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Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte
Familie: Primelgewächse (Primulaceae), Gattung: Gilbweiderich (Lysimachia)
"ein kleines unscheinbares Kraut, das kulinarisch durch seinen milden, säuerlichen Geschmack auf jeden Fall nicht enttäuscht"
Bestimmungsmerkmale und Lebensraum
> wie bestimme / erkenne ich das Pfennigkraut und wo kommt es vor?
Blätter: gegenständig; kurz gestielt; rund bis oval, bis 3cm lang; Blattrand ganzrandig; kahl; oft von kleinen rötlich bis orangen Punkten durchsetzt
Stängel: 4-kantig; niederliegend, bis 50cm lang; nur im unteren Bereich (an den Knoten) verwurzelt; wenig verzweigt; kahl
Blüten: einzeln aus den Blattachseln; gestielt (Stiel etwa so lang wie das Blatt); 5 gelbe (teils rot punktierte) Kronblätter, die am Grund noch kurz zusammengewachsen sind; Blüte ca. 2 bis 3cm breit; blüht Juni / Juli
Früchte: Kapselfrucht; 4-5mm lang
Zeigerwerte: halbschattig, feucht, nährstoffreich, schwach sauer bis neutral
typische Standorte: feuchte Krautsäume; feuchte Stellen im Wald; Gräben; Feuchtwiesen
Fotos


gegenständig, rundlich, ganzrandig

4-kantig und oft rötlich

© Less Nick – stock.adobe.com

© speakingtomato – stock.adobe.com
Verwendung
> Pfennigkraut in der Wildkräuterküche verwenden
wichtige Inhaltsstoffe: Saponine (v.a. Nummularosid), Flavonoide (v.a. Myricitrin), Phenolsäuren, Gerbstoffe, Emeblin (ein Benzochinon)
Giftigkeit: Das Pfennigkraut ist ungiftig / problemlos essbar.
Kulinarische Verwendung des Pfennigkrautes
Blätter (mild, aromatisch, säuerlich, nussig > mehr dazu): Salat, Kräuterbutter, Blätterchips, Suppe, Sauce, Limonade, Smoothie
Blüten: essbare Dekoration
Sammelkalender


Spannendes über die Art
Der Name des Krautes kommt von den Blättern, die von der Form und Grösse her einen Münz-artigen Eindruck machen.
Kulinarische Verwendung und traditionelle Nutzung als Wundkraut
Die Blüten bilden Nektar, werden aber nur selten erfolgreich befruchtet
Kulinarische Verwendung und traditionelle Nutzung als Wundkraut
Das Pfennigkraut ist oft klein und unscheinbar, doch kulinarisch muss es sich mit seinem milden und etwas säuerlichen Geschmack auf jeden Fall nicht verstecken, egal ob im Salat oder auf dem Butterbrot. Die Blätter bleiben auch fast das ganze Jahr über weich und stehen teils sogar auch im Winter zur Verfügung. Traditionell galt die Art als Wundkraut, indem zerquetschte Blätter oder Auszüge davon auf Wunden aufgetragen wurden.
Lebensraum und Ausbreitungsstrategie des Pfennigkrautes
Das Pfennigkraut wächst vor allem an feuchten Waldwegrändern und auf feuchten Wiesen. Durch den niederliegenden Stängel kann es sich rasch seitlich ausbreiten und so freie Flächen für sich einnehmen, bzw. mit der Zeit ein ganzes Geflecht bilden. Die Stängel können sich dabei immer wieder neu an den Knoten bewurzeln und so am neuen Abschnitt die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen sicherstellen. Das Wachstum der Sprosse erfolgt über die warmen Monate, während sie jeweils die Winter an der Erdoberfläche überdauern (teils durch das bodennahe Laub vor Frost geschützt). In milden Wintern findet man auch noch grüne Blätter .
Die Vermehrung erfolgt grösstenteils vegetativ, indem die einzelnen bewurzelten Abschnitte des Stängels, auch bei Durchtrennung, selbst weiterleben können, bzw. immer wieder ältere Abschnitte absterben. Indem Sprossabschnitte durch Hochwasser, Gartenarbeiten oder Verschleppung durch Tier, Mensch oder Fahrzeuge an einen neuen Ort gelangen und sich dort neu bewurzeln, ist auch eine Fernausbreitung möglich.
Sobald sich am Standort dauerhaft höher wachsende Arten ansiedeln verschwindet das Pfennigkraut. Regelmässige Störung durch Mähen des Standortes verbessert so seine Konkurrenzsituation, weil es dann wiederum Zugang zum Licht hat, selbst aber unter der Schnitthöhe liegt.
Die Blüten bilden Nektar, werden aber nur selten erfolgreich befruchtet
Es werden im Sommer Blüten gebildet, die auch von Insekten besucht werden, welche den Pollen verbreiten. Doch zu erfolgreicher Samenbildung kommt es dabei nur selten, nicht zuletzt weil der Bestand an einem Standort oft nur aus Klonen demselben Individuums besteht und Selbstbefruchtung nicht möglich ist. Die Blüten bilden keinen Nektar, dafür aber «Blumenöl», welches auf den Drüsenhaaren der Kron- und Staubblätter abgesondert wird. Besonders die Wald-Schenkelbiene ist dabei ein häufiger Besucher. Sie sammelt das Öl u.a. zur wasserabweisenden Auskleidung ihres Nestes.
mögliche Verwechslungen
Hain-Gilbweiderich (Lysimachia nemorum)
ungiftig / essbar, ähnliche Verwendung
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter gegenständig, kurz gestielt, bis 3cm lang, kahl
Stängel 4-kantig und kahl
gelbe Blüten, die einzeln aus den Blattwinkeln angeordnet sind (mit Blütenstiel etwa so lang wie Blatt)
gehört zur Gattung Gilbweiderich (Lysimachia)
Unterschiede (u.a.)
Blätter eiförmig-spitz; durchscheinend punktiert
Stängel aufsteigend (bis 20cm hoch), nur im unteren (bewurzelten) Teil niederliegend
Blüten nur 1 bis 2cm breit, blüht bereits im Mai (bis Juli)
Vorkommen bevorzugt an den richtig schattigen und wechselfeuchten Standorten (z.B. feuchte Wälder)


zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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