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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen


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Räuchern


Alte Kulturtechnik

Räucherwerk

Räuchertechnik

Räucherrituale



Alte Kulturtechnik


Das Räuchern hat als Teil magischer Rituale eine uralte Tradition. Es dürfte sich vermutlich in der Steinzeit entwickelt haben, indem sich durch das unbewusste Verbrennen gewisser Kräuter und Hölzer angenehme Düfte entfaltete. Das Räuchern diente früher unterschiedlichen Zwecken, wie z.B. der inneren oder äusseren Reinigung, der Vertreibung von bösen Geistern, als Opfergabe an die Götter oder (bei psychodelischer Wirkung) um einen zeremoniellen Rauschzustand zu erreichen. Genutzt wurden je nach Kultur und Region verschiedene jeweils heimische Wildpflanzen, die einen starken Duft aufweisen. Bei uns in Mitteleuropa waren es v.a. Beifuss, Wacholder (Beeren und Zweige), Fichtenharz, usw. Die antiken mediterranen bis orientalischen Hochkulturen nutzen auch Weihrauch, Myrrhe, Zeder, Zimt oder Salbei, die später ebenfalls ihren Weg nach Mitteleuropa fanden.


Steinzeitmann in Fellkleidung und mit Geweih sitzt in einer Wüste. Er hält ein rauchendes Bündel und eine Schale, konzentriert. Berge im Hintergrund.
man geht davon aus, dass bereits die Steinzeitmenschen geräuchert haben

Beim Räuchern entfalten sich die Duftstoffe durch die Einwirkung von Hitze. Viele typische Räucherdüfte stammen unter anderem aus Ätherischen Ölen und anderen flüchtigen Aromastoffen. Ätherische Öle verdampfen bereits bei niedrigen Temperaturen und sind so als duftende Moleküle in der Nase wahrnehmbar. Durch höhere Temperatur beim Räuchern wird dieser Effekt zusätzlich verstärkt.


Wenn die Duftmoleküle auf die Riechschleimhaut in unserer Nase treffen, binden sie an spezielle Rezeptoren, die Impulse an unser Gehirn weiterleiten, was dazu führt, dass unsere Gefühle und unsere Stimmung damit beeinflusst wird. Der Duft kann dabei nicht nur Emotionen, sondern auch alte Erinnerungen sehr plötzlich hervorrufen. Der Rauch besteht nebst den Duftmolekülen auch aus kleinen festen Partikeln, die durch eine unvollständige Verbrennung des Pflanzenmaterials bestehen. Der nach oben aufsteigendem Rauch und der Geruch wird im spirituellen Kontext als die «Seele der Pflanze verstanden», die beim Räuchern freigesetzt wird.


Räucherschale auf Holzbrett mit Kohle und Kräutern, Rauch steigt auf. Frische Blätter und orange Blume daneben auf dunklem Holztisch.
©Luximera - stock-adobe.com

Die Ätherischen Öle können nicht nur als Duftmoleküle spirituell als reinigend verstanden werden, sondern haben auch tatsächlich desinfizierenden Eigenschaften. Moderne Studien zeigen, dass durch Räuchern mit bestimmten Kräutern die Keimlast in der Luft signifikant reduziert werden kann. Ausserdem bindet und neutralisiert der Rauch die Moleküle von Fäulnis- oder Krankheitsgerüchen. Während der Pest wurden Räume mit Wacholder, Beifuss oder Myrrhe ausgeräuchert, um die „schlechte Luft“ (Miasma) zu vertreiben. Ärzte trugen mit Kräutern gefüllte Schnabelmasken, um sich vor Krankheitsdämpfen zu schützen.


junger, sehr attraktiver und fitter Mann mit Kappe sitzt entspannt auf Sofa, gedämpft beleuchtet. Kerze auf Holztisch daneben. Gemütliche Atmosphäre, warme Farben.

Obwohl das rituelle Räuchern viele positive Wirkungen hat, gibt es auch potenzielle gesundheitliche Risiken, insbesondere durch den Feinstaub und die toxischen Verbindungen, welche durch das Räuchern gebildet und eingeatmet werden. Dieser Aspekt ist vor allem bei harzigen Materialien und qualitativ schlechten Produkten aus dem Handel ein Thema. Bestimmte Pflanzenstoffe (z. B. Salbei, Weihrauch, Myrrhe) können auch die Schleimhäute reizen. Rituelles Räuchern kann aber trotzdem gesundheitsverträglich sein, sofern es nicht exzessiv betrieben wird und dabei eine gute Raumbelüftung sichergestellt wird.



Räucherwerk


Beim Räuchern können verschiedene natürliche Materialien verwendet werden, denen je nach Zweck und Tradition unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben werden. Wenn die Pflanzenteile selbst gesammelt werden, müssen diese sicher bestimmt werden. Es darf nicht mit Giftpflanzen geräuchert werden, denn dies kann zu Vergiftungen und schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit führen!


Getrocknete grüne Blätter und violette Blüten auf weißem Hintergrund. Die Mischung von Farben und Texturen schafft einen rustikalen Eindruck.
©ekramar - stock.adobe.com
Kräuter

Verwendet werden krautige Bestandteile (Blätter, Stängel, Blüten), die einen hohen Gehalt an Ätherischen Ölen aufweisen. Beliebt sind z.B. Baldrian (Blüten), Beifuss, Eisenkraut (Blüten), Engelwurz, Gundermann, Habichtskraut (Blüten), Hopfen (Blüten und Fruchtstände), Johanniskraut (Blüten), Königskerze (Blüten und Samen), Echtes Labkraut (Blüten), Lavendel, Mädesüss (Blüten), Meisterwurz, Oregano, Pfefferminze, Rosen (Blüten), Rosmarin, Salbei, Schafgarbe, Thymian, Waldmeister, Wermut, Zitronenmelisse, usw.


Drei kleine Kräuter als Räucherwerk auf einem hölzernen Schneidebrett. Die Kräuter sind grün und trocken. Hintergrund aus Holz.

Zum Räuchern werden die Kräuter am besten vorgängig getrocknet. Am schnellsten kann man das mit einem Dörrex oder auch Backofen bei 40 Grad Umluft mit geöffnetem Spalt bewerkstelligen. Getrocknet werden können die Kräuter auch auf einem Trocknungsrahmen an einen gut durchlüfteten Ort, was allerdings ein paar Wochen dauern kann. Das Kraut ist genug trocknen, sobald es bei Berührung wie von selbst auseinanderzufallen beginnt. Die getrockneten Kräuter können, vor Licht geschützt, in einem geschlossenen Gefäss mehrere Monate gelagert werden. Erst vor dem Räuchern werden die Kräuter dann durch Reiben zwischen den Händen zerkleinert. Auch frische Kräuter können geräuchert werden. allerdings ist dabei die Rauchentwicklung deutlich stärker, resp. sie können auf der Kohle aufgelegt zu zischen oder spritzen beginnen.


Kräuter werden mit einem Stövchen geräuchert

Aus den Kräutern können auch Räucherbündel hergestellt werden. Diese bestehen entweder aus einer einzigen Pflanzenart oder einer Mischung mehrerer Arten. Die Kräuter werden nach der Ernte mit Naturschnüren (z.B. Hanfschnur) zusammengebunden (resp. bedarfsweise vorher zu kleinen Sträussen geflochten). Das Zusammenbinden darf nicht zu eng (Luft muss zum Trocknen tief eindringen können), aber auch nicht zu lose sein (nicht dass das Bündel durch den Volumenverlust beim Trocknen auseinanderfällt). Danach werden die Bündel zum Trocknen an einen luftigen-trockenen Ort aufgehängt. Bis sie komplett durchgetrocknet sind, dauert es ca. 2 bis 3 Wochen. Wenn die Räucherbündel nicht sofort verwendet werden, ist auch eine Lagerung in einem geschlossenen Behälter möglich.


hängende Räucherbündel
Räucherbündel

Nadeln

Gut geeignet sind auch die Nadeln von Nadelbäumen wie Fichte, Kiefer, Lärchen oder Arve. Die Ätherischen Öle in den Nadeln entfalten dabei einen frischen, waldigen, harzigen Duft. Gesammelt werden ganze Zweige. Diese werden Zuhause in einer offenen Schüssel gelagert. Während dem Trocknungsvorgang lösen sich die Nadeln vieler Nadelbaumarten (z.B. der Fichte) dann von selbst vom Ast ab. Getrocknete Nadeln lassen sich, in einem geschlossenen Gefäss und an einem lichtgeschützten Ort, mehrere Monate lagern. Vor dem Räuchern werden die Nadeln mit einem Messer zerkleinert.


©Austin - stock.adobe.com
©Austin - stock.adobe.com

Harze

In Mitteleuropa sind es v.a. die Nadelbäume (Fichte, Kiefer oder Lärche), in geringerem Masse aber auch gewisse Laubbäume (Birke, Schwarz-Pappel,,..., welche Harz produzieren. Harze sind getrocknete, aromatische Ausscheidungen aus Polymeren und entstehen vor allem, wenn Bäume verletzt oder von Schädlingen befallen werden. Als Abdichtungsmaterial verschliessen sie dabei Wunden und schützten so den Baum vor Infektionen. Die warm-weiche bis süssliche Duftnote, die sich beim Räuchern mit Harzen oft bildet, wird als «balsamisch» bezeichnet. Beliebt sind nicht nur die Harze heimischer Arten wie Fichte oder Kiefer, sondern auch von exotischeren Arten wie Weihrauch oder Myrrhe.


Fichtenharz als Räucherwerk auf einem hölzernen Schneidebrett. Die Stücke sind goldbraun und unregelmäßig geformt.
Fichtenharz

Räucherwerk aus Fichten- und Kiefernharz kann auch selbst gesammelt werden. Dazu sucht man im Wald nach Bäumen mit Verletzungen, denn dort findet man meist eine üppige Harzansammlung. Dort wird nun mit dem Messer ein Stück davon entfernt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Baumwunde nicht wieder aufgerissen wird und nur ausgehärtetes Harz (welches nicht flüssig ist, resp. kein Flüssigkeitsanteil hat) verwendet wird. Gröbere Verunreinigungen (Nadeln, kleine Holzstücke) im Harz werden mit den Fingern oder einer Pinzette entfernt. Frisches Harz duftet deutlich intensiver als getrocknetes Harz, entwickelt aber viel Rauch und verbrennt rascher.


Trocknen lässt sich das Harz problemlos an der Luft, was aber durchaus mehrere Monate dauern kann. Genug trocken ist es, sobald es etwas zäh wird, das heisst zwar noch klebrig ist, aber gleichzeitig aussen spröde zerbrochen werden kann. Getrocknetes Harz, dass keine Fremdstoffe enthält, kann, in einem geschlossenen Gefäss an einem lichtgeschützten Ort, über Jahre gelagert werden. Die Harzstücke werden direkt vor der Nutzung zerkleinert (mit einem Messer, Hammer oder Mörser). Das Harz beginnt beim Auflegen auf dem Sieb oder der Kohle erst zu schmelzen, ehe es danach zu Räuchern beginnt.


Räuchern von Harz

Beeren, Nüsse und Samen

Auch Früchte und Samen, die reich an Ätherischen Ölen sind, können beim Räuchern einen angenehmen Duft entfalten. Bei den heimischen Arten sind dabei vor allem Wacholder-Beerenzapfen beliebt. Diese können unkompliziert an der Luft getrocknet werden. Ebenso verwendet werden die getrockneten Früchte von Weissdorn. Beliebt sind auch die «Samen» von Doldenblütlern wie Wilde Möhre, Meisterwurz, Bärwurz, Kümmel, resp. von den mediterrane Doldenblütlern Fenchel und Anis. Da Doldenblütler-«Samen» bereits hart sind, lassen sie sich unkompliziert an der Luft trocknen. Getrockneten Früchte und Samen werden vor dem Räuchern mit einem Messer zerkleinert.


Verschiedene Samenhaufen auf Holzuntergrund: links hellbraune, rechts grünliche Samen. Naturfarben, detailreich, ruhige Atmosphäre.

Wurzeln und Rhizome

Auch würzig-aromatische unterirdischen Pflanzenorgane können geräuchert werden. Beliebt sind dabei u.a. die Wurzeln von Meisterwurz, Engelwurz, Baldrian oder die Rhizome vom Alant. Nach dem Ernten müssen die Wurzeln / Rhizome erst einmal sauber gewaschen werden, ehe sie danach mit Haushaltspapier abgetupft und dann getrocknet werden. Grössere Wurzeln / Rhizome werden bereits vor dem Trocknen leicht zerkleinert. Direkt vor dem Räuchern werden sie dann fein zerkleinert, resp. mit einer Raffel oder Kaffeemühle vermahlen.


getrocknete Wurzel der Wald-Engelwurz als Räucherwerk
getrocknete Wurzel der Wald-Engelwurz

Knospen

Auch die Knospen von Baum- und Straucharten können zum Räuchern verwendet werden. Beliebt sind u.a. Knospen von Walnuss, Esche, Schwarzpappel, Vogelkirsche, Birke, Erle oder Vogelbeere.


Räuchertechnik


Räuchern mit Kohle

Um mit Kohle zu Räuchern, benötigt man nebst dem entsprechenden Räucherwerk eine Räucherschale, Kohle, sowie etwas Sand. Die Räucherschale muss unbedingt aus einem hitzebeständigen Material bestehen wie z.B. feuerfestem Keramik, Stein, Metall (Achtung: Dabei kann man sich die Finger verbrennen) oder Gusseisen. Räucherschalen aus dem Handel, die unten einen Fuss haben, eignen sich besonders für Räucherrituale, bei denen die Schale während dem Räuchern in der Hand gehalten wird. Achtung: Die Schale wird sich auch am Fuss nach ca. 10-15min stark aufheizen, wodurch für die Räucherschale unbedingt eine hitzefeste Unterlage verwendet werden muss!


Räuchern von Kräutern auf Räucherkohle

Zum Räuchern wird die Räucherschale mit etwas Sand gefüllt (sorgt für eine gute Belüftung der Kohle und dämpft die Hitze auf die Räucherschale). Dann wird die Kohle, die in einer Zange fixiert ist, angezündet. Je nach Räucherkohle kann diese sich beim Anzünden auch etwas entflammen oder Funken bilden. Die Räucherkohle wird danach vorsichtig auf den Sand gelegt (mit der Seite der Vertiefung nach oben). Sobald die Kohle in allen Bereichen sauber glüht (keine Flamme und keine Funken) und sich an der Oberfläche eine graue Ascheschicht bildet (dauert ca. 5 Minuten), wird ein halber Teelöffel des Räucherwerkes in die Vertiefung gelegt. Indem die Kohle mit einer Schicht von Sand bedeckt wird, verbrennt das Räucherwerk etwas langsamer und ausserdem lässt sich damit die Rauchbildung reduzieren. Für harte Pflanzenteile wird nur eine ganz dünne Schicht von Sand mit den Finger darübergerieselt, während bei krautigen Teilen eine wenige mm-dicke Schicht aufgetragen wird.



Nach dem Abbrennen des Räucherwerkes (wenn es beginnt «verkohlt» zu riechen) kann schrittweise weiteres frisches Räucherwerk nachgelegt werden, während das vorher schwarz verbrannten Räucherwerk zu Seite geschoben wird. Der Rauch kann mit der Hand oder einer Feder im Raum verteilt werden.


Räuchern von Wurzeln der Wald-Engelwurz auf Räucherkohle
Räuchern von Wurzeln der Wald-Engelwurz

Beim Räuchern sind die Sicherheitsaspekte zu beachten. Die Räucherschale darf nicht unbeaufsichtigt gelassen werden und es ist sicherzustellen, dass sich keine leicht entzündlichen Materialien in der Nähe der Räucherschale befinden. Beim Räuchern in Räumen muss für eine gute Belüftung gesorgt sein (indem z.B. die Fenster leicht aufgeklappt werden). Nicht vollständig verglühte Kohle wird mit einer Pinzette aus der Schale geholt und mit Wasser abgelöscht (direktes Ablöschen mit Wasser in einer Keramikschale kann zum Zerspringen der Schale führen!). Die Kohle kann auch mit Sand «erstickt» werden. Der Sand kann bedarfsweise wiederverwendet werden, indem dieser gesiebt wird (die groben Räucherreste verbleiben dabei im Sieb).


Räuchern mit Stövchen

Bei einem Räucherstövchen wird das Räucherwerk kontrolliert mit einem Teelicht beheizt. Dies ist es eine besonders sanfte und kontrollierte Methode, um Kräuter, Harze oder Hölzer langsam zu erhitzen, ohne sie zu verbrennen. Die Stövchen-Methode eignet sich besonders für Wohnräume und zur Meditation, da es weniger Rauch erzeugt als Räucherkohle. Allerdings ist dabei auch die Duftentwicklung deutlich schwächer als beim Räuchern mit Kohle. Das Räucherwerk wird in eine Schale oder ein Sieb gelegt, dass über dem Teelicht zu liegen kommt.


Räuchern von Nadeln mit Stövchen auf Holztisch. Eine Tannennadel liegt auf dem Gitter. Gemütliche, warme Stimmung.
Räuchern mit Stövchen

Falls mit Harz und einem Sieb geräuchert wird, kann man ein kleines Stück Aluminiumfolie zwischen Sieb und Harz legen (damit das Harz nicht ins Sieb tropft). Auch dem Räuchern mit dem Stövchen sind die Sicherheitsaspekte zu beachten!


Räuchern von Fichtenharz über dem Stövchen mit Alufolie

Räuchern mit Räucherbündeln

Zum Räuchern mit einem Räucherbündel wird dessen Spitze angezündet. Dabei entwickelt sich eine Flamme, die erst kurz brennen gelassen wird. Die Flamme geht in den meisten Fällen dann von alleine aus, so dass sie nur noch raucht und glimmt. Falls trotzdem noch eine Flamme vorhanden ist, dann wird diese entsprechend ausgepustet um den Glimmzustand zu erreichen.


Räuchern mit Räucherbündel

Das Bündel wird anschliessend auf eine feuerfeste Unterlage gelegt (z.B. Platten aus Stein, Metall oder feuerfestem Keramik). In der Regel erlischt das Räucherbündel nach maximal wenigen Minuten von alleine und wird dann mehrfach wieder angezündet werden. Je mehr Durchzug in der Wohnung, desto länger glimmt es. Auch wenn man mit dem Räucherbündel durch die Wohnung läuft, hat man eher längere Glimmzeiten (Achtung: immer über der feuerfesten Unterlage halten, um die heisse Asche aufzufangen und nicht in der Nähe leicht entzündlicher Materialien kommen!). Ein ca. 20 cm langes Räucherbündel erreicht gesamthaft eine Brenndauer von ca. 30 Minuten. Ein erloschenes Räucherbündel kann, sobald es auch Zimmertemperatur angekühlt hat, auch wieder gelagert werden und zu einem späteren Zeitpunkt weiterverwendet werden.


Räuchern auf der Glut

Das Räuchern auf der Glut ist eine Methode, die sich vor allem bei Outdoor-Abenteuern eignet. Die Glut muss dabei bereits stark abgekühlt sein, da das Räucherwerk ansonsten innert wenigen Sekunden verbrennt. Falls das Räucherwerk zu schnell verbrennt, wird die Glut noch etwas weiter abgekühlt oder sie wird mit einer dünnen Schicht Sand oder Asche bedeckt.


Räuchern auf der Glut

Räuchern auf einem heissen Stein

Auch diese Technik eignet sich für Outdoor-Unternehmungen. Hierzu wird der Stein vorgängig im Feuer erhitzt. Der Stein sollte gut warm, aber nicht glühend heiss sein. Die dabei verwendeten Steine müssen möglichst trocken sein und dürfen nicht direkt aus einem Gewässer gesammelt werden (eingeschlossenes Wasser führt zu Rissen während des Erhitzens). Am besten sind Steine, die wenig porös und wenig zerklüftet sind. Das Feuer darf nicht zu gross sein, da sonst die Steine (durch die rasche Erwärmung) zu gefährlichen Geschossen werden können. Der warme Stein wird anschliessend aus dem Feuer genommen (mit hitzefesten Handschuhen oder zwei Holzstücken) und auf eine feuerfeste Unterlage (z.B. ein anderer Stein) gelegt. Nun kann das Räucherwerk darauf gelegt werden. Falls das Räucherwerk zu schnell verbrennt, wird der Stein etwas abkühlt oder etwas Sand unter das Räucherwerk gelegt.



Räucherrituale


Man liest in der Literatur und im Internet immer wieder Angaben, wonach das Räuchern mit der Zutat «xy» die Wirkung «yz» habe. Solche Angaben müssen nicht wortwörtlich genommen werden, sondern können auch einfach symbolisch verstanden werden. Teilweise widersprechen sich die Räucherwirkungs-Angaben, denn verschiedene Autoren nutzen unterschiedliche Quellen von unterschiedlichen Kulturen und unterschiedlicher Kräuterkundiger, bzw. bringen auch unterschiedliche persönliche Präferenzen mit ins Spiel.


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