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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Wald-Kiefer (Pinus sylvetris)
Illustration der Wald-Kiefer (Pinus sylvestris)  für die Bestimmung der Art. Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet. Begriffe sind u.a. wie Nadeln in Büscheln zu zweit, Spiegelborke, usw.

Familie: Kieferngewächse (Pinaceae), Gattung: Kiefern (Pinus)

"Die Waldkiefer ist ein ziemlich robuster Pionierbaum und ihre Nadeln, bzw. unreifen Zapfen können für Tee, Sirup, Likör, usw. verwendet werden "

 

Bestimmungsmerkmale

Fotos

Verwendung

Beschreibung

mögliche Verwechslungen

Bestimmungsmerkmale

Habitus: Baum bis 40m Höhe; Krone je nach Standort kegel- bis schirmförmig, oft asymmetrisch; im Wald sind die unteren Äste von älteren Exemplaren meist abgestorben


Nadel: spiralig angeordnet; Nadeln jeweils zu zweit (= ein Kurztrieb), mit kurzer Blattscheide an der Basis; blau- bis graugrün, starr; spitz; z.T. länglich gedreht; im Querschnitt halbkreisförmig; ca. 3 bis 8 cm lang; immergrün


Stamm:

  • unten: rotbraun; grobschuppig

  • oben: orange; abblätternd («Spiegelborke», weil sich das Sonnenlicht daran gut reflektiert)


Blütenzapfen: blüht Mai

  • männliche Blütenstände: zylindrisch bis eiförmig, 5 bis 10mm lang; im reifen Zustand gelb bis gelbbraun; am Triebende als Gruppe um den Ast angeordnet (anstelle Nadeln)

  • weibliche Blütenstände: ellipsoid, 3 bis 6 mm lang; im reifen Zustand (purpur-)rot (unreif grün); einzeln oder zu zweit am Astende


Zapfen: eiförmig-krumm, 2 bis 6 cm lang; deutlich gestielt; hängend; braun; Schuppenschilder rautenförmig


Zeigerwerte: hell, Feuchtigkeit indifferent; nährstoffarm, pH-Wert indifferent


typische Standorte: Pionierwälder, Wald (forstwirtschaftlich angepflanzt), Felsen, Schutftfächer

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Ätherische Öle


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten


  • Nadeln (würzig > mehr dazu): Tee; Sirup; Likör; getrocknet und vermahlen als Gewürz


  • männliche Blütenzapfen (würzig > mehr dazu): Streckmehl, Gewürz


  • unreife Zapfen (angenehm aromatisch duftend > mehr dazu): Likör; Sirup (im Wasser nur bis max. 70°C erhitzen!)


  • Samen (nussig): als nussige Beigabe zu diversen Gerichten (am besten vorher etwas angerösten)

    Gesammelt werden die Zapfen von Oktober bis Ende Winter. Die noch geschlossenen Zapfen öffnen sich während der kalten Monate drinnen in der Wärme automatisch. Dasselbe gilt auch für die Lagerung neben dem Feuer (vorher eine halbe Stunde ins Wasser einlegen). Sind die Zapfen geöffnet, werden die Samen ausgeschüttelt oder bei Bedarf herausgekratzt. Bevor sie weiterverwendet (z.B. geröstet) werden, müssen erst noch die Flügel entfernt werden (sehr aufwändig!)


Verwendung in der Phytotherapie: zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben


  • Husten: Aufgrund der enthaltenen Ätherischen Öle, die als schleimlösend gelten (Bronchialschleim wird verflüssigt auch die Bewegung der Flimmerhärchen wird stimuliert, so dass dieser leichter abgehustet werden kann), werden die Kiefer-Nadeln zur Behandlung von produktivem Husten verwendet. Die Anwendung erfolgt u.a. durch Dampfinhalationen, indem eine grössere Menge an Nadeln in ca. 300ml heisses Wasser gelegt wird und dabei die Dämpfe eingeatmet werden (Vorsicht bei Asthmatiker > kann Asthmaanfälle auslösen; Keine Anwendung bei Fieber, Keuchhusten oder Herzschwäche! Nicht für Kleinkinder geeignet! Keine innere Anwendung des Ätherischen Öls da die giftige / schädliche Dosis sehr gering ist!).

    Bei produktivem Husten wird teils auch Tee aus den Nadeln empfohlen (1-2 TL zerkleinerter Nadeln in 150ml kochend-heissem Wasser bei geschlossenem Deckel für ca. 5 min ausziehen; 3x pro Tag anwenden; evtl. Dampfinhalation wirksamer?). Volksheilkundlich sind bei Husten auch Einreibungen auf der Brust mittels Nadel-Ölauszügen, Nadelsalben auch Pechsalben (aus dem Harz hergestellt) gebräuchlich. Auch das Ätherische Öl kann hierzu mit ca. 10 Tropfen direkt auf der Brust aufgetragen werden (mehrmals pro Tag wiederholen).


  • Muskelkater / Muskelverspannung oder Linderung von Symptome bei Arthrose / Arthritis: Salben aus den Nadeln oder dem Harz / frischen Harz («Terpentinöl») steigern auf der Haut die Durchblutung und können dadurch bei Muskelkater, Muskelverspannungen oder zur Linderung von Arthritis/Arthrose behandelt werden. Gebräuchlich sind auch Badezusätze. Dazu werden ca. 200-300g Nadeln in 1l heissem Wasser für ca. 5min mit geschlossenem Deckel ausgezogen. Die Dämpfe können Asthmaanfälle auslösen! Keine Anwendung bei Keuchhusten, Fieber, Herzschwäche oder verletzten Haut! Es sind Reizungen auf Haut und Schleimhäute möglich! Nicht für Kleinkinder geeignet!

Beschreibung

Die Waldkiefer ist die in Mitteleuropa häufigste Arten der Gattung Kiefer (Pinus). Erkennbar ist sie u.a. an den Nadeln, die am Ast immer zu zweit angeordnet sind und der abblätternden orangen Spiegelborke im oberen Stammbereich. Ihre ökologische Nische hat die Art als Pionierpflanze: Sie ist sehr lichtbedürftig und besiedelt gerne Freiflächen, die durch Rodung, Feuer oder Windwurf entstanden sind. Die in grossen Mengen produzierten kleinen geflügelten Samen sorgen dabei für eine rasche Ausbreitung. In geschlossenen Kronendächer können Jungbäume nicht bestehen und so hat die Waldkiefer hat gegen schattentolerante Klimaxbaumarten langfristig keine Chance. Gegen Dürre und auch extremer Winterkälte ist sie hingegen sehr resistent. Die Waldkiefer war am Ende der letzten Eiszeit (zusammen mit den Birken) eine der ersten Baumarten, die Mitteleuropa wiederbesiedelt haben. Die Waldkiefer kommt gut mit extremen Bodenfaktoren zurecht, seien dies sehr trockene Fels- oder Sandböden, humusarme Standorte, oder auch nasser Untergrund. Dabei kann sie sich an Felshängen, Blockhalden auf Dünen, an Moorrändern gegen andere Baumarten auch langfristig behaupten. Eine weitere Nische hat die Waldkiefer in den tieferen inneralpinen Trockentälern wie z.B. dem Talboden vom Rhonetal oder auch im Churer Rheintal. Hier würden sich ohne menschlichen Einfluss den Südhängen und trocknen Standorte der Talebene langfristig lichte Föhrenwälder mit einem Unterwuchs aus Trockenrasen und Gestrüpp ausbilden.


Im Jura findet man oft lichte Föhrenwälder an Standorten, wo der Boden durch frühere menschliche Übernutzung (Waldstreunutzung, Überweidung, Erosion durch Rodungen, usw.) stark degradierte resp. in Folge sehr steinig ausgebildet ist (flachgründige Böden über Kalkstein sind besonders empfindlich gegen Bodenerosion). Im 19. Jahrhundert wurde die Waldkiefer dann an besonders an erosionsgefährdeten Hängen gezielt zur deren Stabilisation aufgeforstet. In der Schweiz spielt die Waldkiefer auch eine wichtige Rolle im Schutzwald, und zwar an Standorten wo schwierige Bedingungen herrschen, wie z.B. exponierte Steilhänge: Hier ist die Waldkiefer besonders sturmsicher und hangstabil. Die tiefen Wurzeln sorgen ausserdem für eine Verdübelung und damit Befestigung des Untergrundes.


Kiefernwald im Baselbieter Jura
Kiefernwald im Baselbieter Jura

Die ausgeprägte Trockenresistenz der Waldkiefer ergibt sich durch ein sehr tief reichendes und verzweigtes Pfahlwurzelsystem, mit dem auch Wasser aus tiefen Bodenschichten erschlossen werden kann (ist von Vorteil, wenn die oberflächliche Schichten ausgetrocknet sind). Wie allgemein bei Nadelbäumen, vermindert die Nadelform aufgrund der geringeren Oberfläche die Verdunstung, was ebenfalls Trockenresistenz schafft. Bei der Waldkiefer sind zusätzlich die äusseren Schichten der Nadeln besonders dick und mit einem schützenden Harzfilm ausgebildet, während die Spaltöffnungen (zum Luftaustausch) stark in die Nadel eingesenkt sind. Weiter fördern die lockere Krone und Mikrovertiefungen in den Nadeln in der Nacht die Taubildung. Die Tau-Tropfen fallen anschliessend runter und erhöhen so leicht die Bodenfeuchte. Wenn bei der Waldkiefer das Wasser trotzdem zu knapp wird, kann sie auch noch eine Weile mit starkem Wasserdefizit weiterfunktionieren.


Die Nadeln sind immergrün und haben meist eine Lebensdauer von 3 bis 4 Jahren, an trockenen oder kalten Standorten teils auch bis zu 6 Jahre. Die orange Spiegelborke in den oberen Stammbereichen bildet sich, indem die Borkenschuppen sich fortlaufend ablösen und damit das glatte, harzreiche Periderm freilegen. Diese Oberfläche reflektiert das Sonnenlicht und schützt damit den Baum an sonnigen Tagen vor Überhitzung. Das Harz wiederum ist auch ein effektiver Schutz gegen Pilz- oder Moosbeläge (die man dort kaum sieht). Die Seitenäste junger Waldkiefer-Exemplare sind ringförmig um den Hauptstamm als Quirl angeordnet und dabei oft waagrecht bis leicht aufwärtsgerichtet. Dabei entsteht pro Vegetationsjahr ein Quirl, wodurch sich an der Anzahl Quirls grob das Alter des Baumes abgeschätzt werden kann. Bei älteren Bäumen löst sich die Quirl-Struktur dann auf und die Krone wird unregelmässig schirmförmig.


typische Quirl-Verzweigung junger Exemplare
typische Quirl-Verzweigung junger Exemplare

Bei den Zapfen vergeht zwischen der Bestäubung im Spätfrühling / Frühsommer des 1. Jahres und der Befruchtung ca. ein Jahr. In diesem Zeitpunkt schliesst sich der weibliche Blütenzapfen, was für die weitere Entwicklung Schutz vor Austrocknung bietet. Weiter bilden sich die Samenanlagen aus, die vorher noch gar nicht existierten (so wird, falls keine Bestäubung stattfindet keine Energie in die Samenanlagen investiert). Nach der Befruchtung reifen dann die Zapfen heran, die erst grün gefärbt sind und zu diesem Zeitpunkt einen hohen Harzanteil aufweisen, resp. angenehm duften. Dies ist auch der Zeitpunkt wo die Zapfen für die Herstellung von Sirup / Likör gesammelt werden können. Ab ca. Ende Juli verholzen die Zapfen schrittweise, sind dann ungefähr im Oktober reif, bleiben dann aber noch geschlossen (idealer Zeitpunkt, um die Zapfen für die Samengewinnung zu sammeln). Erst im nächsten Frühjahr öffnen sie sich und die Samen werden dank den Flügeln mit dem Wind verstreut.


Ihre Anspruchslosigkeit und das rasche Wachstum (Umtriebszeit ca. 100 Jahre) macht die Waldkiefer auch forstwirtschaftlich interessant, vor allem auf Standorten, die für Fichten oder Buchen nicht optimal sind. Die Waldkiefer dabei sogar ca. 30% der Waldfläche Europas aus, mit grossen Flächen vor allem in Norddeutschland, dem nördlichen Osteuropa (Polen, Baltikum, Nordwestrussland) und Ost-Skandinavien (Schweden, Finnland). Das hat mit dem eher kontinental-trockenem Klima (oft mit langen Wintern) und/oder den nicht optimalen Böden in diesem Gebieten zu tun, wo auf glazialen Sandablagerungen trocken-sandige, auf Kristallinuntergrund sauer-nährstoffarme Podsolböden und in Moorgebieten nasse-torfig-saure Verhältnisse vorherrschen. Das Holz ist durch das enthaltene Harz dauerhaft, aber auch elastisch und leicht zu bearbeiten. Von der Härte her ist es eher mittelhart, hat aber eine hohe Biege- und Druckfestigkeit. Es ist vielfältig einsetzbar im Innenausbau, für Spanplatten, Möbel auch zur Herstellung von Papier. Es wird auch als Bauholz für Tragkonstruktionen (Dächer, kleine Holzbrücken,…) verwendet.


umgestützte Kiefern sind der Jackpot für Kienspan
umgestützte Kiefern sind der Jackpot für Kienspan

Früher, als noch keine Erdölprodukte zur Verfügung standen, wurde aus der Waldkiefer auch Harz gewonnen, indem die Stämme regelmässig angeritzt wurden. Das Ausfliessende Harz wurde dann gesammelt und weiterverarbeitet zu Produkten für allerlei technische Verwendungen. Dazu gehörte z.B. Pech (durch Eindicken) als Dichtungsmittel, «Holzteer» (durch Destillation) als Schmier- und Imprägniermittel, Kolophonium (feste Rückstände) als Klebstoffe oder auch Terpentinöl (durch Destillation aus dem Rohharz) als Lösungsmittel. Im Bushcraftbereich ist Kienspan ein beliebter Zunder. Dabei handelt sich um stark verharztes Holz, dass sich im Stamm vor allem an den Astansätzen und im Bereich von Verletzungen findet. So wird an diesen Stellen zum Schutz vor Eindringlingen und Insekten verstärkt Harz abgelagert. Kienspan duftet angenehm und hat eine schöne glänzende rötlich-braune Färbung.

 

mögliche Verwechslungen

Schwarz-Kiefer (Pinus nigra) - ungiftig/essbar, ähnliche Verwendung


Die Schwarzkiefer ist ursprünglich in weiten Teilen Mitteleuropas nicht heimisch und stammt aus den Gebirgen des Mittelmeerraumes. Das natürliche Areal reicht jedoch auch in die Ostalpen Österreichs, wo sie auch forstwirtschaftlich angebaut wird. Auch die Schwarz-Kiefer ist eine sehr robuste Baumart, die trocken-warme, karge Böden besiedelt. Auch Wind und Salzgischt macht ihr nicht viel aus. Im Gegensatz zu anderen mediterranen Kieferarten verträgt sie jedoch höchstens leichte Waldbrände, bzw. nach starken Waldbränden findet keine rasche Naturverjüngung statt. Sie besiedelt vor allem kalkig/dolomitische Standorte, kommt aber auch mit Kristallingestein klar. In der Schweiz wird die Schwarzkiefer teils in an kargen, trockenen Kalkhängen von Jura und Alpen angepflanzt oder als Zierbaum in Garten und Parks genutzt. Ihre Hitze-/Trockenresistenz und Toleranz gegen Streusalz kommt ihr da entgegen. Der Name kommt von der eher dunklen Borke, die sich von den rötlich/orangen Stämmen der Waldkiefer stark unterscheidet. Weiter sind die Samenschuppen im Innern der Zapfen besonders dunkel ausgebildet.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • starr-spitze Nadeln jeweils zu zweit

  • gehört zur Gattung Pinus


Unterschiede (u.a.)

  • Nadeln länger (8 bis 15cm), bis 2cm lange Nadelscheide

  • Borke dunkelgrau, längsschuppig (oben nicht orange)

  • reifer Zapfen grösser (4 bis 10cm), gerade, sitzend, im Innern schwarz


Schwarz-Kiefer - Unterschiede zur Wald-Kiefer; Details: Lange Nadeln (8-15cm), dunkle Nadelscheiden (2cm). Zapfen dunkel, klein (4-10cm). Rinde dunkelgrau, längsschuppig.

 

Bergkiefer (Pinus mugo)ungiftig/essbar, ähnliche Verwendung


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • starr-spitze Nadeln jeweils zu zweit; Nadeln haben etwa gleiche Länge

  • Zapfen etwa gleich gross

  • gehört zur Gattung Pinus


Unterschiede (u.a.)

  • Borke grau bis (jung oder in der Sonne) braungrau (jedoch nie orange Spiegelborke wie bei der Waldkiefer!)

  • blüht später, d.h. Juni/Juli

  • Vorkommen in höheren Lagen im Gebirge (v.a. auf kalkigem Untergrund)


Bei der Berg-Kiefer gibt es in der Schweiz zwei Unterarten, die Aufrechte Bergkiefer und die Leg-Föhre:


Aufrechte Bergkiefer / Hakenkiefer / Spirke (subsp. uncinata)

  • Baum nur bis 25m Höhe

  • Zapfen asymmetrisch und mit aufgewölbtem Schuppenschild, das entweder abgerundet oder nach unten aufgewölbt ist; auf dem Schuppenschild zusätzlich ein dünner, gekrümmter Haken («Umbo»)


Nahaufnahmen von Latschenkiefer: - Unterschiede zur Wald-Kiefer: grüne Nadeln, Zapfen, graubraune Äste. Text erklärt Unterschiede und Features der Pflanze.

Mit der aufgewölbten Form der Samenschuppen wird Schmelzwasser effizient vom Zapfen abgeleitet, was die Zapfen vor Staunässe (und damit Fäulung) und Eisbildung schützt. Der Haken wird wiederum angeblich damit in Verbindung gebracht, dass dadurch freigesetzte Samen (unter dem Haken) hangabwärts gelenkt werden. Die Aufrechte Bergkiefer ist ein Gebirgsbaum, der in den höheren Lagen der Alpen nahe der Waldgrenze und auch auf den höheren Juragipfeln vorkommt. Europaweit beschränkt sich ihr Vorkommen auf die Westeuropäischen Gebirge (nebst Alpen /Jura auch Pyrenäen und Zentralmassiv. In den östlichen Alpen fehlt sie hingegen. Nach einer Theorie liegt dies daran, dass die Bergkiefer die Eiszeit auf der Iberischen Halbinsel überdauert hat und so von Westen her die Alpen wiederbesiedelt hat (im Gegensatz zur Leg-Föhre, die auf dem Balkan überdauerte und von Osten in die Alpen eingewandert ist). Ihr natürliches Terrain sind steile Bergflanken, Schutthalden und Gipfelgrate, also oft Standorte mit rauen Bedingungen wie humusarmen, felsigen oder blockigen Böden, starker Wind, Rutschungen, Lawinen oder hohe Schneelast. Aus Pionierpflanze erreicht sie höchstens ein Alter von 150 bis 200 Jahren. Gebiete in den Alpen, die früher zur Holzgewinnung kahlgeschlagen wurden und wo der Boden anschliessend durch Erosion degradierte, konnte sie dadurch aber rasch besiedeln. So eine Situation haben wir beispielshaft im Ofenpassgebiet des Schweizer Nationalpark, dessen Hänge durch Rodungen (zur Holz- bzw. Holzkohlegewinnung) und Weiden übernutzt waren und durch mehrfache Brandereignisse und Bodenerosion degradierten. Nach der Aufgabe der Weide- und Waldnutzung zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Aufrechte Bergkiefer dort breitflächig ausgebreitet (Standorte die auch der Lärche als Pionierbaumart zu karg waren). Viele dieser Bäume sind Stand heute ca. 100 bis 120 Jahre alt und zunehmend von Mortalität gekennzeichnet, wodurch zunehmend Arve und Lärche (an sonnigen Standorten), resp. Arve und Fichte (an feuchten Standorten) das Gebiet übernehmen.


Leg-Föhre / Latschenkiefer (subsp. mugo)

  • Strauch bis maximal 5m Höhe

  • Zapfen symmetrisch und +/- flache Schuppenschilder; der Haken darauf («Umbo») ist meist stumpf, resp. wenn spitz, dann nicht gekrümmt

  • kommt an Lawinenhängen sehr gut klar


Unterschiede der Aufrechten Bergkiefer  zur Wald-Kiefer

Die Leg-Föhre ist die strauchartige Variante der Bergkiefer. Ihr Vorkommen liegt in den östlichen Alpen, den Apenninen und den Gebirgen auf dem Balkan. In den Westalpen fehlt sie, was wie bei der Aufrechten Bergkiefer erwähnt, womöglich damit zu tun hat, dass sie die Alpen nach der Eiszeit von Osten her besiedelt hat (mit dem Refugium auf dem Balkan). Die Westgrenze liegt dabei im Bereich Dolomiten-Engadin-Oberhalbstein. Da sich sie sich in diesem Bereich mit der Aufrechten Bergkiefer überlagert, findet man teils auch hybride Formen (die «Moorspirke», resp. Pinus mugo subsp. rotundata). Die Latschenkiefer kommt in Hochgebirgslagen an sonnigen Hängen auf flachgründigen Böden über Kalk- oder Dolomitgestein vor. Dabei bildet sie sie nicht nur die Krummholzzone zwischen der Baumgrenze und den alpinen Matten, sondern ist auch eine Pionierpflanze auf Lawinenrunsen oder auch Block- und Schutthalden, resp. Alpweide, die aufgegeben wurden. Auf Kristalkingestein kann sie zwar auch gedeihen, wird an den Standorten aber meist von der Grünerle (oder wo vorhanden auch der Aufrechten Bergkiefer) verdrängt.


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