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Alpen-Klee (Trifolium alpinum)

Familie: Hülsenfrüchtler/Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Gattung: Klee (Trifolium)
"eine alpine Kleeart, mit süsslichen Blüten und auch süsslichen Wurzeln, die früher in den Pyrenäen als Berglakritze ausgekaut wurden"
Bestimmung
Blätter: alle Blätter grundständig (direkt aus dem Boden); lang gestielt; 1-fach gefiedert, 3-zählig; an der Blattscheide längliche Nebenblätter (halb so lang wie der Blattsiel)
Teilblätter / Fiedern: lanzettlich bis linealisch; 2 bis 7cm lang; meist etwas zur Mittelrippe eingefaltet; fein gesägt bis fast ganzrandig; kahl
Blütenstand: lang gestielt (5-20cm); mit 3 bis 12 Einzelblüten
Einzelblüten: 1.6 bis 2.4cm lange, fleischrot bis purpurne (selten weiss), gestielte Schmetterlingsblüten; angenehm duftend; blüht Juni bis August
Früchte: Hülsenfrucht
Zeigerwerte: hell, frisch, nährstoffarm, sauer
typische Standorte: in den Alpen ab ca. der Baumgrenze bis 3’000 m ü. M. auf kalkarmen Gebirgsrasen und Bergweiden, in Zwergstrauchheiden
Fotos







Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: Flavonoide, Isoflavonoide, in den Wurzeln ein noch nicht geklärter Süssstoff
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
junge Blätter (aromatisch, herb > mehr dazu): Salat, angedünstet als Blattgemüse
Blütenköpfe (süsslich duftend > mehr dazu): Tee, Sirup, Streckmehl, essbare Dekoration
Wurzel/Rhizom (lakritzartig süsslich > mehr dazu): als "Alpenlakritze" ausgekaut, ausgekocht als Wurzelsud
Beschreibung
Der Alpenklee ist eine typische Gebirgspflanze, die in den Alpen erst über der Baumgrenze auftritt. Des weiteren ist die Art auch in anderen europäischen Hochgebirgen, wie dem Kantabrischen Gebirge, den Pyrenäen oder den Apenninen verbreitet. In der Schweiz liegt der Verbreitungsschwerpunkt v.a. im zentralen Alpenraum. Dies nicht zuletzt, da er vor allem kalkarme Böden bevorzugt (Voralpenraum ist eher Kalk-dominiert). Seine Pfahlwurzel reicht sehr tief in den Boden und enthält viele Reservestoffe, mit denen die Pflanzen nach Verbiss rasch wieder austreiben können. Die Blätter sind wintergrün und alle dicht am Boden angeordnet. Dort sind sie nicht nur vor Wind und Verbiss, sondern auch im Winter unter der isolierenden Schneedecke vor Frost geschützt. Extensive Beweidung kommt dem Alpenklee entgegen, da auf ungenutzten Wiesen sonst Gräser die bodennahen Blätter in den Schatten stellen. Die länglichen, süsslich duftenden Blüten werden vor allem von langrüsseligen Insekten wie z.B. Hummeln besucht.
Der Alpenklee hat Lakritz-artig-süsslich schmeckende Wurzeln, die früher in den Pyreänen auch kulinarisch genutzt wurden, indem diese als eine Art «Berglakritze» roh ausgekaut wurden. Teilweise wurden sie auch als Wurzelsud ausgekocht und zum Teil für Heilanwendungen (Atemwegs- oder Verdauungsbeschwerden) eingesetzt. Welcher Süssstoff den Geschmack verursacht ist bisher nicht geklärt. Frühere Autoren geben teils "Glycyrrhizin" (wie bei den Süssholz-Wurzeln) an. Im Alpenraum ist vor allem die Nutzung der süssen Blüte, dessen Nektar ausgesaugt wurde, dokumentiert. Als eiweissreicher Schmetterlingsblütler gilt der Alpenklee als wertvolle Futterpflanze. Es wird berichtet, dass der Geruch vom Alpenklee im Aroma der daraus ergebenden Kuhmilch deutlich zum Ausdruck kommen soll. Traditionell galt die Art auch als «milchfördernd».
mögliche Verwechslungen

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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