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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Echtes Eisenkraut (Verbena officinalis)
Illustration des Echten Eisenkrautes (Verbena officinalis). Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Eisenkrautgewächse (Verbenaceae), Gattung: Verbenen (Verbena)

"ein sehr bitteres Kraut, dass sich leider auch durch Wässern / Kochen nicht entbittern lässt, dafür aber umso mehr mythologisch aufgeladen ist"

 

Bestimmungsmerkmale

Fotos

Verwendung

Beschreibung

mögliche Verwechslungen

Bestimmungsmerkmale

Blätter: gegenständig; (eiförmig bis) lanzettlich, 3-8cm lang; am Blattgrund fiederförmig eingeschnitten (meist am Grund mit zwei längeren / lanzettlichen Lappen und dann gegen Blattende schrittweise in «grob gezähnt» übergehend); schuppiges Blattmuster

  • untere / obere Blätter: sitzend; nur leicht eingeschnitten bis ungeteilt

  • mittlere Blätter: kurz gestielt; Einschnitte der zwei Lappen bis fast zur Blattmitte


Stängel: 4-kantig; kahl bis behaart; reich verzweigt; unten verholzt


Blüten: Einzelblüten in endständigen schmalen und langen Ähren angeordnet; Ähre verlängert sich während der Blütezeit schrittweise, in dem am Ende immer wieder neue Blüten gebildet werden; blüht Juni bis September


Früchte: 4-teilige Klausenfrucht (4 Nüsschen, die unreif zusammengewachsen sind und sich danach voneinander lösen), die in der Kelchröhre eingebettet sind


Zeigerwerte: hell, nährstoffreich, mässig feucht (Feuchtigkeit wechselnd), schwach sauer bis neutral


typische Standorte: Wegränder, Waldwegränder, nährstoffreiche Ruderalflächen / Unkrautfluren

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Iridoide (u.a. Verbenalin, Aucubin,…), Verbascosid, Flavonoide, Gerbstoffe, Ätherische Öle, Bitterstoffe


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten

  • junge Blätter (sehr bitter!): in kleinen Mengen als Beigabe im Salat, Wildgemüse

  • Blüten (sehr bitter): essbare Dekoration


Verwendung in der Phytotherapie: zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben  In der modernen Pflanzenheilkunde konnte ein lokal endzündungshemmender / antimikrobieller und lokal schmerzstillender Effekt nachgewiesen werden. Angebliche abführende, immunstimulierende oder schleimfördernde Wirkungen wurden bisher nicht untersucht. Das Eisenkraut ist auch Bestandteil des Medikamentes «Sinupret», welches bei Nasennebenhöhlenendzündungen eingesetzt wird.

Beschreibung

Im Supermarkt findet man häufig Eisenkraut-Tee. Dabei handelt es sich jedoch nicht um das Echte Eisenkraut, sondern um die Zitronenverbene (Aloysia citrodora). Diese gehört zwar ebenfalls zur Familie der Eisenkrautgewächse, stammt jedoch aus Südamerika und weist einen angenehmen, zitronenartigen Duft auf. Das «Echte» Eisenkraut hingegen ist vom Geschmack her nicht nur einfach bitter, sondern sehr bitter! Kulinarisch sind davon also keine Höhenflüge zu erwarten. Auch nach stundenlangem Wässern und auch durch das Kochen bleibt immer noch eine hohe Bitterkeit übrig.


Die Pflanze ist ein typischer Kulturbegleiter, die sich an sonnigen, nährstoffreichen Unkrautfluren der menschlichen Kulturlandschaft gerne ausbreitet. Es handelt es sich nicht nur um eine traditionelle Heilpflanze, sondern auch um ein mythologisch aufgeladenes Kraut. Das Eisenkraut war in prähistorischer Zeit, als auch in der Antike bei vielen Kulturen ein wichtiges Kraut für kultische Zeremonien. Der Name soll davon stammen, dass die Pflanze ein gutes Mittel bei Verwundungen durch Eisenwaffen sei. Bei den Kelten wurden es in rituellen Reinigungen, Schutzzaubern und Heilritualen verwendet. Die Menschen dachten, dass das Kraut seine magische Wirkung verlieren würde, wenn es mit Eisen geschnitten wird. Deshalb wurde es mit Steinmessern oder blossen Händen geerntet. Das Eisenkraut galt aber auch bei den Griechen und Römern als eine heilige Pflanze. Krieger rieben sich mit Eisenkraut ein, um unverwundbar zu werden. Es galt als Schutzkraut gegen Blitzschlag und wurde in Häusern aufgehängt. Eisenkraut wurde auf Altären verbrannt, um böse Geister zu vertreiben und römische Priester nutzten Eisenkraut, um Pakt- und Freundschaftszeremonien zu besiegeln.

 

mögliche Verwechslungen

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
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