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Kletten-Labkraut (Galium aparine)

Familie: Rötegewächse (Rubiaceae), Gattung: Labkräuter (Galium)
"das borstige Kraut kommt an seinen Standorten meist massenweise vor und eignet sich v.a. als Wildgemüse, denn roh ist das Ganze eine etwas zu kratzige Angelegenheit"
Bestimmung
Blätter: Stockwerk-artig in Quirlen à 6-8 Blätter angeordnet; sitzend; verkehrt-eilanzettlich bis lanzettlich, 1-5 cm lang und am Ende spitz (Stachelspitze); Blattrand fein gezähnt und mit zum Grund weisenden feinen Stacheln; Mittelnerv oben eingedrückt und ebenfalls mit feinen Stacheln
Stängel: 30 bis 150cm hoch; 4-kantig; verzweigt; mit nach unten gerichteten Hakenborsten
Blüten: Einzelblüten in kleinen Trugdolden (à 1 bis 7 Einzelblüten) angeordnet, die aus den Blattachseln abzweigen; Einzelblüten mit 4 (meist) weissen, lanzettlichen und am Ende spitzen Kronblättern (die am Grund zu einer Röhre verwachsen sind); 4 unscheinbare Kelchblätter; blüht Mai bis Oktober
Früchte: kugelige Klettfrüchte (mit hakigen Borsten), mit ca. 1.5 bis 2.5mm Durchmesser; pro Blüte bilden sich zwei Früchte, die erst zusammengewachsen sind und sich während der Reifung voneinander trennen (Spaltfrucht)
Zeigerwerte: halbschattig, sehr nährstoffreich bis überdüngt, mässig feucht (Feuchtigkeit wechselnd), schwach sauer bis neutral, salztolerant
typische Standorte: Waldrand, Hecken, Schuttplätze, Auenwälder, Äcker
Fotos



an Blätter und Stängel

©Henri Koskinen– stock.adobe.com

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Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: Kieselsäure, Asperulosid (ein Iridoidglykosid), Gerbstoffe, Ätherische Öle
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
junge Blätter / junge Triebe (aromatisch, herb > mehr dazu): Gemüse (Wildspinat), Gemüsebeigabe, Suppe, Sauce, Smoothie
Früchte (nussig, herb > mehr dazu): Gewürz, Beigabe in diversen Gerichten (z.B. Salat), geröstet und vermahlen als Kaffeeersatz
Beschreibung
Von den anderen Vertretern aus der Gattung Labkraut unterscheidet sich das Kletten-Labkraut durch seine hakigen (d.h. am Ende rückwärts gerichteten) Borstenhaare. Diese kleben nicht nur an der Kleidung oder den Haaren fest, sondern machen die Art zu einer Kletterpflanze, die an benachbarten Pflanzen (aber auch Zäunen) hochklettern kann. Als einjährige und damit kurzlebige Pflanze, kann sie so andere Arten «überwachsen», ohne viel selbst Energie zu investieren, resp. muss keine Biomasse für einen stabilen Stängel bilden. Dort wo die Art vorkommt, d.h. an nährstoffreichen bis überdüngten Standorten, findet man nämlich in der Regel (durch das hohe Nährstoffangebot) eine üppige Vegetation vor (oft Brennnesseln oder Knoblauchsrauken), die es zu überwachsen gilt. Und warum dabei einen teuren Stützapparat bauen, wenn ihn andere Pflanzen «gratis zur Verfügung stellen»?
Wegen den hakigen Borsten, die sowohl Stängel, als auch die Blätter überziehen, ist ein roher Verzehr eher eine kratzige Angelegenheit. Gekocht oder auch nur leicht angedünstet werden die Borsten rasch weich und stellen dann kein Problem mehr dar. Für so ein Wildspinat werden vor allem die Triebspitzen (mit den jungen Blättern und Stängelabschnitten) genutzt, denn ältere Teile des Stängels werden rasch zäh. Abgestorbene Pflanzen, an denen noch einzelne Nüsschen daran hängen, findet man noch im Spätherbst bis in den Winter hinein. Das Kletten-Labkraut gilt als leicht harntreibend. Im Gegensatz zum ähnlich aussehenden Waldmeister, enthält das Kletten-Labkraut kein Cumarin und kann deshalb gefahrlos auch in höheren Mengen konsumiert werden.
mögliche Verwechslungen
mit anderen Arten aus der Gattung der Labkräuter (Galium), die jedoch keine hakigen Borstenhaare aufweisen

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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