Vergangenheit wurden grosse Arvenvorkommen in den Alpen gerodet (für Brennholz, Schnitzereien, Möbelbau oder auch nur für Weidefläche), was auch den Bestand stark vermindert hat. Zusätzlich wurden in den Waldweiden Jungpflanzen der Arve durch das Vieh (Schafe, Ziegen) verbissen oder durch Tritt zerstört. Aus diesem Grund findet man auch heute noch keine Arven-Dominanz an Standorten, wo sie natürlicherweise dominieren wurde (wie z.B. an vielen Standorten im Engadin). Seit dem Tiefpunkt im 19. Jahrhundert, sind sich die Bestände mittlerweile wieder am Erholen, nachdem Rodung, Waldweide gesetzlich eingeschränkt wurde, resp. die Arve teils auch aufgeforstet wurde.


Zwischen Bestäubung und Samenreife vergeht über ein Jahr


Bis sich aus bestäubten weibliche Blütenzapfen reifen Zapfen entwickeln, da vergeht bei der Arve einiges an Zeit. Die Blütezeit erstreckt sich über die Sommermonate von Juni bis August und wie für die meisten Nadelbäume typisch, erfolgt die Bestäubung der Pollen über den Wind. Nach erfolgreicher Bestäubung findet die Befruchtung jedoch erst im Frühsommer darauf statt. Nach der Befruchtung beginnen dann die Zapfen innerhalb von kurzer Zeit auf die volle Grösse zu wachsen und verfärben sich dann violett. Ab ca. Spätsommer des 2. Jahres erfolgt dann die Endreife, wo die Zapfen braun werden, verholzen und der Gehalt an Harz und Ätherischen Ölen etwas sinkt. Auch reife Zapfen bleiben geschlossen am Baum.


Tannenhäher auf Sammeltour (©DoreenB. Photography stock.adobe.com)
Tannenhäher auf Sammeltour (©DoreenB. Photography stock.adobe.com)

Die Samen werden durch den Tannenhäher verbreitet


Die Samen werden dann durch den Tannenhänger herausgehackt und gesammelt. Dieser sammelt sie dabei nach erfolgter Aufzucht des Nachwuchses ca. ab Spätsommer bis ca. Oktober und lagert sie in Verstecken (unter Streu oder Steinen) als Wintervorrat ein. Ein Tannenhäher legt dabei ca. 10'000 Verstecke mit bis 10 Samen pro Saison an und kann dabei in einer "Fuhre" jeweils ca. 100 Samen in seinem Hals transportieren. Die Verstecke sind oft an Orten mit geringer Schneebedeckung im Winter, wodurch der Tannenhäher sie dann Schritt für Schritt wieder ausgraben und verspeisen kann. Er schält die Samen mit seinem Schnabel an einem Ort, wo er sie einklemmen kann. Ca. 20% der Verstecke werden vergessen und solche Samen können dann im darauffolgenden Jahr keimen. Dies ist damit die einzige Möglichkeit, wie sich die Samen für die Naturverjüngung verbreiten können, weshalb der Tannenhäher für die Arve unverzichtbar ist. Einst wurde der Tannenhäher Anfang des 20. Jahrhunderts gezielt gejagt und fast ausgetrottet, da man vermutete, dass er durch das Fressen der Samen die Naturverjüngung der Arve behindern würde. Im Kanton Graubünden gab es pro abgeschossenen Vogel sogar eine Prämie von 1 Fr, die vom Bund vergütet wurde. Doch dann wurde zum Glück noch rechtzeitig anerkannt (erkannt wurde es von einigen Wissenschaftlern bereits Jahrzehnte früher), dass ja gerade der Tannenhäher als «gefiederter Förster» für die Ausbreitung der Arve sorgt und die Jagd wurden dann 1961 gestoppt.


Nicht jedes Jahr gibt es gleich viel Zapfen (und damit Samen), resp. alle 5 bis 5 Jahre gibt es Mastjahre mit einem Vielfachen an Zapfen wie in normalen Jahren. In diesen Jahren ist auch der Tannenhäher besonders aktiv und sammelt ein Vielfaches an Samen. Dabei legt er nicht nur deutlich mehr Verstecke wie üblich an, sondern vergisst durch das Überangebot auch besonders viele davon. In diesen Jahren gibt es auch mehr Tannenhäher-Nachwuchs, was die Bestände stark vergrössert, die in den Jahren danach aber wieder einbrechen. Da sich die Jahre, wo ein Mastjahr vorliegt, oft von Region zu Region (meist auch sehr kleinräumig von Tal zu Tal, ausgelöst durch unterschiedliche Wetterverhältnisse im Jahr zuvor) unterscheiden, finden so auch Wanderungsbewegungen von mastarmen in die mastreichen Gebiete und so ein genetischer Austausch über Alpenpässe hinweg statt.


Alpiner kulinarischer Geheimtipp, v.a. die Samen


Wenn es um essbare Bäume und Sträucher geht, bleibt die Arve in den Erwähnungen oft aussen vor. Indem sein kulinarisches Juwel nicht so weit verbreitet ist, kann man vom wahren alpinen Geheimtipp sprechen. Die sehr starken und intensiv angenehm duftenden unreifen violetten Zapfen können in Schnaps eingelegt und so ein sehr harzig-schmackhafter Likör zubereitet werden.


Doch das ist noch nicht alles, denn die Samen im Innern der Zapfen sind nicht nur was für den Tannenhäher, sondern durch ihre Grösse auch für uns Menschen eine kalorienreiche und leckere nussige Nascherei (ich nenne sie «Alpenpinien»). Man kann die Samen (auch «Zirbelnüsse» genannt) in der Regel gut aus den Zapfen herauskratzen. Wer da noch etwas nachhelfen möchte, kann die Zapfen etwas im Backofen erhitzen. Etwas mühsamer gestaltet sich das Schälen der Samen (Samenschale ist sehr hart), welches tatsächlich zeitaufwändig ist und am besten mit einem scharfen Messer bewerkstelligt wird. Arvensamen waren ursprünglich Teil des Rezeptes für die Bündner Nusstorte, ehe sie durch Walnüsse ersetzt wurden. Sie wurden damals auch vom Engadin (wo sie auch «Betschla» genannt werden) ins Tiefland exportiert.


Gesammelt werden die Samen an den reifen Zapfen im Herbst. Die reifen Zapfen fallen in der Regel jedoch nicht auf den Boden, so dass man diese am Baum pflücken muss. Zu beachten ist dabei, dass die Samen vom Tannenhäher rasch abgeerntet werden: Der Sammelerfolg ist deshalb im Frühherbst direkt nach der Reife oder auch bei Einzelarven (wo die Population des Tannenhähers geringer ist), resp. in Mastjahren am grössten. Starke Herbststürme oder Astbrüche im Herbst können jedoch dazu führen, dass man ganze reife Zapfen am Boden vorfindet, die so bequem für die Samenernte aufgesammelt werden können. Das Gute dabei: Bei diesem Zapfen am Boden werden die Samen nur selten vom Tannenhäher gesammelt.


Arvensamen ("Alpenpinien")
Arvensamen ("Alpenpinien")

Nutzung von Arvenholz


Wegen seinem stark aromatischen Duft und der leichten Bearbeitung (gut spalt- und schnitzbar) ist das Arvenholz besonders in den Alpenregionen sehr beliebt im Möbelbau, für Stubenauskleidungen und für Schnitzereien. Es ist generell weich, schwindet beim Trocknen formstabil und neigt kaum zu Rissbildung. Die enthaltenen Ätherischen Öle (die auch für den Duft sorgen) wirken hemmend auf Schadorganismen (Pilze, Bakterien, etc.), welche die Qualität des Holzes beeinträchtigen könnten. Im Ausseneinsatz wird das Arvenholz durch die geringe Witterungsfestigkeit hingegen kaum genutzt. Traditionell wurde es draussen nur in wettergeschützten Bereichen wie z.B. für Fensterläden unter Dachvorsprüngen verwendet.


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mögliche Verwechslungen

zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.

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Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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