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Braun-Klee (Trifolium badium)

Familie: Hülsenfrüchtler/Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Gattung: Klee (Trifolium)
"In den Alpen trifft man den Braunklee häufig an (v.a. in Kalkgebieten). Die kulinarische Nutzung ist analog wie beim verwandten Rotklee."
Bestimmung
Blätter: wechselständig, 3-zählig gefiedert, an der Blattscheide längliche Nebenblätter
Teilblätter / Fiedern: breit-oval bis verkehrt-eiförmig, bis 2cm lang, am Ende stumpf bis ausgerandet, fein gezähnt, 12-15 Seitennerven
Stängel: 10-25cm hoch, aufrecht, meist unverzweigt, oben angedrückt behaart
Blütenstand: eiförmig bis kugelige Blütenköpfe mit 1.5-2cm Durchmesser; Blütenköpfe lang gestielt (Stiele aus den oberen Blattachseln abzweigend); blüht Juli bis August;
Einzelblüten: 6-9cm lange, goldgelbe Schmetterlingsblüten; Kronblätter nach dem Verblühen dunkelbraun und hängend
Früchte: Hülsenfrucht
Zeigerwerte: hell, feucht (Feuchtigkeit mässig wechselnd), mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich, neutral bis basisch
typische Standorte: in den Alpen über Kalk-haltigem Gestein: auf Bergwiesen, Bergweiden oder Quellfluren
Fotos






Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: Flavonoide
mögliche Kulinarische Verwendung:
Blätter (aromatisch, herb > mehr dazu): Salat, Kräuterbutter Kräuterquark, Wildgemüse / Gemüsebeigabe, Suppe
Blüten (angenehm duftend > mehr dazu): essbare Dekoration, Tee, Wildgemüse, Streckmehl, als Süssigkeit vor Ort (süsser Nektar aus den Blüten aussagen)
Samen (nussig, herb): Gewürz
Beschreibung
Der Braunklee ist eine typische Alpenpflanze. Dabei tritt die Art hauptsächlich über der Baumgrenze auf, bzw. teils sogar auch noch oberhalb von 2'500 m ü. M. auf der nivalen Stufe. Man findet die Art auch in anderen europäischen Hochgebirgen wie den Pyreäen, Karpaten oder Appeninen. Man findet den Braunklee vor allem auf den Bergwiesen und Bergweiden über kalkigem Untergrund. Allerdings ist die Art nicht streng an Kalk gebunden und kann so teils auch über Kristallingestein vorkommen. In der Alpwirtschaft wird die Art als Protein- und damit nährstoffreiche, als auch fürs Vieh beliebte und gut verträgliche Futterpflanze geschätzt. Wenn der Braunklee kurz vor der Blüte abgeschnitten oder abgeweidet wird, bildet er im gleichen Jahr nochmal neue Blütentriebe.
Der Name der Art kommt daher, dass sich die goldgelben Kronblätter nach dem Verblühen charakteristisch kastanienbraun verfärben und dann nach unten hängen. Vermutlich steckt dahinter eine ähnliche Strategie wie beim Weissklee, indem so die bestäubenden Insekten zu den noch unbefruchteten, goldgelben und aufrechten Blüten weiter oben am Blütenkopf gelenkt werden. Irgendwann sind jedoch alle Blüten verblüht und der gesamte Blüten- bzw. Fruchtstand erscheint dann braun. Der lateinische Name "badium" bedeutet übrigens auch so etwas wie "kastanienbraun". Bestäubende Insekten sind vor allem Hummeln, alpine Windbienen und Fliegen.¨
Die Hülsenfrüchte sind einsamig und öffnen sich (untypisch für Hülsenfrüchte) nicht bei der Reife. Die Ausbreitung erfolgt hauptsächlich (über kurze Distanzen) mit dem Wind, indem die die noch am Fruchtstand hängenden braunen Kronblätter als eine Art Segel dienen sollen. Einzelne Früchte bleiben bis in den Winter hinein am Fruchtstand und wenn Letztere dann teilweise über die Schneedecke ragen, können die Früchte auch dann noch verbreitet werden.
mögliche Verwechslungen
Feld-Klee (Trifolium campestre) - ungiftig/essbar, ähnliche Verwendung
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter 3-zählig, wechselständig, Fiedern verkehrt-eiförmig und bis 2cm lang
goldgelbe Schmetterlingsgblüten in einem kugelig bis ovalem Blütenkopf, Blüten nach dem Verblühen hängend und braun werdend
gehört zur Gattung Klee (Trifolium)
Unterschiede (u.a.)
mittlere Fieder gestielt; Fieder in verschiedene Richtungen («3D») angeordnet; Fiedern nur vorne gezähnt; am Fiederende oft mit Stachelspitz; Nebenblätter eiförmig
Stängel kann auch niederliegend sein
Blütenkopf etwas kleiner (1-1.5cm); Einzelblüten etwas kleiner (4-5mm); nach dem verblühen eher hellbraun als braun
Vorkommen an nährstoffarnem Standorten, Äcker, Trockenwiesen (v.a. unter der Baumgrenze, teils auch etwas darüber)

Gold-Klee (Trifolium aureum) - ungiftig/essbar, ähnliche Verwendung ! potentiell gefährdet !
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter 3-zählig, wechselständig, Fiedern verkehrt-eiförmig, fein gezähnt und bis 2cm lang, am Ende stumpf bis ausgerandet, Nebenblätter länglich
goldgelbe Schmetterlingsgblüten in einem lang gestielten, kugelig bis ovalem Blütenkopf; Blüten nach dem Verblühen hängend und braun werdend
gehört zur Gattung Klee (Trifolium)
Unterschiede (u.a.)
Nebenblätter mit vielen Nerven
Stängel meist verzweigt
Blütenkopf etwas kleiner (1-1.5cm); Fahne am Ende ausgerandet; Kronblätter nach dem Verblühen eher hellbraun als braun
Vorkommen v.a. in tiefen Lagen unter der Baumgrenze an trocken-kalkarmen-nährstoffarmen Standorten (Trockenwiesen, lichte Wälder, Krautsäume, Wegränder)


zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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