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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Weisser Mauerpfeffer (Sedum album)
Illustration des Weissen Mauerpfeffers (Sedum album). Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet.

Familie: Dickblattgewächse (Crassulaceae), Gattung: Mauerpfeffer / Fetthennen (Sedum)

"Man findet ihn nicht nur wild auf trockenen Felsvorsprüngen, sondern auch im Siedlungsgebiet auf Mauern und auf Kiesflächen. Die sukkulenten Sprosse schmecken v.a. im Sommer angenehm säuerlich."

 

Bestimmung

Blätter: wechselständig; linealisch, 0.5-1.5cm lang, im Querschnitt rundlich («walzenförmig»), am Ende stumpf; kahl; oft rötlich überlaufen


Stängel: 8 bis 20 cm hoch; unten reich verzweigt; kahl; auch sterile Triebe vorhanden


Blüten: in Trugdolden angeordnet; Einzelblüten mit 5 weissen bis weissrosa, stumpfen Kronblättern; blüht Juni bis September


Früchte: Balgfrucht mit vielen Samen


Zeigerwerte: hell, sehr trocken (Feuchtigkeit stark wechselnd), nährstoffarm, neutral bis basisch, salztolerant


typische Standorte:Felsen, trockene Kiesflächen, Mauern (vom Flachland bis 3'000 m ü. M.)

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Flavonoide, Schleimstoffe, Alkaloide (z.B. Sedacrin, Sedinin,…), im Sommer Apfelsäure


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten


  • Blätter (mild, erfrischend, im Sommer säuerlich, in den übrigen Zeit fade > mehr dazu): im Sommer als roher, erfrischender Snack vor Ort, Beigabe im Salat / Gemüse, Kräuterbutter, Kräuterquark, Aufstrich

Beschreibung

Der Weisse Mauerpfeffer gehört wie der Scharfe Mauerpfeffer zur Familie der Dickblattgewächse und besiedelt mit seinen sukkulenten Blättern besonders trockene Standorte. Der Weisse Mauerpfeffer ist dabei sehr weit verbreitet, auch im Siedlungsgebiet an den dort zahlreichen vorhandenen trocknen Stellen wie Mauern, Kiesflächen oder auch Parkplätzen. In der Natur findet man die Art sehr häufig auf Felsvorsprüngen, sei es im Jura oder auch den Voralpen / Alpen. Ob es sich dabei um kalkiges oder silikatisches Gestein handelt, spielt keine grosse Rolle. An trockenen Südhängen kann die Art teils bis über die Baumgrenze aufsteigen. Durch seitliche Ausläufer kann sich die Art teppichartig ausbreiten, sich an Kontaktflächen wieder bewurzeln und so rasch dichte Polster bilden. Der Weisse Mauerpfeffer verträgt nicht nur extreme Hitze, sondern auch nächtliche und winterliche Feuchtigkeit.


Der Weisse Mauerpfeffer enthält jedoch kein Protoanemonin und ist weder stechend-ätzend noch scharf im Geschmack. Die Art ist wintergrün und steht damit theoretisch das ganze Jahr zur Verfügung. Allerdings ist der Scharfe Mauerpfeffer die meiste Zeit im Geschmack eher fade. Im Sommer entwickelt sich aber jeweils eine angenehm säuerliche Note und dann ist der Weisse Mauerpfeffer definitiv ein Geheimtipp! Der saure Geschmack kommt von der enthaltenen Apfelsäure, die so etwas wie ein CO2-Speicher darstellt. Denn vor allem im Sommer wird CO2 nur in der Nacht aufgenommen, da geöffnete Spaltöffnungen am Tag bei Hitze mit stärkerer Wasserverdunstung einhergehen würden. Damit dieses CO2 auch am Tag zur Photosynthese zur Verfügung steht, wird es in Form von Apfelsäure gespeichert. Dieses wird dann den Tag über abgebaut, weshalb der säuerliche Geschmack am Vormittag am stärksten ist.

 

mögliche Verwechslungen

Milder Mauerpfeffer (Sedum sexangulare) ungiftig / essbar, ähnliche Verwendung


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blätter wechselständig, walzenförmig-stumpf

  • Pflanze kahl

  • mit sterilen Trieben

  • Vorkommen auf ähnlichen Standorten


Unterschiede (u.a.)

  • Blätter sehen von oben aus wie 6-zeilig angeordnet; nur 4 bis 6mm lang; am Grund mit einem kleinen Sporn

  • Kronblätter gelb und lanzettlich-spitz

 

Verwechslung / Unterscheidungsmerkmale des Milden Mauerpfeffer (Sedum sexangulare) gegenüber dem Weissen Mauerpfeffer (Sedum album). Merkmale graphisch übersichtlich dargestellt.


Felsen-Mauerpfeffer (Sedum rupestre aggr.) ungiftig / essbar, ähnliche Verwendung


Die Artengruppe besteht aus dem Berg-Mauerpfeffer (Sedum montanum) und dem Gewöhnlichen Felsen-Mauerpfeffer (Sedum rupestre).


Gemeinsamkeiten (u.a.)

  • Blätter wechselständig, walzenförmig (runder Querschnitt), 1 bis 2 cm lang

  • Pflanze kahl

  • mit sterilen Trieben

  • Vorkommen auf ähnlichen Standorten


Unterschiede (u.a.)

  • Blätter dünner und am Ende spitz, am Grund mit kurzem Sporn

  • Stängel bis 50cm hoch und dichter beblättert

  • Kronblätter gelb und lanzettlich (-stumpf)


Verwechslung / Unterscheidungsmerkmale des Felsen-Mauerpfeffer (Sedum rupestre) gegenüber dem Weissen Mauerpfeffer (Sedum album). Merkmale graphisch übersichtlich dargestellt.

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen
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