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Sal-Weide (Salix caprea)

Familie: Weidengewächse (Salicaceae), Gattung: Weiden (Salix)
"eine klassisches Pioniergehölz mit ähnlicher Verwendung wie die Silber-Weide"
Bestimmung
Habitus: Baum bis 10m Höhe, breite Baumkrone
Blätter: wechselständig; verkehrt-eiförmig, 3-10cm lang, bis 2.5x so lang wie breit, Ende stumpf bis gedreht-spitz; ganzrandig bis leicht gezähnt, OS matt, mit rundlichen eingesenkten Seitennerven, heller Mittelscheitel und z.T. leicht behaart; US blaugrün und behaart
Stamm: graue bis schwarzbraune Borke mit rautenförmigen Rissen (regelmässig angeordnet)
junge Zweige: zu Beginn graugrün und fein behaart, später kahl und unter Einfluss des Sonnenlichtes braun bis rotbraun, mit rautenförmigen Lentizellen; im Innern ein braunes Mark
Blüten: zweihäusig (nur entweder männliche oder weibliche Blüten pro Pflanze); jeweils in zylindrischen, oft aufrechten Kätzchen (Weidenkätzchen) angeordnet; Tragblätter der Einzelblüten jeweils dicht behaart; blüht März bis Mai (Blüten erscheinen vor den Blättern)
männliche Blütenstände: bis 2.5cm lang; mit Honigduft; gelbe Staubblätter
weibliche Blütenstände: zu Beginn 2 cm lang, danach sich während der Blütenzeit auf bis zu 6cm Länge streckend; hellgrün
Früchte: Kapselfrucht; kahl; 4 bis 6mm lang; mit sehr kleinen Samen, denen lange Flughaare angehängt sind; reif ab Mai/Juni
Zeigerwerte: halbschattig, mässig feucht (Feuchtigkeit stark wechselnd), mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich, schwach sauer bis neutral
typische Standorte: Waldlichtungen, Pionierwälder, alte Kiesgruben, Auenwälder, Bachufer
Fotos






Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Salicin, Flavonoide
*Giftigkeit: Die Pflanzenteile sind durch das enthaltene Salicin pharmakologisch wirksam! Der Verzehr hoher Mengen kann zu Verdauungsbeschwerden führen
mögliche Kulinarische Verwendung* (zusätzlich Schutzstatus beachten!) zu den Grundrezepten
junge Blätter (stark bitter > mehr dazu): als Beigabe im Salat, gekocht als Gemüsebeigabe
Weidenkätzchen (herb > mehr dazu): Beigabe im Salat (sind nicht so bitter wie die Blätter)
Rinde junger Zweige (stark bitter > mehr dazu): Tee, zu Heilzwecken (siehe nächster Abschnitt)
Verwendung in der Phytotherapie* zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben: siehe >>> Silber-Weide <<< - der Salicingehalt in der Salweide ist nur ca. halb so hoch wie bei der Silberweide
Beschreibung
Die Sal-Weide ist im Gegensatz zu diversen anderen Weidenarten nur selten in Auenwäldern oder an Bachufern zu finden. Sie stellt stattdessen ein typischer Pionierbaum in Waldlichtungen, bzw. jungen Pionierwäldern dar. Man findet sie ausserdem in aufgegebenen Kiesgruben oder auf Schutthalden.
Da die Salweide bereits im März blüht, gilt sie als Symbol des Frühlings. Die Äste mit Blütenständen im Knospenstadium, welche zu diesem Zeitpunkt silbrig behaart sind, werden «Palmkätzchen» genannt und haben in Mitteleuropa eine besondere Bedeutung im Osterbrauchtum. So werden am Palmsonntag, also dem Sonntag vor Ostern, im Christentum traditionell Palmenzweige gesegnet und damit die Palmprozession begannen. Damit wird an den Einzug von Jesus in Jerusalem erinnert, welcher damals mit Palmenzweigen zugejubelt wurde. In Mitteleuropa wachsen jedoch keine Palmenzweige, weshalb man stattdessen auf die Palmkätzchen der Sal-Weide ausgewichen ist. Diese werden im traditionellen Brauchtum nach der Segnung auch in Haus und Stall aufbewahrt, wo man ihnen göttlichen Schutz zuspricht. Beim Sammeln von Palmkätzchen muss unbedingt der Schutzstatus abgeklärt werden.
mögliche Verwechslungen
mit weiteren Weiden-Arten

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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