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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Wald-Ziest (Stachys sylvatica)
Illustration des Wald-Ziest (Stachys sylvatica) für die Bestimmung der Art. Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Lippenblütler (Lamiaceae), Gattung: Ziest (Stachys)

"die Art erinnert etwas an die Brennnessel, hat jedoch keine Brennhaare, dafür eine kuschlig-weiche Blattbehaarung und einen intensiven Pilz-Geschmack"

 

Bestimmung

Blätter: kreuzgegenständig; herzförmig-zugespitzt, 5 bis 15 cm lang; gesägt (eher grob); lange gestielt (Stiel etwa so lange wie Spreite), Stiel u-förmig; beidseitig dicht, aber weich («kuschelig») behaart; beim Zerreiben charakteristischer Geruch


Stängel: 30 bis 100 cm hoch; 4-kantig, abstehend behaart (oben drüsenhaarig); an den Knoten Teleskop-artig verschachtelt; teils mit kriechenden Trieben


Blüten:  blüht Juni bis September

  • Blütenstand: endständige Ähre; Scheinquirlen à meist 6 Einzelblüten; im unteren Bereich des Blütenstandes mit kleinen Blättern unterhalb der Scheinquirlen

  • Einzelblüten: braunrote bis violette Krone; Oberlippe helmförmig und ganzrandig; Unterlippe ca. 2x so lang wie Oberlippe und mit weissen Flecken; Kelchblätter behaart


Früchte: 4-teilige Klausenfrucht (4 Nüsschen, die unreif zusammengewachsen sind und sich danach voneinander lösen), die in der Kelchröhre eingebettet sind; ab ca. August reif


Zeigerwerte: halbschattig, feucht, nährstoffreich, schwach sauer bis neutral


typische Standorte: Waldrand, Waldweg-Rand, Hecken, Auenwälder

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Ätherische Öle, Gerbstoffe, Bitterstoffe


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten


Beschreibung

Der Wald-Ziest wird, wegen seines ähnlichen Aussehens, vor der Blütezeit oft mit der Grossen Brennnessel verwechselt. Allerdings merkt man beim Wald-Ziest rasch, dass man an den Blättern und am Stängel statt Brennhaare, eine angenehm dicht-weiche («kuschelige») Behaarung vorfindet. Beide Arten treten jedoch oft zusammen auf, denn auch der Wald-Ziest ist auf nährstoffreichen Boden im Halbschatten angewiesen. Der Geruch von zerriebenen Blättern des Wald-Ziest wird in der Bestimmungsliteratur als «unangenehm» beschrieben, doch das ist Ansichtssache. Auf jedenfall hat der Wald-Ziest im Geschmack eine ausgeprägte «Pilznote». So geben die jungen Blätter nicht nur eine gute Salatbeigabe, sondern auch aromatisches Wildgemüse (sofern man den Geschmack schätzt).


Der Austrieb beginnt bereits Ende Februar / März, also dann, wenn die Laubbäume ihre Blätter noch nicht ausgetrieben haben und am Boden noch ausreichend Licht vorhanden ist. Die Blütezeit beginnt dann jedoch erst im Sommer und dauert mehrere Monate bis in den Herbst hinein. Dabei wächst der Stängel kontant in die Höhe und bildet immer wieder neue Stockwerke mit Blüten, während weiter unten am Stängel bereits die ersten Früchte heranreifen. Bestäuber sind vor allem langrüsselige Wildbienen und Hummeln. Der Wald-Ziest bildet aus dem unterirdischen Rhizom heraus nicht nur den Stängel, sondern oft auch beblätterte, kriechende Triebe, diese besonders in den tiefen Lagen auch überwintern können.

 

mögliche Verwechslungen

Alpen-Ziest (Stachys alpina) - ungiftig / essbar, ähnliche Verwendung


Der Alpen-Ziest wächst ebenfalls an nährstoffreich-halbschattigen Standorten, ist allerdings auf kalkhaltigen Boden angewiesen. Man findet ihn hauptsächlich im Jura und in den Alpen bis zur Waldgrenze. Dort tritt er nicht nur an Waldrändern, Waldweg-Rändern oder in lichten Wäldern, sondern auch auf Geröllhalden, auf Ruderalflächen (Kiessträsschen) und teils auch auf Weiden und in Lägerfluren auf. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben in der Regel im Herbst ab, doch in den tiefen und warmen Lagen überwintert die Pflanze in einer Grundrosette. Geschmacklich hat auch der Alpen-Ziest ebenfalls die typische «Pilz-Geschmacksnote».


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • untere Blätter lang gestielt, Blattstiel u-förmig

  • charakteristischer Geruch


Unterschiede (u.a.)

  • Blätter herzlanzettlich, am Ende nicht zugespitzt; Blattrand stumpf gezähnt; obere Blätter sitzend

  • keine Ausläufer

  • Scheinquirlen à 6-18 Blüten; Blätter im gesamten Blütenstand

  • Krone hellrosa bis hellviolett, etwas grösser


Alpen-Ziest (Stachys alpina)


Sumpf-Ziest (Stachys palustris) - ungiftig / essbar, ähnliche Verwendung


Der Sumpf-Ziest ist, wie der Name es bereits suggeriert, eine Sumpfpflanze und besiedelt Ufer, nasse Gräben und nasse Wiesen. Dabei findet man die Art sowohl im Halbschatten, als auch im Offenland. Die Ausläufer sind sehr kräftig ausgeprägt und können sich an den Knoten auch neu bewurzeln, wodurch sich die Art auch vegetativ ausbreiten kann. An den Knoten sind die Ausläufer verdickt und diese Abschnitte werden auch kulinarisch als Gemüse genutzt. Geschmacklich hat auch der Sumpf-Ziest diese typische «Pilz-Geschmacksnote»


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blätter behaart

  • mit Ausläufern


Unterschiede (u.a.)

  • Blätter lanzettlich mit herzförmigem Blattgrund; sitzend oder nur kurz gestielt

  • Stängel nur kurz und zerstreut behaart; Ausläufer an den Knoten verdickt

  • Blüten hellviolett

  • Pflanze fast geruchslos


Sumpf-Ziest (Stachys palustris)

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen
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