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Goldnessel (Lamium galeobdolon)

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae), Gattung: Taubnessel (Lamium)
"ein typisches Frühlingskraut mit schönen goldigen Blüten und pilzartig schmeckenden Blättern"
Bestimmungsmerkmale
Blätter: kreuzgegenständig; 4 bis 8 cm lang; untere Blätter eiförmig (oft mit herzförmigem Grund) und lang gestielt; obere Blätter eilanzettlich und kurz gestielt; grob und unregelmässig gesägt; behaart; schuppiges Blattmuster
Stängel: 20 bis 60 cm hoch; 4-kantig; v.a. unten behaart
Blüten: in den oberen Stängelbereichen in Scheinquirlen angeordnet; Krone hellgelb; Oberlippe helmförmig; Unterlippe rötlich gefleckt und mit ausgeprägten Seitenzipfel; blüht April bis Juli
Früchte: 4-teilige Klausenfrucht (4 Nüsschen, die unreif zusammengewachsen sind und sich danach voneinander lösen), die in der Kelchröhre eingebettet sind
Zeigerwerte: schattig bis sehr schattig, feucht, mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich, schwach sauer bis neutral
typische Standorte: Waldrand, Waldweg-Rand, Hecken
Fotos

©JRG – stock.adobe.com



Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
junge Blätter / Triebspitzen (pilzartig, herb > mehr dazu): Salat, Kräuterbutter, Kräuterquark, Suppe, Pesto, Smoothie
Blüten (schwach duftend, leicht würzig > mehr dazu): essbare Dekoration
Beschreibung
Die Goldnessel weisst Unterarten auf. Davon sind bei einigen die Blattoberseiten leicht bis auffällig silberweiss gefleckt. Dies ist kein Pilzbefall, sondern dabei handelt es sich um Luftschichten unter der Blatthaut, die das Licht reflektieren. Gewisse Unterarten bilden ausserdem während oder nach der Blütenzeit am Boden seitliche Ausläufe, zwecks vegetativer Vermehrung.
Unterarten sind u.a.
Berg-Goldnessel (subsp. montana): Blätter ungefleckt; oberste Blätter sehr länglich (2-3x so lang wie breit) am Boden mit langen Ausläufern; kommt vom Tiefland bis 2000 m ü. M. vor; in der Schweiz häufigste Unterart
Gewöhnliche Goldnessel (subsp. galeobdolon): OS z.T. schwach silberweiss gefleckt
Silber-Goldnessel (subsp. argentatum): OS deutlich silberweiss gefleckt; Zähne rundlich; am Boden mit langen Ausläufern; beliebte Gartenpflanze
Die Goldnessel trifft man im Frühling an Waldwegrändern oder auch unter Hecken sehr oft an. Nicht zuletzt heben sich die gelben Blüten im April vom eher «grünen Waldfarbton» deutlich ab. Man findet die Art nicht nur im Halbschatten, sondern auch unter dem geschlossenen Kronendach von Laubwäldern, solange jedoch noch genügend Streulicht zur Verfügung steht. Die seitlichen Ausläufer, die von subsp. montana und subsp. argentatum gebildet werden, treiben in der Regel nach der Blütezeit aus und überwintern anschliessend. Die Stängel treiben bereits ca. im März aus, also dann, wenn vor dem Blattaustrieb der Laubbäume noch viel Licht zur Verfügung steht.
mögliche Verwechslungen
Weisse Taubnessel (Lamium album) - ungiftig / essbar, ähnliche Verwendung
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter zugespitzt, unregelmässig gezähnt und mit schuppigem Muster
Stängel unten dicht behaart, am Boden mit Ausläufern
Unterschiede (u.a.)
auch obere Blätter herzförmig; Blattrand scharf gesägt
Einzelblüten weiss und mit dünnen Seitenzipfeln
braucht als Standort nährstoffreiche bis überdüngte Standorte

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