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Hunds-Rose (Rosa canina)

Familie: Rosengewächse (Rosaceae), Gattung: Rosa
"Die Hundsrose ist die in Mitteleuropa am häufigsten vorkommende Wildrose. Die Früchte (Hagebutten) haben eine sehr vielfältige kulinarische Verwendung."
Bestimmung
Habitus: Strauch bis 4m Höhe
Blätter: wechselständig; gefiedert, mit 5-7-Teilblättern; Blattstiel z.T. mit Stacheln und/oder (sehr kleinen) Stieldrüsen, jedoch nicht behaart; am Grund mit zwei länglichen Nebenblättern (die mit dem Blattstiel verwachsen sind)
Teilblätter / Fiedern: eiförmig bis oval; 2 bis 4 cm lang; meist 1.5x so lang wie breit; gesägt bis doppelt gesägt; auf beiden Seiten kahl
Äste / Stamm: bogig überhängend; mit meist hakenförmigen (selten sichelförmigen) Stacheln, die eine breite Stachelbasis aufweisen
Blüten: Krone 3-5cm breit; Kronblätter meist hellrosa (selten weiss) und verkehrt-herzförmig; Staubblätter gelb; Kelchblätter nach dem Verblühen zurückgeschlagen und danach rasch abfallend; Blüte und Blütenstiel ohne Nektardrüsen; nicht bis kaum duftend; blüht Juni; die einzelne Blüte blüht nur wenige Tage
Blüten der Arten aus der Gattung Rosa allgemein: radiärsymmetrisch; 5 Kron- und 5 Kelchblätter; viele Staub- und Fruchtblätter; krugförmiger Blütenboden, der sich oben verengt; Fruchtblätter unterständig
Früchte: leuchtend rote bis orangerote, meist ovaloide oder eiförmige Hagebutten; ca. 1.5 bis 3 cm lang; ab ca. Oktober/November reif; Früchte aus den Arten der Gattung Rosa allgemein: Sammelnussfrucht; Fruchtfleisch umschliesst dabei die Nüsschen; Kerne im Innern (Nüsschen) fein behaart; Früchte werden «Hagebutte» genannt.
Zeigerwerte: halbschattig, mässig nährstoffarm bis nährstoffreich, frisch, schwach sauer bis neutral
typische Standorte Hecken, Waldrand
Fotos



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Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: in den Früchten Pektin, Carotinoide, hoher Gehalt an Vitamin-C
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
junge Blätter (herb > mehr dazu): Salat, Salatbeigabe
Blüten (fade > mehr dazu): essbare Dekoration (Achtung: Verwelken nach dem Sammeln rasch!)
Früchte (süss > mehr dazu): roh als Nascherei vor Ort (Kerne und Haare im Innern vorher auskratzen), Tee, Mus, Konfitüre, Chutney /Ketchup, weiter
Hagebuttenriegel (siehe Text)
Fruchtfleisch getrocknet und kleingeschnitten / kleingemahlen als Hagebuttenpulver (als Beigabe im Müesli, im Smoothie, Gewürz für Suppe oder Saucen, über dem Salat, im Joghurt /Quark, als Streckmehl, usw.)
Kerne geröstet und vermahlen als Kaffee (Kerne sehr hart > sehr starke Mühle verwenden!) oder ausgekocht als Kernlestee (siehe Text)

Verwendung in der Phytotherapie: zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben
Arthritis: Die in den Hagebuttenschalen enthaltenen Galaktolipide zeige in in-vitro-Studien eine entzündungshemmende Wirkung. Dabei verspricht man sich auch eine Wirkung von Hagebutten bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Arthritis. Verwendet wird vor allem das kleingeschnittene Pulver der Fruchtschalen (Hagebuttenpulver). Für ein standardisiertes Hagebuttenpulver aus Dänemark («Hyben vital») liegen vielversprechende klinische Studien mit einer Tagesdosis von 5g (2-3 TL) Pulver pro Tag vor, die zeigen, dass damit bei rheumatischen Beschwerden die Menge an Schmerzmitteln reduziert werden kann. Zu beachten ist jedoch, dass dort ein spezifisches Herstellungsverfahren den Gehalt an wirksamkeitsbestimmenden Inhaltsstoffen sicherstellt (spezifische Züchtung, Erntezeitpunkt, schonende Trocknung, laufende Überprüfung vom Wirkstoffgehalt,…) und damit die Studienergebnisse nicht 1:1 auf andere Produkte oder selbst hergestelltes Hagebuttenpulver übertragen werden können. Die Galaktolipide sind fettlöslich und zersetzten sich bei 40 °C, weshalb die Hagebuttenschalen nicht stark erhitzt werden dürfen, resp. ein Teeauszug nur schon wegen der schlechten Wasserlöslichkeit nicht viel bringen dürfte (ölige Kaltauszüge, die als Speiseöl verwendet werden, wären hier zielführender, wobei hier nichts über die erforderliche Dosis bekannt ist).
Hautentzündungen: Die Kronblätter von Blüten der Rosenarten («Rosenblütenblätter»), wie z.B. bei der Hunds-Rose, werden von HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft, dass basierend auf langjähriger Erfahrung äußerlich bei leichten Hautentzündungen angewendet werden kann. Verwendet wird dabei das Hydrolat (auch «Rosenwasser» genannt), dass bei der Wasserdampfdestillation vom Ätherischen Öl («Rosenöl») als Nebenprodukt anfällt. Es enthält Gerbstoffe und Flavonoide, die entzündungshemmend wirken. Weiter werden das aus den Kernen verwendete Öl (Hagebuttenkernöl) und das Fruchtfleisch, sowohl traditionell als auch in modernen Kosmetikprodukten, zur Hautpflege verwendet.
Beschreibung
Die Rose gilt als die «Königin der Blumen»: Ihre grosse Blütenkrone, die schönen Farben und je nach Art auch der wundervolle Duft, lässt wohl niemanden kalt. Die gezüchteten «Kulturrosen» sind in unserer Kultur tief verankert als Symbol von Liebe und Schönheit und dies schon seit mindestens einigen tausend Jahren. Die entsprechende Bedeutung hatte die Rose nämlich bereits in allen grossen antiken Kulturen Eurasiens (Persien, China, Griechenlands, Ägypten,…). Was jedoch die wenigsten Leute wissen: Es gibt in der Natur da draussen auch zahlreiche heimische wilde Rosenarten!
Innerhalb dieser Gattung Rose (Rosa) ist die Hundsrose in Mitteleuropa der häufigste Vertreter. Daneben kommen auch noch 30 weitere Rosen-Arten vor, teils mit sehr ähnlichem Aussehen Bei diesen als «Wildrosen» bezeichneten Arten ist die genauere Bestimmung deshalb nicht so einfach, wobei zum Glück alle Arten der Gattung ungiftig sind. Das Vorhandensein von Nektardrüsen an den Blättern und/oder den Blüten, resp. Blütenstiel ist ein wichtiges Merkmal zur Artbestimmung innerhalb der Gattung. Solche «Drüsenhaare» sondern einen zuckerreichen Nektar ab, der meist auch intensiv duftet und Bestäuber anlockt. Die Hundsrose, die praktisch keinen Drüsenhaaren hat, scheint auf diese zusätzliche Anlockung jedoch nicht angewiesen zu sein. Der typische Rosenduft von Zuchtrosen geht nicht von den Drüsenhaaren, sondern von Ätherischen Ölen aus, die sich in den Zellen an den äusseren Schichten der Kronblätter befinden. Auch hier ist die Hundsrose nahezu duftlos, während typische Duftrosen, wie die Essig- oder die Zimt-Rose grosse Mengen davon produzieren.
Als Früchte bilden Wildrosen die charakteristisch aussehenden «Hagebutten» aus. Dabei sind die kleinen Kerne im Innern nicht die Samen, sondern diese stellen einzelne Nussfrüchte dar. Das darum herum umfassende Fruchtfleisch besteht aus umgewandeltem Blütenbodengewebe. Ein weiteres Merkmal der Gattung sind die Stacheln an den Ästen. Diese dienen dem Frassschutz und sind teilweise auch eine Kletterhilfe.
Sowohl Bienen als auch Käfer und Schwebfliegen besuchen die Blüten der Hundsrose und sammeln dort den reichlich vorhandenen Pollen. Wie für dornige Sträucher (wie Weissdorn oder Schlehe) typisch, bieten die spitzen Stacheln den Vögeln Schutz vor Fressfeinden, wodurch die Wildrosen von diversen Vogelarten als Nistplatz genutzt werden. Die Hagebutten, die meist bis Ende Winter noch an den Sträuchern zu finden sind, sind eine wichtige Futterpflanze für in Mitteleuropa überwinternde Vogelarten, resp. werden auch von Kleinsäugern wie z.B. Füchse oder auch von grösseren Säugetieren wie Rehen oder Wildschweinen verzehrt. Die Hundsrose kann sich nicht nur generativ über die Samen, sondern auch vegetativ über unterirdische Ausläufer und mit herablaufenden Zweigen, die sich am Boden bewurzeln, vermehren.
Bei der kulinarischen Nutzung stehen vor allem die Hagebutten im Vordergrund. Bereits im Frühherbst reifen diese zu roter bis orangeroter Farbe heran, indem Carotinoide eingelagert werden. Sie können zu diesem Zeitpunkt bereits gesammelt werden, sind dann jedoch noch etwas sauer. Wegen den enthaltenen Gerbstoffen sind sie auch etwas adstringierend und noch nicht so süss im Geschmack. Ausserdem ist das Fruchtfleisch durch den hohen Pektin-Gehalt noch etwas hart. Der Vitamin-C Gehalt ist zu diesem Zeitpunkt sehr hoch und kann Werte von 500 bis 1'000 mg / 100g Frischmasse (teils auch darüber hinaus) erreichen. Mit 100g Hagebutten kann man also bereits das 5 bis 10-fache des Tagesbedarfs an Vitamin C zu sich nehmen. Die Vollreifung erfolgt dann erst im Spätherbst nach den ersten Frösten, und zwar indem das Fruchtfleisch in der Konsistenz weicher (gelartig) wird und der Geschmack sich nun deutlich süsser anfühlt. Untersuchungen zeigen, dass zu diesem Zeitpunkt allerdings auch der Vitamin C-Gehalt deutlich abnimmt.
Wer das Fruchtfleisch und die Schale roh essen will, kratzt vorgängig die harten Nüsschen im Innern aus, denn diese sind zu hart, um sie kauen zu können. Ausgekratzt werden auch die feinen Härchen um die Kerne, denn diese lösen wegen ihrer Widerhaken nicht nur auf der Haut einen Juckreiz aus, sondern können auch beim Verzehr in Mund, Rachen oder Verdauungstrakt etwas unbekömmlich wirken. Ein paar Reste dieser Härchen stellen jedoch kein Problem dar. Letztere wurden früher zu Spasszwecken (typischer Kinderscherz) als Juckpulver eingesetzt, indem diese auf Kleidung oder Haut gestreut wurden. Bei einer Verarbeitung der Hagebutten zu Konfitüre wird oft empfohlen, die Hagebutten vorgängig für ein paar Tage im Tiefkühlfach einzufrieren. Diese Hagebutten werden dadurch etwas süsser, deutlich weicher und lassen sich danach auch einfacher durch das Sieb passieren. Ob dabei sich auch geschmacklich was verändert, darüber wird in der Szene diskutiert. Bei den weichen Hagebutten ab Spätherbst kann das gelartige süsse Fruchtfleisch ganz einfach herausgedrückt und so direkt ausgelutscht werden. Für die Konfitüre-Herstellung ist dann für das Weichkochen nur eine minimale Kochdauer notwendig. Gegen Ende Winter werden die am Strauch übrig gebliebenen Hagebutten aber zunehmend faulig.
Hagebutten sind auch als pflanzliche Notnahrung interessant. Während die Kalorien im Fruchtfleisch v.a. in Form von Zucker vorliegen, sind es in den Kernen vor allem Fette. Um an diese Kalorien zu gelangen, müssen die Kerne erst im Wasser weichgekocht werden, denn sonst sind sie fürs Kauen zu hart. Aus eigener Erfahrung reichen dabei 20 bis 30 Minuten Kochzeit aus (darüber hinaus passiert nicht mehr viel). Das Gute: Die Härchen jucken nach diesen langen Kochzeit auch nicht mehr. Das Kauen ist nach dem Weichkochen zwar grundsätzlich möglich, trotzdem bleibt das Ganze für die Zähne eine zähe und harte Angelegenheit. Gekochte Hagebutten können Anschluss zerstampft, auf eine Holzstück gestrichen werden und danach neben dem Feuer kurz (ca. 5 bis 10min) angebraten werden, wodurch ein leckerer Hagebuttenriegel entsteht. Das Anbraten darf jedoch nicht zu lange dauern, denn sonst werden die Kerne durch den Wassern-Entzug wieder härter. Angaben in der Survivalliteratur, wonach die Kerne rein durch Rösten weich gemacht werden können, haben sich in Selbstversuchen bisher nicht bestätigt (im Gegenteil, die Kerne wurden jeweils sogar härter).
Die Kerne, welche bei der Herstellung von Hagebuttenmus oder -pulver als «Abfall» anfallen, können im Wasser ausgekocht und der daraus entstehende Sud getrunken werden. Diese Zubereitung ist auch als Kernlestee bekannt. Er gilt als leicht entwässernd und wurde vermutlich deshalb früher bei Nieren- und Blasensteinen eingesetzt. Die Kerne (pro 100ml Tee ca. 0.5 bis 1 TL) werden dazu mit einem (grossen) Messer zerkleinert oder mit dem Mörser zerstossen und 20 bis 30min im Wasser ausgekocht (bis der Sud rot wird, danach abseihen). Bedarfsweise können die Kerne vorgängig über Nacht eingeweicht werden. Das in den Kernen enthaltene Vanillin verleiht dem Kernlestee eine leichte Vanille-Note.
mögliche Verwechslungen
Hecken- / Busch-Rose (Rosa corymbifera) - ungiftig/essbar, ähnliche kulinarische Verwendung
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Fiedern doppelt-gesägt und duftlos; Blattoberseite meist kahl
Stacheln hakig und sehr kräftig.
Blütenstiele ohne Drüsen; Kelchblätter nach dem Verblühen zurückgeschlagen und rasch abfallend (wie bei der Hundsrose)
ähnliche Standorte
Unterschiede (u.a.)
Blattunterseite flaumig behaart (ältere Blätter v.a. an Nerven); Blattoberseite kann leicht behaart sein;
Blattstiel flaumig behaart, immer mit sichelförmigen Stacheln und Stieldrüsen

Alpen-Rose / Gebirgs-Rose (Rosa pendulina) - ungiftig/essbar, ähnliche kulinarische Verwendung
Die Alpen-Rose ist nicht mit der giftigen Alpenrose (aus der Gattung Rhododendron) zu verwechseln! Die Alpen-Rose tritt v.a. an wechselfeuchten Standorten in erhöhten Lagen auf, wie z.B. im Jura, den Mittelland-Hügelzonen oder in den Alpen (dort teils auch über der Baumgrenze). Man findet die Alpen-Rose dabei entlang von Bergwegen, in Lichtungen von Bergwäldern oder auch in Lawinenrunsen. In den tiefen Lagen des Mittellandes findet man die Alpen-Rose in der Regel nicht.
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter meist doppelt-gezähnt
Blüten mit ca. 4cm Durchmesser
Unterschiede (u.a.)
Blätter, Blütenstiele und Kelchblätter meist mit gestielten Nektardrüsen (Drüsenhaare)
pro Blatt 7-9 Teilblätter; Teilblätter teils auch rundlich
die meisten Zweige ohne Stacheln; untere Zweige mit geraden Stacheln (nicht hakig!)
Kronblätter rosa bis dunkelrot (Färbung gesättigt); blüht Juni/Juli
die Kelchblätter sind länger als die Kronblätter und richten sich auf
Hagebutten schlank und mit Stieldrüsen / Stachelborsten

Feld-Rose (Rosa arvensis) - ungiftig/essbar, ähnliche kulinarische Verwendung
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter 5-7-zählig; Fiedern kahl (höchstens leicht flaumig), Fiedern gesägt bis doppelt-gesägt und duftlos
Hagebutten kahl
ähnliche Standorte
Unterschiede (u.a.)
Blattstiel und US am Mittelnerv teils mit Stieldrüsen; Strauch nur bis 1m hoch, z.T. kletternd; Stacheln nur schwach gebogen
Blütenstiele meist mit Stieldrüsen; Blüten jeweils weiss; Griffel einer Blüte sind zu einer Säule vereinigt; Kelchblätter breit-lanzettlich und nur halb so lang wie Krone, resp. nach dem Verblühen zurückgebogen
Hagebutten kugelig und dunkelrot

Artengruppe Rosa rubiginosa aggr. («Wein-Rose») - ungiftig/essbar, ähnliche Verwendung
Die Wein-Rose (Rosa rubiginosa), Kleinblütige Rose (Rosa micrantha), Acker-Rose (Rosa agrestis) und Duft-Rose (Rosa elliptica) bilden zusammen die Artengruppe «Rosa rubiginosa aggr.»
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter 5-7-zählig
ähnliche Standorte
Unterschiede (u.a.)
Fiedern unten behaart
Blattstiel, Blatt-US und Blattrand mit vielen roten Drüsen, die einen Apfelduft verströmen (v.a. beim Zerreiben)
dicht bestachelt; Stacheln kräftig, sichelförmig und am Grund flach ausbreitend (bis zu 1cm breit)
Kelchblätter teils gefiedert; Blütenstiel mit Stieldrüsen
Hagebutte kugelig bis eiförmig, kahl oder mit Stieldrüsen

Die häufigste Art der Artengruppe Rosa rubiginosa aggr. Ist die Wein-Rose (Rosa rubiginosa). Diese unterscheidet sich von den anderen Arten der Gruppe durch folgende Merkmale:
Fiedern am Grund rund (nicht stark verschmälernd) bis fast herzförmig
zwischen den sichelförmigen Stacheln teils auch gerade Stacheln vorhanden
Kelch nach dem Verblühen schräg nach vorne
Blüten- / Fruchtstiele jeweils dicht drüsig behaart
Artengruppe Rosa tomentosa aggr. (Filzige Rose) - ungiftig/essbar, ähnliche kulinarische Verwendung
Die Filzige-Rose (Rosa tormentosa), Apfel-Rose (Rosa villosa), Sherards-Rose (Rosa sherardii), Weiche Rose (Rosa mollis) und Kratz-Rose (Rosa pseudoscabriuscula) bilden zusammen die Artengruppe «Rosa tormentosa aggr.»
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter 5-7-zählig; Fiedern gesägt bis doppelt-gesägt; Fiedern-US meist ohne Stieldrüsen
ähnliche Standorte (v.a. im Jura)
Unterschiede (u.a.)
Fiedern beidseitig flaumig behaart; Rand mit Blattdrüsen; Blätter mit Harzduft
Strauch maximal 1 bis 1.5m hoch; Stacheln gerade bis wenig gebogen
Blütenstiel und Fruchtbecher mit vielen Stieldrüsen
Hagebutten mit vielen Stieldrüsen

Die häufigste Art der Artengruppe Rosa tormentosa aggr. Ist die Filzige Rose (Rosa tormentosa). Diese unterscheidet sich von den anderen Arten der Gruppe durch folgende Merkmale:
Fiedern länglich-oval (2x so lang wie breit); US meist ohne Stieldrüsen
Zweige zickzackmässig
Kelchblätter kürzer als Krone
Kelchblätter nach dem Verblühen meist zurückgebogen und vor Fruchtreife abfallend
Fruchtstiel 2-3x so lang wie die Hagebutten
Bibernell-Rose (Rosa spinosissima) - ungiftig/essbar, ähnliche kulinarische Verwendung
Gemeinsamkeiten (u.a.)
Blätter, Blütenstiele und Kelch (meist) ohne Stieldrüsen
ähnliche Standorte (wobei v.a. kalkhaltiger, felsig/steiniger und trockener Untergrund bevorzugt wird)
Unterschiede (u.a.)
Blätter 7-9-zählig und ohne Stieldrüsen; Fiedern nur 1-2cm lang; jeweils nur einfach gesägt
Stacheln verschiedenartig und gerade
Kronblätter meist weiss, blüht Mai
Hagebutte kugelig und schwarz

Kartoffel-Rose (Rosa rugosa) - ungiftig/essbar, ähnliche kulinarische Verwendung (Früchte mit viel Fruchtfleisch!).
Bei der angenehm duftenden Kartoffel-Rose handelt es sich um eine in Siedlungsgebieten häufig kultivierte Rosenart. Sie verwildert dabei nur selten und stammt ursprünglich aus Ostasien.
Unterschiede (u.a.)
Fiedern dick-runzelig; OS glänzend; US behaart und mit stark hervortretenden Blattnerven
Stacheln kaum gebogen und an der Basis behaart
Blütenstiel filzig behaart; Krone 6 bis 8cm breit; Blüten angenehm duftend; blüht später (Juli bis September)
Hagebutte sehr dick


zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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