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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Illustration des Pfennigkrautes (Lysimachia nummularia). Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet. Begriffe sind u.a. gegenständig, Blätter rund, Blattrand ganzrandig, Stängel 4-kantig, Pflanze kahl, Blüten gelb, usw.

Familie: Primelgewächse (Primulaceae), Gattung: Gilbweiderich (Lysimachia)

"ein kleines unscheinbares Kraut, das kulinarisch mit seinem milden, säuerlichen Geschmack auf jeden Fall nicht enttäuscht"

 

Bestimmung

Blätter: gegenständig; kurz gestielt; rund bis oval, bis 3cm lang; ganzrandig; kahl; oft von kleinen rötlich bis orangen Punkten durchsetzt


Stängel: 4-kantig; niederliegend, bis 50cm lang; nur im unteren Bereich (an den Knoten) verwurzelt; wenig verzweigt; kahl


Blüten: einzeln aus den Blattachseln; gestielt (Stiel etwa so lang wie das Blatt); 5 gelbe (teils rot punktierte) Kronblätter, die am Grund noch kurz zusammengewachsen sind; Blüte ca. 2 bis 3cm breit; blüht Juni / Juli


Früchte: Kapselfrucht; 4-5mm lang


Zeigerwerte: halbschattig, feucht, nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: feuchte Krautsäume; feuchte Stellen im Wald; Gräben; Feuchtwiesen

Fotos

Verwendung


wichtige Inhaltsstoffe: Saponine (v.a. Nummularosid), Flavonoide (v.a. Myricitrin), Phenolsäuren, Gerbstoffe, Emeblin (ein Benzochinon)


Giftigkeit: Das Pfennigkraut ist ungiftig / problemlos essbar.


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten



  • Blüten: essbare Dekoration




Sammelkalender


Beschreibung

Das Pfennigkraut ist oft klein und unscheinbar, doch kulinarisch muss es sich mit seinem milden und etwas säuerlichen Geschmack auf jeden Fall nicht verstecken, egal ob im Salat oder auf dem Butterbrot. Die Blätter bleiben auch fast das ganze Jahr über weich und stehen teils sogar auch im Winter zur Verfügung. Der Name des Krautes kommt von den Blättern, die von der Form und Grösse her einen Münz-artigen Eindruck machen. Traditionell galt die Art als Wundkraut, indem zerquetschte Blätter oder Auszüge davon auf Wunden aufgetragen wurden.


Das Pfennigkraut wächst vor allem an feuchten Waldwegrändern und auf feuchten Wiesen. Durch den niederliegenden Stängel kann es sich rasch seitlich ausbreiten und so freie Flächen für sich einnehmen, bzw. mit der Zeit ein ganzes Geflecht bilden. Die Stängel können sich dabei immer wieder neu an den Knoten bewurzeln und so am neuen Abschnitt die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sicherstellen. Die Vermehrung erfolgt grösstenteils vegetativ, indem die einzelnen bewurzelten Abschnitte des Stängels, auch bei Durchtrennung, selbst weiterleben können, bzw. immer wieder ältere Abschnitte absterben. Indem Sprossabschnitte durch Hochwasser, Gartenarbeiten oder Verschleppung durch Tier, Mensch oder Fahrzeuge an einen neuen Ort gelangen und sich dort neu bewurzeln, ist auch eine Fernausbreitung möglich. Das Wachstum der Sprosse erfolgt über die warmen Monate, während sie jeweils die Winter an der Erdoberfläche überdauern (teils durch das bodennahe Laub vor Frost geschützt). In milden Wintern findet man auch noch Blätter am Kraut.


Es werden im Sommer Blüten gebildet, die auch von Insekten besucht werden, welche den Pollen verbreiten. Doch zu erfolgreicher Samenbildung kommt es dabei nur selten, nicht zuletzt weil der Bestand an einem Standort oft nur aus Klonen demselben Individuums besteht und Selbstbefruchtung nicht möglich ist. Die Blüten bilden keinen Nektar, dafür aber «Blumenöl», welches auf den Drüsenhaaren der Kron- und Staubblätter abgesondert wird. Besonders die Wald-Schenkelbiene ist dabei ein häufiger Besucher. Sie sammelt das Öl aus u.a. zur wasserabweisenden Auskleidung von in ihrem Nest.


Sobald sich am Standort dauerhaft höher wachsende Arten ansiedeln verschwindet das Pfennigkraut. Regelmässige Störung durch Mähen des Standortes verbessert so seine Konkurrenzsituation, weil es dann wiederum Zugang zum Licht hat, selbst aber unter der Schnitthöhe liegt.

 

mögliche Verwechslungen

Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)ungiftig / essbar, ähnliche Verwendung


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blätter gegenständig, kurz gestielt, bis 3cm lang, kahl

  • Stängel 4-kantig und kahl

  • gelbe Blüten, die einzeln aus den Blattwinkeln angeordnet sind (mit Blütenstiel etwa so lang wie Blatt)

  • gehört zur Gattung Gilbweiderich (Lysimachia)


Unterschiede (u.a.)

  • Blätter eiförmig-spitz; durchscheinend punktiert

  • Stängel aufsteigend (bis 20cm hoch), nur im unteren (bewurzelten) Teil niederliegend

  • Blüten nur 1 bis 2cm breit, blüht bereits im Mai (bis Juli)

  • Vorkommen bevorzugt an den richtig schattigen und wechselfeuchten Standorten (z.B. feuchte Wälder)


Unterscheidungsmerkmale / Unterschied zwischen dem Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum) und dem Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)


zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
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