top of page

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Vogelkirsche (Prunus avium)

llustration der Vogelkirsche (Prunus avium). Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte

Familie: Rosengewächse (Rosaceae), Gattung: Prunus

"dabei handelt es sich um die Wildform der Süsskirschen"

 

Bestimmungsmerkmale und Lebensraum

Habitus: Baum bis 25m Höhe


Blätter: wechselständig; lang gestielt; oval bis eiförmig, am Ende zugespitzt, 6-15cm lang; unregelmässig doppelt-gesägt; OS kahl; US an den Nerven behaart; am Blattgrund mit 1-2 roten Nektardrüsen


Äste / Stamm: Rinde braungrau; löst sich in horizontalen Ringen («Ringelkork»); mit horizontalen, breiten, rostfarbenen Lentizellen


Blüten: in Dolden à ca. 2-6 Einzelblüten angeordnet; Einzelblüten mit ca. 2.5 bis 3.5 cm Durchmesser; Kronblätter rund und weiss; blüht April bis Mai, duftet schwach

Blüten der Arten aus der Familie Rosengewächse (Rosaceae) allgemein: radiärsymmetrisch, 5 Kron- und 5 Kelchblätter, viele Staub- und Fruchtblätter


Früchte: schwarze (unreif rote), kugelige, 1-2cm grosse Steinfrucht; mit grossem Steinkern; ab ca. Juli reif


Zeigerwerte: halbschattig, feucht, mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: Wald, Waldrand, häufig kultiviert

Fotos

Verwendung​

Giftigkeit*: Der Steinkern der Vogelkirsche ist roh giftig (durch Blausäureglykoside); Blüten und Blätter enthalten wenig Blausäureglykoside und sollten nur in kleinen Mengen konsumiert werden.


mögliche Kulinarische Verwendung*: zu den Grundrezepten


  • Blätter* (adstringierend > mehr dazu): junge Blätter auch in kleinen Mengen im Salat



​​

Sammelkalender​


​
Spannendes über die Art

>>> weitere Essbare Bäume und Sträucher 🌳🌲


Der Name «Kirsche» ist bei der Vogelkirsche definitiv Programm, denn aus ihr gingen durch Züchtungen die Süss-Kirschen als Kultursorten hervor. Bei diesen handelt es sich um zwei Unterarten der Vogelkirsche («Knorpelkirschen und Herzkirschen»), die gegenüber der Wildform etwas grössere und süssere Früchte, sowie auch etwas grössere Blätter aufweisen.


Die Vogelkirsche selbst ist eine in ganz Mitteleuropa heimische Baumart. Als Pionierbaum ist sie lichtbedürftig und wächst rasch nach Störungen wie Windwurf, Kahlschlag, usw. Gegen Schattenarten ist sie nicht konkurrenzfähig. Man findet sie oft an Waldrändern und teils auch innerhalb von Wäldern, wenn diese licht ausgebildet sind. Obwohl der Baum relativ rasch wächst, ist das Holz hart, bzw. hochwertig für den Möbel- oder Instrumentenbau. Er stellt damit ein wertvolles Edelholz dar, weshalb die Vogelkirsche auch forstwirtschaftlich als Mischbaumart kultiviert wird. Bei der Kultivierung spielen oft auch ökologische Überlegungen eine Rolle, denn ihre Blüten sind eine wertvolle Nektarquelle für Insekten, bzw. die Früchte wertvolle Nahrung für Vögel. Die Vogelkirsche wird als wärmeliebende Art mit dem Klimawandel zunehmend forstwirtschaftlich interessant. Allerdings ist sie nur bedingt dürrefest, weshalb sie sich nur für Standorte mit ausreichender Wasserversorgung eignet. Wildverbiss ist bei der Vogelkirsche ein besonderes Problem, weshalb die Jungbäume im Forst besonders geschützt werden müssen.


Die Blüten erscheinen vor dem Blattaustrieb und auch der Blattaustrieb erfolgt verhältnismässig früh. Dadurch ist die Vogelkirsche ausgesprochen spätfrostgefährdet. Deshalb sind sie auch an Standorten in Tallagen oder sogar Kaltluftsenken nicht geeignet. Dies hat auch Konsequenzen auf die Standorte ihrer kultivierten Zuchtformen, d.h. die Süsskirschen werden bevorzugt an warmen, gut durchlüfteten Hanglagen und Plateaus (resp. nicht mitten im Tal) angebaut. Insbesondere die Hanglagen im Jura der Nordwestschweiz über Ton- oder Mergelgestein oder Löss, bietet hierfür gute Bedingungen: warmes Klima, häufiger Westwind und gute stabile Wasserversorgung im Untergrund. Es ist deshalb kein Wunder, dass vor allem in dieser Region Hochstamm-Kirschbäume das Landschaftsbild prägen und stark kulturell verankert sind.


>>> weitere Essbare Bäume und Sträucher 🌳🌲

 

mögliche Verwechslungen

---------------------------------------------------------------------------


zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.

​

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

folge mir auf Social-Media:

das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

teile diesen wertvollen Content:   

Fotos
Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen
400PngdpiLogo.png

©2021 erdflow. Erstellt mit Wix.com

Outdoor.jpg
bottom of page