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Silbermantel / Alpen-Frauenmantel (Alchemilla alpina aggr.)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae), Gattung: Frauenmantel (Alchemilla)
"Silbermantel-Arten findet man oft im Gebirge auf Felsen, Schutt oder Gebirgsrasen. Die Nutzung als Gerbstoff-Heilpflanze entspricht dem Gemeinen Frauenmantel."
Bestimmung
Blattanordnung: Grundrosette und wechselständige Stängelblätter
Blätter: rund, 3-6cm Durchmesser; handförmig-geschnitten mit 5-7 Fiedern; mittlere Fiedern bis ganz, resp. die äusseren Fiedern bis fast zum Grund eingeschnitten;
Fiedern: lanzettlich, ca. 1-3cm lang; vorne am Rand gesägt; OS meist dunkelgrün und glänzend; US dicht silbrig-seidig-glänzend behaart
Stängel: 10-30cm hoch; aufrecht; mit kleinen niederliegenden und sterilen Seitentrieben
Blüten: in endständigen dichten Blütenständen angeordnet, blüht Juni bis September
Einzelblüten: klein und unscheinbar; gelbgrün; ohne Kronblätter; 4-5 spitze Kelchblätter; inkl. Aussenkelch
Früchte: Nussfrüchte, die in den Kelch eingehüllt sind
Zeigerwerte: hell, mässig feucht, nährstoffarm, sauer
typische Standorte: In den Alpen über kristallinem Gestein (ist kalkmeidend!) ab ca. 800 m ü. M. bis auf 3000 m ü. M. auf Felsen, über Schutt und auf alpinen Rasen.
Fotos

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Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
Blätter (leicht aromatisch, herb, stark adstringiernd > mehr dazu): jung im Salat oder als Blattgemüse / Gemüsebeigabe; Tee
Verwendung in der Phytotherapie: zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben Für einen Tee werden 2-4 TL des zerkleinerten Krautes (Blätter / Blüten) in einer Tasse heissem Wasser für 10 bis 15 min ausgezogen. Durch den hohen Gerbstoffgehalt eignen sich die Blätter / Blüten für typische Gerbstoff-Heilanwendungen.
Wunden (Blutstillung und Desinfektion): Dafür eignen sich Umschläge aus dem Teeauszug
Hautentzündungen / Neurodermitis (nasses Ekzem): Verwendet werden Umschläge aus dem Teeauszug. Die Umschläge werden ca. 3x am Tag für 1-2h aufgelegt und sind alle 10-20min zu erneuern (sobald sie warm und trocken sind). In der Zeit zwischen zwei Umschlägen werden feuchte Kompressen aufgelegt (resp. locker angebracht). Die Therapie darf jeweils nicht länger als 2-3 Wochen angewendet werden ist. Es ist auch eine Behandlung mittels Hand-, Fuss-, Sitz- oder Vollbäder möglich.
Entzündungen im Mund-Rachenraum: Mehrmals täglich den Teeauszug gurgeln.
Durchfall: Mehrere Tassen des Teeauszug über den Tag verteilt trinken.
Entzündung von Zähnen und Zahnfleisch: Blätter kauen
Beschreibung
Der Alpen-Frauenmantel wird wegen den silbrig scheinenden Blattunterseiten auch Silbermantel genannt, resp. durch sein Auftreten, welche kristallinen Untergrund («Silikatgestein») bevorzugt, wird sie auch Silikat-Silbermantel. Typisch sind die handförmig und tief eingeschnittenen runden Blätter, die auf der Unterseite silbrig-seidig-glänzend behaart sind. Der seidige Glanz entsteht dabei durch die parallele Anordnung der dicht angeordneten Haare. Der Funktion dieser Behaarung ist bisher nicht geklärt. Es könnte sich um einen Schutz vor UV-Strahlung handeln. Gutation wie beim Gemeinen Frauenmantel, wird auch beim Silbermantel beschrieben.
Wie beim Gemeinen Frauenmantel entsteht auch beim Silbermantel der Embryo nur durch direkte Teilung der Eizelle, ohne Befruchtung durch eigenes oder fremdes Spermium, wodurch die Nachkommen jeweils Klone der Mutterpflanze darstellen. Deshalb sind auch beim Silbermantel zahlreiche Kleinarten vorhanden, die als Aggregat zusammengefasst werden. Auch Plodiestufen wie beim Gemeinen Frauenmantel sind weit verbreitet. Obwohl für die Fortpflanzung sinnlos, bilden die Blüten als evolutionären Überbleibsel etwas Nektar und Pollen und werden daher auch von Insekten besucht.
Der Silbermantel kann mit diversen weiteren Artengruppen aus der Gattung Frauenmantel (Alchemilla) verwechselt werden, die im Namen das "Silbermantel" enthalten. Diese haben jeweils ebenfalls runde, handförmig-geschnittenen Blätter mit silbrig behaarter Unterseite und lanzettliche Teilblätter, die vorne gezähnt sind. Die Unterscheidung zwischen diesen "Silbermäntel" erfolgt dabei meist nur durch kleine Details, wie die die Tiefe der Einschnitte, die Länge der Blattzähne, der Blattfarbe, der genauen Ausbildung der Blattbehaarung, der Stängellänge, dem Vorhandensein von sterilen Seitensprossen, usw. Alle diese "Silbermäntel" sind jedoch ungiftig und können identisch wie der Silikat-Silbermantel verwendet werden. In der Regel handelt es sich bei diesen entsprechenden Arten ausserdem ebenfalls um Bergpflanzen mit Lebensraum Fels, Schutt und Gebirgsrasen. Zu erwähnen sind die Arten aus der Gruppe «Alchemilla conjuncta superaggr.» (Kalk-Silbermantel-Superaggregat), die vor allem über kalkhaltigem Gestein vorkommen: Deren Stängel sind niederliegend (ganze Teppiche bildend) und deren mittleren Teilblätter sind nicht bis zum Grund eingeschnitten und können auch Fiedern haben. Beim in den Voralpen oder auch den höheren Lagen vom Jura häufigen Kalk-Silbermantel «Alchemilla conjuncta aggr.» ist die Farbe der Blattoberseite eher graugrün.

Die kulinarische und heiltechnische Nutzung der diversen «Silbermäntel» als typischer Gerbstoffpflanzen, entspricht im Wesentlichen dem Gemeinen Frauenmantel.
mögliche Verwechslungen
Mit anderen optisch fast identischen weiteren Silbermantel-Artengruppen, die jedoch alle ungiftig sind und identisch verwendet werden können.

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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