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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Portulak (Portulaca oleracea)
Illustration des Portulaks (Portulaca oleracea). Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Portulakgewächse (Portulacaceae), Gattung: Portulak (Portulaca)

"Ein sehr aromatisches, schmackhaftes und leicht säuerliches Wildgemüse, welches man im Sommer auf Ruderalflächen antrifft."

 

Bestimmung

Blätter: wechselständig bis fast gegenständig; sitzend; oval bis spatelförmig, bis 1 bis 3 cm lang; ganzrandig; fleischig (dick und sehr wasserhaltig); glänzend


Stängel: 10 bis 30 cm lang; niederliegend; stark verzweigt; kahl; an sonnigen Standorten oft rötlich gefärbt; Blätter v.a. am Ende der Zweige


Blüten:  einzeln angeordnet oder 2-3 Blüten zusammen; 5 gelbe Kronblätter; Krone sehr klein (Durchmesser ca. 5mm); Kelchblätter sind leicht kürzer als Kronblätter und fallen früh ab; am Grund der Blüte grüne Kelchblatt-artige Hochblätter; Griffel verzweigt sich am Ende zu 5-6-teiliger Narbe; blüht Juni bis September


Früchte: eiförmige Kapselfrucht; ca. 3-4mm lang, mit sehr vielen kleinen Samen


Zeigerwerte: hell, frisch (Feuchtigkeit mässig wechselnd), nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: Ruderalflächen, Wegränder, Äcker, zwischen Pflastersteinen

Fotos

Verwendung

Inhaltsstoffe: Oxalsäure, Schleimstoffe


*Giftigkeit: wegen der enthaltenen Oxalsäure sollte der Portulak weder in extrem hohen Mengen, noch ständig täglich über längere Zeit verzehrt werden.


mögliche Kulinarische Verwendung*: zu den Grundrezepten


kulinarische Verwendung des Portulaks als Gemüse

Beschreibung

Der Portulak stammt ursprünglich aus dem (ost-)mediterranen und asiatischen Raum. Die wärmeliebende Pflanze wurde als Archäophyt von den Römern nach Mitteleuropa gebracht und ist vor allem in den klimatisch etwas wärmeren Gebieten verbreitet. Er besiedelt bei uns als «zähes lästiges Unkraut» Äcker und Gärten, sowie Ruderalflächen. Die Pflanze kann sogar aus Strassenrissen oder zwischen Pflastersteinen hervorwachsen. Mit seinem niederliegenden Wuchs wächst er überall dort, wo Lücken in der Vegetation vorhanden sind und sich der Standort in der Sommerhitze so richtig stark aufheizt.


Die Art ist einjährig und keimt erst spät im Jahr, wenn die Temperaturen sommerlich sind (d.h. erst im Sommer, wenn die Bodentemperaturen über 25°C erreichen). Danach erfolgt das Wachstum sehr rasch, d.h. innert kürzester Zeit bildet sich ein flächiger Teppich aus. Das Pflanzengewebe ist sukkulent, d.h. Blätter und Stängel enthalten Gewebe zur Wasserspeicherung. Damit wird bei nassem Wetter das Wasser wie bei einem Schwamm aufgenommen, um es anschliessend für Hitze- und Trockenphasen zu speichern. Der Portulak hat ausserdem die Fähigkeit in Trockenphasen auf nächtliche CO2-Fixierung umzustellen. Während für die Photosynthese normalerweise das CO2 am Tag aufgenommen wird, geschieht dies nun in der Nacht und wird dabei für den nächsten Tag (wenn wieder Photosynthese betrieben wird) chemisch zwischengespeichert. So bleiben die Spaltöffnungen nur in der Nacht geöffnet, wodurch bei den kühleren Temperaturen (gegenüber dem Tag) auch der Wasserverlust geringer ist. Dank Sukkulenz und nächtlicher CO2-Fixierung kann der Portulak auch bei trocken-heissem Sommerwetter wachsen und sich ausbreiten, während andere Kräuter und Gräser schon lange verwelken.


Die Blüten sind sehr kurzlebig (meist nur 1 bis 2 Stunden), öffnen sich nur bei Sonne und sind überwiegend selbstbestäubend. Teils werden sie aber auch durch Insekten fremdbestäubt. Wie für Pionierpflanzen typisch, bildet auch der Portulak sehr viele winzig kleine Samen aus. Pro Exemplar können dies sogar bis zu 200'000 an der Zahl sein! Bei geeigneten Bedingungen keimen die Samen noch im selben Sommer. Sie können im Ruhezustand weit über 10 Jahre keimfähig bleiben. Spätestens im Herbst mit den ersten Frösten sterben die Pflanzen dann ab. 

Die Pflanze ist aber nicht nur ein «lästiges Unkraut», sondern schmeckt auch ganz gut und hat einen hohen Vitamin-C- und Mineralstoffgehalt. Die Pflanzenteile sind dabei angenehm säuerlich und erfrischend. Tatsächlich war der Portulak früher in Mitteleuropa mal ein weit verbreitetes und genutztes Gartengemüse. Im ostmediterranen Raum, d.h. von Griechenland, über Türkei, Naher Osten und Nordafrika findet man den Portulak auch heute noch auf den Märkten und als Zutat vieler traditioneller Menüs.


Etwas verwirrend ist, dass das Gewöhnliche Tellerkraut (Claytonia perfoliata) ebenfalls «Portulak» genannt wird (genauer gesagt «Winterportulak»). Diese ursprünglich aus Nordamerika stammende Art ist winterhart und bei uns als teils als Wintergemüse angebaut. Wild findet man sie selten. Mit dem eigentlichen Portulak (der auch «Sommerportulak» genannt wird) ist der «Winterportulak» nicht verwandt.

 

mögliche Verwechslungen

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zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
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