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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Acker-Senf (Sinapis arvense)
Illustration des Acker-Senf (Sinapis arvense). Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae), Gattung: Senf (Sinapis)

"Senf ist bei diesem Kraut Programm, sowohl taxonomisch, als auch was den scharfen-senfigen Geschmack angeht. Der Acker-Senf kann das ganze Jahr über gesammelt werden."

 

Bestimmung

Blätter: wechselständig; eiförmig bis lanzettlich; unregelmässig grob gezähnt; OS dunkel- bis graugrün, schuppiges Blattmuster, US an den Nerven behaart


Stängel: 20 bis 60 cm hoch; kantig; verzweigt; unten behaart


Blüten: Einzelblüten in dichten endständigen Trauben angeordnet; blüht Mai bis Oktober

  • Einzelblüten: 4 hellgelbe Kronblätter, diese verkehrt-eiförmig und lang gestielt («benagelt»); ca. 1.5 bis 2.5 cm Durchmesser


Früchte: ca. 2.5 bis 4cm lange Schoten; mit je ca. 8 bis 13 Samen; Schnabel ca. 1cm lang (und oft mit 1-2 Samen); kurz gestielt


Zeigerwerte: hell, mässig feucht, nährstoffreich, neutral bis basisch


typische Standorte: Äcker, Ruderalflächen

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Senfölglykoside (v.a. Sinalbin, wenig Sinigrin und Gluconasturtiin), Flavonoide, wenig Erucasäure


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten


Beschreibung

Der Acker-Senf gehört zwar zur Gattung der Senfe (Sinapis), ist jedoch keine Zutat für die Herstellung von «Senf». Solcher wird nämlich aus dem Samen («Senfkörner») des Weissen Senfs (Sinapis alba), Schwarzen Senfs (Brassica nigra) und Braunen Senfs (Brassica juncea) hergestellt. Dazu werden die Senfkörner gemahlen und mit Essig, Salz und diversen weiteren Zutaten vermischt. Diese drei Arten werden bei uns zwar kultiviert, kommen jedoch wild nur selten vor. Der Acker-Senf stammt (wie letztere drei anderen Arten) ebenfalls ursprünglich aus dem mediterranen-orientalisch-zentralasiatischen Raum, ist aber mittlerweile in Mitteleuropa ein stark etabliertes und weit verbreitetes Ackerunkraut. Auch der Acker-Senf ist im Geschmack scharf und senfig, hervorgerufen durch die enthaltenen Senfölglykoside, die sich bei Verletzung des Pflanzengewebes (z.B. durch Biss) zu Senfölen spalten. Gleichzeitig hat er aber auch eine leicht herbe Note, was wohl ein Grund ist, warum er nie gross in der Senf-Mischung verwendet wurde. Aus den Samen des Acker-Senfs kann man aber selbstverständlich auch «wilder Senf» zubereiten, allerdings ist der Sammelaufwand hierzu sehr gross. Ähnlich wie Wilder Raps enthält auch der Acker-Senf Erucasäure, doch die Gehalte sind so gering, dass die Art für uns Menschen nicht als Giftpflanze gilt.


Wie erwähnt handelt es sich beim Acker-Senf um ein klassisches Ackerunkraut. Er ist dabei eine einjährige Pionierpflanze, die oft im Herbst (winterannuell) oder im Frühling (Sommerannuell) keimt. Dabei sind die Samen sehr langlebig und können auch noch Jahrzehnte im Boden überdauern, ehe sie unter günstigen Bedingungen (ausreichend Feuchte, vorangegangene Bodenbearbeitung, genügend Licht) austreiben. In der Regel bildet sich nach dem Austrieb direkt der Stängel. Eine Phase mit Grundrosette findet teils aber auch, v.a. in kalten Wintern. Bereits wenige Wochen nach der Keimung blühen die Pflanzen. Während der Blütezeit von mehreren Wochen wächst der Stängel konstant in die Höhe, unter ständiger Bildung neuer Blüten am Stängelende, während weiter unten am Stängel die Früchte heranreifen. Hauptbestäuber sind v.a. Wildbienen, Honigbienen, Schwebfliegen und Käfer. Fehlen diese, dann können sich die Blüten auch selbst befruchten. Die reifen Samen fallen mit der Öffnung der Schote mit der Schwerkraft zu Boden. Getreidesaatgut ist oft mit Samen des Acker-Senfes kontaminiert, was zur Ausbreitung beiträgt.

 

mögliche Verwechslungen

Gelber / Weisser Senf (Sinapis alba) essbar / ungiftig, ähnliche Verwendung


>>> mehr zum Weissen Senf in der entsprechenden Pflanzenbeschreibung <<<


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • gelbe Blüten in dichten Trauben angeordnet; Kronblätter benagelt


Unterschiede (u.a.)

  • Blätter immer fiederförmig (auch oben am Stängel)

  • Stängel borstig behaart

  • Blüten etwas länger gestielt

  • Schoten kleiner (1-2.5cm), aufgewölbt und borstig behaart, Schnabel abgeflacht

 

Verwechslung / Unterscheidungsmerkmale des Weissen Senf (Sinapis alba) gegenüber dem Acker-Senf (Sinapis arvensis).

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen
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