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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Echter Salbei (Salvia officinalis)


©ela110 - stock.adobe.com
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Der Echte Salbei ist eine beliebten Garten-, Gewürz- und Heilpflanze. Er hat sein Verbreitungsgebiet im nördlichen und östlichen Mittelmeerraum. Dort tritt er vor allem an sonnig-warmen Standorten mit trocken-steinigen Boden über Kalkstein auf. Er ist dabei aber nicht streng kalkgebunden. Der Gehalt an Ätherischen Ölen und damit auch der Duft ist um ein höher als beim Wiesen-Salbei. Die Nutzung als Heilpflanze hat eine lange Tradition und ist schon in schriftlichen Dokumenten von Hippokrates im 4. Jahrhundert v. Chr. dokumentiert. Er wurde dabei vor allem zur Wundheilung, bei Atemwegsbeschwerden, zur Verdauungsförderung, bei Problemen in der Mundschleimhaut und Frauenbeschwerden genutzt. Die Art vereinigt in den Inhaltstoffen antimikrobielle Ätherische Öle (u.a. Thujon, Cineol und Campher), Gerbstoffe und auch die entzündungshemmend wirkende Ursolsäure. Für eine Tasse Tee werden 1 bis 2g (ca. 1 bis 1.5 TL) des getrockneten und zerkleinerten Krautes in 150ml kochend-heissem Wasser ausgezogen. Auch Tinkturen (1:10, Ethanol 70%) können hergestellt werden. HMPC erwähnt in der Monographie auch diverse Zubereitungen für Flüssig- und Trockenextrakte. Früher wurde für innerliche Anwendungen auch das reine Ätherische Öl (in verdünnter Form) verwendet, doch dieses gilt heuzutage als nicht mehr sicher genug (Sicherheitsrisko wegen dem enthaltenen Thujon, das der Konzentration stark schwanken kann).Keine Anwendung bei Schwangerschaft, Stillzeit (kann Milchbildung reduzieren) und Personen unter 18 Jahren! Keine innere Einnahme von Salbeiöl, denn in den Ätherischen Ölen und alkoholischen Extrakten enthaltenes Thujon kann bei hoher Dosierung Hitze- und Schwindelgefühle, Herzrasen oder epileptische Krämpfe auslösen!


  • Entzündungen im Mund-Rachenraum: HMPC anerkennt die Anwendung zur Linderung von Entzündungen im Mund oder Hals als «traditional use» an. Dabei wird 3x am Tag eine Tasse des Teesauszuges, bzw. der im Wasser verdünnten Tinktur (Tinkturmenge pro Dosis: 5 bis 10ml bzw. 100 bis 200 Tropfen) gegurgelt. Man kann die Tinktur auch einmal am Tag in unverdünnter Form auf die betreffende Stelle der Schleimhaut auftragen. Es können auch im Handel (oder selbst hergestellte) Salbeibonbons verwendet werden (diese Zubereitung ist jedoch in der HMPC-Monographie nicht erwähnt).


  • Allgemeine Verdauungsbeschwerden / Blähungen: HMPC anerkennt auch die Anwendung zur Linderung von milden unspezifischen Verdauungsbeschwerden, Sodbrennen und Blähungen als «traditional use». Dabei wird 3x am Tag eine Tasse des Tees getrunken, bzw. die Tinktur (Einzeldosis von 2 bis 3 ml, bzw. 40 bis 60 Tropfen) eingenommen.


  • Erhöhte Schweissproduktion: Die Anwendung zur Linderung von erhöhter Scheissproduktion wird von HMPC als «traditional use» anerkannt. Dabei wird 2 bis 3x am Tag eine Tasse des Tees getrunken (vor der Einnahme abkühlen lassen), bzw. die Tinktur (Einzeldosis von 2 bis 3 ml, bzw. 40 bis 60 Tropfen) eingenommen. Die Wirkung wird auf eine Beeinflussung des enthaltenen Thujons im zentralen Schwitzzentrum des Hypothalamus, bzw. Hemmung von Schweissdrüsen zurückgeführt.


  • Hautentzündungen: HMPC anerkennt weiter die Anwendung zur Linderung von leichten Hautentzündungen als «traditional use». Dabei wird der Teeauszug 2 bis 4x am Tag auf die betreffende Hautstelle aufgetragen (z.B. mittels Umschlag).


  • Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen: an den Blättern herumkauen oder die Tinktur auch einmal am Tag in unverdünnter Form auf die betreffende Stelle auftragen.



zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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