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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Ahorn-Arten (Acer)


Seite erstellt von David Büsser - Wildkräuterexperte


Familie: Seifenbaumgewächse (Sapindaceae), Gattung: Ahorn (Acer)

(Foto ©Dinadesign - stock.adobe.com)


"Die Blätter von Ahorn-Arten haben die typische gelappte Ahorn-Form. Kulinarisch lohnen sich nicht nur die Blüten und junge Blätter im Salat, sondern auch gegarte Samen im Herbst als Wildgemüse"

 

Bestimmungsmerkmale und Lebensraum

> wie unterscheide ich die verschiedenen Ahorn-Arten?


Blätter: gegenständig; herzförmig; handförmig-gelappt (5-7 Lappen); äusserte Lappen meist sehr klein; US behaart

  • Feld-: Länge <10cm; Blattrand der Lappen ganzrandig (evtl. mit einem Zahn) und stumpf

  • Spitz-: Länge >10cm; Blattrand der Lappen spitz, lang gezähnt und am Ende zugespitzt; Buchten stumpf; Blattstiel mit Milchsaft

  • Berg-: Länge >10cm; Blattrand der Lappen unregelmässig gesägt bis gekerbt; Buchten spitz


Verschiedene Ahornblätterarten im Bild beschrieben: Feld-, Spitz- und Berg-Ahorn. Texte kennzeichnen Blattform, Größe und Lappenmuster.

Habitus:

  • Feld-: Strauch, selten kleiner Baum

  • Spitz-: Baum bis 30m Höhe

  • Berg-: Baum bis 30m Höhe


Äste / Stamm: graubraun


Nahaufnahme von Baumrinden: Feld-Ahorn mit langer Rinde, Spitz-Ahorn mit Efeu, Berg-Ahorn schuppig. Beschriftet Ahornarten Borke.

Blüten: radiärsymmetrisch; 5 gelbgrüne Kron- und Kelchblätter; grosser grüner Diskus; ca. 8 Staubblätter; ein kleiner 2-narbiger Griffel

  • Feld-: in Rispe à 5-10 Einzelblüten; dicht behaart, Blüten entweder nur männlich oder nur weiblich; blüht Mai (mit oder kurz nach dem Blattaustrieb)

  • Spitz-: in aufrechter Trugdolde à 10-15 Einzelblüten; blüht April (vor dem Blattaustrieb)

  • Berg-: In hängender Traube à 30-50 Einzelblüten; blüht April / Mai (mit oder kurz nach dem Blattaustrieb)


Ahornarten-Blüten: Feld-Ahorn in Rispe, Spitz-Ahorn in Trugdolde, Berg-Ahorn in hängender Traube, gelbe Blüten nah, blauer Himmel.

Früchte: pro Blüte je zwei geflügelte Nussfrüchte («Samara»); Flügel halb-oval

  • Feld-: Früchte zueinander ca. 180° angeordnet

  • Spitz-: Früchte zueinander in stumpfem Winkel angeordnet

  • Berg-: Früchte zueinander in spitzem bis stumpfen Winkel angeordnet


Ahorn-Arten nach Frucht unterscheiden

Zeigerwerte: mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich

·       Feld-: halbschattig, frisch, schwach sauer bis neutral

·       Spitz-: schattig, mässig feucht, neutral bis basisch

·       Berg-: schattig, feucht (Feuchtigkeit stark wechselnd), schwach sauer bis neutral


typische Standorte:

  • Feld-: Waldrand, Gebüsche, Hecken (fast nur in Tieflagen)

  • Spitz-: schuttige Berg- und Schluchtenwälder (bis ca. 1'500 m ü. M.), Laubmischwälder

  • Berg-: schuttige Berg- und Schluchtenwälder (bis fast zur Baumgrenze), Laubmischwälder

Fotos

Verwendung​

> Ahorn-Arten in der Wildpflanzenküche


Giftigkeit: Feld-, Spitz- und Berg-Ahorn sind ungiftig / problemlos essbar.


gefährliche Verwechslungen: Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus) < Unterscheidungsmerkmale weiter unten auf dieser Seite unter ""mögliche Verwechslungen"


Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten



kulinarische Verwendung der Ahornsamen im Wasser gekocht als Gemüse

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Sammelkalender​


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Spannendes über die Art

>>> weitere Essbare Bäume und Sträucher 🌳🌲


Die Ahornbäume gehören zu den hierzulande prägenden Laubbäumen. Sie können gut an den typischen handförmig gelappten («ahornförmigen») Blätter erkannt werden. Diese können auch gerne mal über 10cm lang werden und haben sehr intensive Herbstfarben. Innerhalb der Gattung Ahorn (Acer) sind in Mitteleuropa Feld-Ahorn, Spitz-Ahorn und Berg-Ahorn die am häufigsten auftretenden Arten. Die Gattung Ahorn gehört wiederum zur Familie der Seifenbaumgewächse, die eigentlich vor allem in den Tropen ihren Verbreitungsschwerpunkt hat.



Bestäubung der Blüten von Ahorn-Arten


Die Blüten sind typischerweise gelbgrün und radiärsymmetrisch. Die auffällige Diskusscheibe in der Mitte jeder Blüte produziert reichlich Nektar, um Insekten als Bestäuber (v.a. Hummeln, Bienen und Fliegen) anzulocken. Eine Pollenverbreitung mit dem Wind ist bei den Ahorn-Arten aber ebenso möglich. In den Blüten befinden sich pro Fruchtblatt je zwei Samenanlagen, von denen jeweils nur eine davon befruchtet wird.


Fruchtbildung bei den Ahorn-Arten


Aus den zwei Fruchtblättern entwickeln sich dann zwei zusammengewachsene Flügelnüsse, die sich während bei Reife voneinander lösen (Spaltfrüchte). Diese geflügelten Nussfrüchte können als Schraubflieger («kleine Helikopter») mit dem Wind verbreitet werden. Die drei Ahornarten können u.a. auch an der Anordnung (Winkel) der beiden Teilfrüchte unterschieden werden (Feld-Ahorn ca. 180°, Spitz-Ahorn ca. 90-180°, Berg-Ahorn ca. 90°).


Nutzung von Ahorn-Holz


Das Holz der genannten Ahornarten ist generell von guter Qualität, d.h. hart, dicht und gut bearbeitbar (ideal für den Werkzeug- und Möbelbau), allerdings für den Ausseneinsatz nur wenig witterungsbeständig. Der Brennwert ist allgemein hoch.


Feld-Ahorn im Detail


Der Feld-Ahorn wächst vor allem strauchartig und gegenüber Spitz- und Bergahorn sind die Blätter deutlich kleiner (< 10cm). Der Feld-Ahorn bevorzugt bei uns in Mitteleuropa eher die tieferen und warmen Lagen. Im mediterranen Raum tritt er hingegen bevorzugt in höheren Lagen auf. Der Feld-Ahorn ist nach Zuschnitten sehr regenerationsfähig und wurde deshalb im Mittelalter gerne in der Niederwaldwirtschaft genutzt. Auch das wurde das Laub gerne für die Fütterung der Nutztiere («Schneitelwirtschaft») verwendet. Das Holz vom Feld-Ahorn hat keine wesentliche wirtschaftliche Bedeutung. Die Art wird vielmehr in der Landschaftspflege genutzt und gerne in Parks, Gärten und Hecken angepflanzt.


Spitz-Ahorn im Detail


Der Spitz-Ahorn ist eher eine Tiefland-Art. Charakteristisch ist der Blattrand mit spitzen und langen Zähnen. Ein Unterschied zum Berg-Ahorn ist, dass die Blüten bereits Anfang April, d.h. vor dem Laubaustrieb, erscheinen und dann der Baum auffallend hellgrün erscheint. In dieser Zeit ist die Chance auf einen Bestäubungserfolg durch die geringere Konkurrenz grösser, gleichzeitig macht dies die Blüten aber auch Spätfrost-gefährdet. Dieses Risiko wird jedoch durch das schrittweise Aufblühen der Blüten über einen Zeitraum von 1 bis 2 Wochen reduziert. Es kommt oft vor, dass Blütenstände durch Frühjahrsstürme am Baum abbrechen und fortgeweht werden, so dass man diese anschliessend bequem am Boden sammeln (und für seinen Salat nutzen) kann. Bei Verletzungen der Laubblätter und den jungen Ästen wird ein Milchsaft abgesondert. Forstwirtschaftlich ist die Bedeutung vom Spitz-Ahorn (durch die im Vergleich zum Bergahorn etwas geringere Holzqualität) eher gering. Die Art ist eher ein Stadt- und Parkbaum und verträgt Luftverschmutzung und verdichteten Boden vergleichsweise gut.


Berg-Ahorn im Detail


Bei den Blättern des Bergahorns ist die spitze Form der Buchten charakteristisch. Der Name deutet bereits darauf hin, dass sich der Berg-Ahorn vor allem in höheren Lagen (bis fast zur Baumgrenze) wohl fühlt. Sein natürliches Terrain sind feucht-schuttige Hänge und Schluchten. Unter den Ahornarten ist es die wichtigste forstwirtschaftlich genutzte Art. Berg-Ahorn gilt dabei als eines der wertvollsten Edellaubhölzer (=einheimische Laubbäume mit besonders hochwertigem, dekorativem Holz und einem hohen wirtschaftlichen Wert). Bei der kulinarischen Verwertung sind die Blätter vom Berg-Ahorn deutlich bitterer als beim Feld- und Spitz-Ahorn.


Und was ist mit Ahornsirup?


Der Ahornsirup aus dem Supermarkt wird aus dem Amerikanischen Zucker-Ahorn (Acer saccharum) gewonnen (dessen Blatt ist auf dem Wappen von Kanada abgebildet). Dazu wird im Stamm ein Loch bis zum Phloem (Leitungssystem des Baumes, dass dem Transport vom Zucker dient) gebohrt, wo dann unter Druck der zuckerhaltige Saft austritt. Dieser wird dann über ein ins Loch gestecktes Rohr in ein geeignetes Gefäss abgeleitet. Indem dieser Saft im Anschluss eingedickt wird, entsteht schliesslich der Ahornsirup. Ahornsirup kann auch aus unseren heimischen Ahorn-Arten gewonnen werden, doch diese sind hierzu weniger ergiebig (und Bedürfen dem Einverständnis des Waldbesitzers).


Youtube-Video über die Bestimmung und Nutzung von Ahorn-Arten



>>> weitere Essbare Bäume und Sträucher 🌳🌲

 

mögliche Verwechslungen

Gemeiner Schneeball (Viburnum opulus) - giftig!


Die reifen Früchte können entsprechend zubereitet auch kulinarisch genutzt werden.


>> die ausführliche Pflanzenbeschreibung vom Gemeinen Schneeball (inkl. kulinarische Verwendung der Beeren) hier <<


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blätter sehen sehr ähnlich aus (gegenständig, handförmig gelappt)


Unterschiede

  • Blattgrund steil, nur 3-lappig; nach vorne gezähnt; US wollig behaart; am Blattgrund zwei Nektardrüsen

  • Rinde glänzend und mit vielen erhobenen Lentizellen («Korkwarzen»); nur Strauch bis 4m Höhe

  • Blüte weiss, in Trugdolde, randlich vergrössert

  • Frucht eine ca. 1cm grosse, kugelige rote Beere

  • gehört zur Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxceae)



zum Autor vom Phytikon: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Dabei gebe ich mein Wissen auch in Kursen weiter. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus.

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Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
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