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Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus)

Familie: Hülsenfrüchtler/Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Gattung: Hornklee (Lotus)
"Eine essbare Augenweide! Man findet ihn nicht nur auf Weiden und Mähwiesen im Tiefland, sondern auch hoch oben in den Alpen weit über der Baumgrenze."
Bestimmungsmerkmale
Blätter: wechselständig; gefiedert; 5-zählig; sitzend (untere zwei Fiedern direkt am Stängel); am Grund zwei eiförmige Nebenblätter
Fiedern: oval-zugespitzt; bis 2cm lang; ganzrandig; sehr schwache Seitennerven; US blaugrün; obere 3 Fiedern sitzend; untere 2 Fiedern kurz gestielt; kahl bis dicht behaart
Stängel: 4-kantig; meist aufsteigend; verzweigt; kahl bis dicht behaart
Blüten: in endständigen Dolden à 2-8 Einzelblüten angeordnet; Hochblätter an der Basis der Dolde; blüht Mai bis September
Einzelblüten: gelbe (aussen oft auch etwas rötliche) Schmetterlingsblüten; Schiffchen (meist zwischen den Flügeln versteckt) nach oben gekrümmt; Schiffchenspitze etwas heller und z.T. rötlich
Früchte: lange, gerade Hülsenfrucht
Zeigerwerte: hell, frisch, schwach sauer bis neutral, salztolerant
typische Standorte: Fettwiesen, Weiden, Krautsäume; Auch in den Alpen bis auf 3'000 m ü. M. weit verbreitet
Fotos

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Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide, Blausäureglykoside
*Giftigkeit: enthält wenig Blausäureglykoside und sollte entweder nur in kleinen Mengen oder gekocht konsumiert werden
mögliche Kulinarische Verwendung*: zu den Grundrezepten
Blätter (herb > mehr dazu): Beigabe im Salat, Kräuterbutter, Kräuterquark
Blüten (angenehm duftend > mehr dazu): essbare Dekoration, Tee
unreife Früchte: gekocht als Wildgemüse (wie Bohnen) Kochwasser im Anschluss wegschütten!

Beschreibung
Der Gewöhnliche Hornklee ist eine weit verbreitete Wildpflanze, die nicht nur im Tiefland, sondern auch auf den Bergwiesen hoch oben in den Alpen sehr prominent vertreten ist. Seine gelben Schmetterlingsblüten sind eine wahre Augenweide. Mit der Blütezeit, die sich bis in den Herbst hinein erstreckt, sind der Pollen und der zuckerreiche Nektar für zahlreiche Insekten eine wichtige Nahrungsquelle. Die eiweissreiche Art wird auch gerne von Schafen und Ziegen gefressen und ist sehr robust gegen Trittbelastung, resp. treibt auch nach Abfressen / Mähen rasch wieder aus. Die Pflanzenteile enthalten giftige Blausäureglykoside, allerdings nur in sehr geringen Mengen. Sofern man roh die Pflanzenteile nur in kleinen Mengen konsumiert, ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite.
mögliche Verwechslungen
Alpen Hornklee (Lotus alpinus) – (mit Vorsicht) ungiftig / essbar, ähnliche kulinarische Verwendung
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter 5-zählig (2 davon direkt am Stängel); Fiedern ganzrandig
gelbe Schmetterlingsblüten in Dolde
Unterschiede (u.a.)
Fiedern nur bis 0.8 cm lang
Stängel rund und meist niederliegend
pro Dolde nur ca. 1 bis 3 Einzelblüten
Spitze des Schiffchens dunkelpurpurn
Vorkommen auf Rasen, Weiden und Kiesflächen im Gebirge über der Waldgrenze

Sumpf Hornklee (Lotus pedunculatus) - (mit Vorsicht) ungiftig / essbar, ähnliche kulinarische Verwendung
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter 5-zählig (2 davon direkt am Stängel); Fiedern oval und ganzrandig
gelbe Schmetterlingsblüten in Dolde, Spitze des Schiffchens hell
Unterschiede (u.a.)
Fiedern z.T. auch verkehrt-eiförmig, untere zwei Fiedern sitzend
Stängel rund und hohl, bis 80cm Wuchshöhe
8-14 Schmetterlingsblüten pro Dolde
Vorkommen auf Nasswiesen und an feuchten Stellen im Wald

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