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Berg-Laserkraut (Laserpitium siler)

Familie: Doldenblütler (Apiaceae), Gattung: Laserkraut (Laserpitium)
"Das Berg-Laserkraut ist ein würziges Bergkraut, hat gleichzeitig aber auch eine etwas bittere Note. Die Früchte erinnern im Geschmack an Kümmel."
Bestimmung
Blattanordnung: Austrieb als Grundrosette; ab der Stängelbildung auch mit wenigen wechselständigen Stängelblättern
Blätter: 3-eckig, bis 1m lang; 2-4-fach gefiedert, Fiedern 1. Ord. lang gestielt, Fiederabschnitte lanzettlich, am Grund zugespitzt, am Rand ganzrandig blaugrün und kahl
Stängel: ca. 40cm bis 1.5m hoch; bis 2cm dick; fein gerillt; am Grund mit einem Faserschopf (Reste der verwelkten Blattscheiden aus den Grundblättern); kahl
Blüten: in endständigen, 20-50 strahligen Doppeldolden angeordnet (Strahlen lang); mit lanzettlichen und kahlen Hüll- und Hüllblättchen; Kronblätter weiss; blüht Juni bis August
Früchte: länglich, 0.5-1cm lang; kahl; Rippen breit geflügelt
Zeigerwerte: hell, mässig trocken, nährstoffarm, neutral bis basisch
typische Standorte: Felsen, steinige Hänge, schuttige Hangpartien (jeweils über kalkhaltigem Gestein) jeweils v.a. in leicht erhöhten Lagen (von Alpen / Jura) bis hoch zur Baumgrenze
Fotos









Verwendung
Inhaltsstoffe: Ätherische Öle (v.a. Perillaldehyd, Limonen, Chamazulen, usw.), Sesquiterpenlactone
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
Blätter (würzig, herb bis stark bitter > mehr dazu): Salat, Beigabe im Salat, Gewürz, Kräutersalz, Kräuterbutter, Kräuterquark, Aufstriche, Suppe, Pesto, Sauce, Kräuterlikör
Blüten (würzig, herb bis stark bitter > mehr dazu): essbare Dekoration, Gewürz
Früchte (würzig, herb, an Kümmel erinnernd > mehr dazu): Gewürz
Wurzeln (würzig, stark bitter, schärflich > mehr dazu): Likör, junge unverholzte Wurzelabschnitte (von Herbst bis Frühling geerntet) als Gemüsebeigabe.
Beschreibung
Das Berg-Laserkraut wird auch «Bergkümmel» genannt. Der erste Teil des Namens «Berg-» deutet darauf hin, dass es sich um eine Gebirgspflanze handelt. In der Schweiz kommt die Art im Mittelland praktisch nicht vor, sondern besiedelt sonnige Felsen und steinige Hänge im Jura und den Alpen (bis zur Baumgrenze). Der Untergrund muss dabei trocken und kalkhaltig sein. Die Verbreitung erfolgt nicht nur über die Früchte, sondern auch über weitreichende Wurzelausläufer, wodurch sich mit der Zeit dichte Bestände bilden können.
Wer einmal die Früchte probiert hat, merkt rasch von wo der zweite Teil des Namens «-kümmel» herkommt. Tatsächlich schmecken diese nach Kümmel, sind gleichzeitig auch deutlich bitter. Der "Kümmel-Geschmack" kommt jedoch nicht vom Carvon (wie beim Kümmel), sondern vom im Ätherischen Öl der Früchte (mit ca. 75%) dominierenden Perillaldehyd, welches so vermutlich ein ähnliches Geruchsempfinden auslöst.
Die Früchte wurden früher als Gewürz verwendet. Diese Nutzung ist jedoch in der Zwischenzeit in Vergessenheit geraten. Auch fällt die Art komplett aus dem Raster des "Wildkräuter-Mainstreams", bzw. deren Nutzung wird kaum erwähnt. Über die kalten Monate sollen früher auch die jungen und unverholzten (und etwas schärflichen) Wurzelabschnitte (am Rand der Stauden) als Gemüsebeigabe, bzw. Beigabe in Gemüsesuppen verwendet worden sein. Früchte und Wurzeln eignen sich weiter auch für Liköre. Auch volksheilkundlich gibt es Angaben für eine Nutzung bei Verdauungsbeschwerden oder als harntreibendes Mittel.
mögliche Verwechslungen

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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