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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Persischer Ehrenpreis (Veronica persica)
Illustration des Persischen Ehrenpreis (Veronica persica) für die Bestimmung der Art. Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Wegerichgewächse (Plantaginaceae), Gattung: Ehrenpreis (Veronica)

"ein kleines Kraut, dass v.a. im Winter für frisches Grün sorgt"

 

Bestimmungsmerkmale

Fotos

Verwendung

Beschreibung

mögliche Verwechslungen

Bestimmungsmerkmale

Blätter: untere Blätter gegenständig, obere Blätter wechselständig; sitzend bis kurz gestielt; eiförmig bis herzförmig, 1 bis 2.5cm lang, grösser als Blüten; Blattrand grob stumpf nach vorne gesägt (pro Seite 3 bis 6 Zähne)


Stängel: 20 bis 50 cm lang; niederliegend bis aufrecht; behaart (kurze + längere Haare)


Blüten: Blüten einzeln aus den Blattachseln und lang gestielt; Durchmesser 0.8 bis 1.5cm, blüht Februar bis Oktober

Gattung Ehrenpreis allgemein: 4 Kronblätter, 4 (bis 5) Kelchblätter, 2 Staubblätter, 2 zusammengewachsene Fruchtblätter; Kronblätter: rundlich, am Grund leicht verwachsen, violett-blau, dunklere Längsstreifen, in der Mitte weiss, Schlund gelblich


Früchte: Kapselfrucht; bis zu 1cm breit; von Kelchblättern umgeben


Zeigerwerte: hell mässig feucht, nährstoffreich, neutral bis basisch


typische Standorte: Äcker, Gärten, Fettwiesen, Ruderalflächen

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Iridoide (u.a. Aucubin), Verbascosid, Flavonoide, Gerbstoffe, Phenolsäuren


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten

Beschreibung

Innerhalb der Gattung Ehrenpreis (Veronica) gibt es in Mitteleuropa 30 Arten. Diese können sich in ihrem Aussehen stark unterscheiden. Die Blüten sehen bei den verschiedenen Arten aber meist sehr ähnlich aus und sind dabei auch das wichtigste Merkmal zur Erkennung der Gattung. Alle Arten der Gattung Ehrenpreis sind übrigens ungiftig und essbar. Die dunkleren Streifen auf den Kronblättern weisen die Bestäuber zur Mitte der Blüte.


Der Persische Ehrenpreis ist ein Neophyt, der ursprünglich aus dem Kaukasus-Raum stammt. Er ist einjährig und besiedelt als Pionierpflanze diverse Flächen mit gestörter Vegetation, wie Äcker, Ruderalflächen oder Gärten. Die Art keimt meist bereits im Herbst oder innerhalb von milden Wintern und nutzt damit das Zeitfenster bevor hochwüchsigere Arten emporschiessen. Auch gerade deshalb findet man sie jeweils auch im Winter auf Fettwiesen, also in der Zeit, bevor sie von den Gräsern in den Schatten gestellt werden. Starker Frost überleben Blätter problemlos. Wenn die Bedingungen optimal sind (genügend Lichteinfall z.B. nach Störungen der Vegetation oder des Bodens, sowie ausreichende Temperatur und Bodenfeuchte), ist jedoch ganzjährig eine Keimung möglich, mit Schwerpunkt Frühling und Herbst.


Die Exemplare können auch das ganze Jahr über blühen, also auch in milden Wintern (nicht jedoch in kalten Wintern) Die Blüten öffnen sich nur für einen Tag und auch das nur bei Sonnenschein und ausreichend Wärme. Fehlen an diesem Tag Insekten für die Fremdbestäubung, ist auch Selbstbestäubung möglich. Der Stängel wächst im Verlaufe des mehrmonatigen Lebens kontinuierlich in die Höhe und dabei werden auch immer wieder neue Blüten gebildet. Die Samen, die bei Reife aus der Fruchtkapsel auf den Boden fallen sind mehrere Jahre lang im Boden keimfähig. Sekundäre Weiterverbreitung der Samen erfolgt durch Anhaftung an Schuhe, Tierfell, Pfoten oder Reifen oder auch durch Verschwemmung mittels Oberflächenwasser. Der Persische Ehrenpreis ist also ein ganzjährig zur Verfügung stehendes Kraut (ausser bei strengem Frost oder in starken Trockenphasen). Der Geschmack ist meist mild und etwas «grasig»-fade, kann vereinzelt aber auch bitter sein. Da die Art erst im 19. Jahrhundert nach Mitteleuropa gelangte, gibt es in Mitteleuropa keine echte kulinarische Tradition.

 

mögliche Verwechslungen

Faden-Ehrenpreis (Veronica filiformis) - essbar / ungiftig, ähnliche Verwendung


Auch dieser ist ein Neophyt aus dem Kaukasus-Raum. Im Gegensatz zum Persischen Ehrenpreis ist der Faden-Ehrenpreis jedoch mehrjährig. Die Art ist sehr Schnitt- und Tritt-verträglich und wächst deshalb vor allem in Parks, auf Rasenflächen und extensiv genutzten Weiden. Die Verbreitung erfolgt hauptsächlich vegetativ über die oberirdischen Ausläufer und so können rasch dicke Teppiche entstehen, welche die Lücken im Vegetationsbewuchs ausfüllen. Die Art blüht hauptsächlich im Frühling, teils auch im Sommer, doch Samenbildung ist in Mitteleuropa selten.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blätter herzförmig; Blüten einzeln aus Blattachseln


Unterschiede (u.a.)

  • Blätter sehr klein (kleiner als Blüten)

  • Stängel sehr dünn und nur fein behaart; Blüten sehr lang gestielt


Unterscheidungsmerkmale / Verwechslung des Faden-Ehrenpreis gegenüber dem Persischen Ehrenpreis. Graphisch übersichtlich dargestellt.

Efeu-Ehrenpreis (Veronica hederifolia) - essbar / ungiftig, ähnliche Verwendung


Der Efeu-Ehrenpreis ist ebenfalls einjährig. Es handelt sich dabei sowohl um ein Garten- als auch ein Ackerunkraut und zusätzlich sogar um eine Waldpflanze. Im Wald treibt die Art im Spätwinter aus und nutzt die lichtreiche Periode bis zum Austrieb der Laubbäume. Die Art blüht im Frühling und stirbt nach der Samenreife ab.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blätter grösser als die Blüten

  • Blüten einzeln aus Blattachseln; blüht sehr früh im Jahr


Unterschiede (u.a.)

  • Blätter handförmig gelappt (3-7 Lappen), Endlappen breiter


Unterscheidungsmerkmale / Verwechslung des Efeu-Ehrenpreis gegenüber dem Persischen Ehrenpreis. Graphisch übersichtlich dargestellt.

Gamander Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) - essbar / ungiftig, ähnliche Verwendung


Im Gegensatz zu den vorher genannten Ehrenpreis-Arten, ist der Gamander-Ehrenpreis eine in Mitteleuropa alteingesessene Pflanzenart. Sie wächst vor allem an Waldrändern, Waldwegrändern und in lichten Wäldern, teils auch auf extensiv genutzten Wiesen. Die Art kommt vom Tiefland bis zur Baumgrenze (und teils auch darüber hinaus) vor.


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blätter eiförmig, sitzend bis kurz gestielt, grösser als die Blüten


Unterschiede (u.a.)

  • Blätter immer gegenständig angeordnet, können bis 3.5 cm lang sein

  • Stängel 2-zellig behaart

  • Blüten in Trauben angeordnet, die aus den Blattachseln hervortreten


Unterscheidungsmerkmale / Verwechslung des Gamander-Ehrenpreis gegenüber dem Persischen Ehrenpreis. Graphisch übersichtlich dargestellt.

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Fotos
Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen

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