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Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis)

Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae), Gattung: Verbenen (Verbena)
"ein sehr bitteres Kraut, dass sich leider auch durch Wässern / Kochen nicht entbittern lässt, dafür aber umso mehr mythologisch aufgeladen ist"
Bestimmungsmerkmale
Blätter: gegenständig; (eiförmig bis) lanzettlich, 3-8cm lang; am Blattgrund fiederförmig eingeschnitten (meist am Grund mit zwei längeren / lanzettlichen Lappen und dann gegen Blattende schrittweise in «grob gezähnt» übergehend); schuppiges Blattmuster
untere / obere Blätter: sitzend; nur leicht eingeschnitten bis ungeteilt
mittlere Blätter: kurz gestielt; Einschnitte der zwei Lappen bis fast zur Blattmitte
Stängel: 4-kantig; kahl bis behaart; reich verzweigt; unten verholzt
Blüten: Einzelblüten in endständigen schmalen und langen Ähren angeordnet; Ähre verlängert sich während der Blütezeit schrittweise, in dem am Ende immer wieder neue Blüten gebildet werden; blüht Juni bis September
Einzelblüten: 3-5mm breit; 5 blasslila Kronblätter (rundlich) bilden am Grund eine Kronröhre; 5 Kelchblätter
Früchte: 4-teilige Klausenfrucht (4 Nüsschen, die unreif zusammengewachsen sind und sich danach voneinander lösen), die in der Kelchröhre eingebettet sind
Zeigerwerte: hell, nährstoffreich, mässig feucht (Feuchtigkeit wechselnd), schwach sauer bis neutral
typische Standorte: Wegränder, Waldwegränder, nährstoffreiche Ruderalflächen / Unkrautfluren
Fotos


Einschnitte der zwei Lappen bis fast zur Blattmitte

nur leicht eingeschnitten bis ungeteilt

©Orestligetka – stock.adobe.com
Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: Iridoide (u.a. Verbenalin, Aucubin,…), Verbascosid, Flavonoide, Gerbstoffe, Ätherische Öle, Bitterstoffe
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
junge Blätter (sehr bitter!): in kleinen Mengen als Beigabe im Salat, Wildgemüse
Blüten (sehr bitter): essbare Dekoration
Verwendung in der Phytotherapie: zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben In der modernen Pflanzenheilkunde konnte ein lokal endzündungshemmender / antimikrobieller und lokal schmerzstillender Effekt nachgewiesen werden. Angebliche abführende, immunstimulierende oder schleimfördernde Wirkungen wurden bisher nicht untersucht. Das Eisenkraut ist auch Bestandteil des Medikamentes «Sinupret», welches bei Nasennebenhöhlenendzündungen eingesetzt wird.
Beschreibung
Im Supermarkt findet man häufig Eisenkraut-Tee. Dabei handelt es sich jedoch nicht um das Echte Eisenkraut, sondern um die Zitronenverbene (Aloysia citrodora). Diese gehört zwar ebenfalls zur Familie der Eisenkrautgewächse, stammt jedoch aus Südamerika und weist einen angenehmen, zitronenartigen Duft auf. Das «Echte» Eisenkraut hingegen ist vom Geschmack her nicht nur einfach bitter, sondern sehr bitter! Kulinarisch sind davon also keine Höhenflüge zu erwarten. Auch nach stundenlangem Wässern und auch durch das Kochen bleibt immer noch eine hohe Bitterkeit übrig.
Die Pflanze ist ein typischer Kulturbegleiter, die sich an sonnigen, nährstoffreichen Unkrautfluren der menschlichen Kulturlandschaft gerne ausbreitet. Es handelt es sich nicht nur um eine traditionelle Heilpflanze, sondern auch um ein mythologisch aufgeladenes Kraut. Das Eisenkraut war in prähistorischer Zeit, als auch in der Antike bei vielen Kulturen ein wichtiges Kraut für kultische Zeremonien. Der Name soll davon stammen, dass die Pflanze ein gutes Mittel bei Verwundungen durch Eisenwaffen sei. Bei den Kelten wurden es in rituellen Reinigungen, Schutzzaubern und Heilritualen verwendet. Die Menschen dachten, dass das Kraut seine magische Wirkung verlieren würde, wenn es mit Eisen geschnitten wird. Deshalb wurde es mit Steinmessern oder blossen Händen geerntet. Das Eisenkraut galt aber auch bei den Griechen und Römern als eine heilige Pflanze. Krieger rieben sich mit Eisenkraut ein, um unverwundbar zu werden. Es galt als Schutzkraut gegen Blitzschlag und wurde in Häusern aufgehängt. Eisenkraut wurde auf Altären verbrannt, um böse Geister zu vertreiben und römische Priester nutzten Eisenkraut, um Pakt- und Freundschaftszeremonien zu besiegeln.
mögliche Verwechslungen
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