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Vogel-Knöterich (Polygonum aviculare aggr.)

Familie: Knöterichgewächse (Polygonaceae), Gattung: Knöterich (Polygonum)
"Die Art ist ein trittfester, niederliegender Pionier auf Wegen, Acker und Ruderalflächen."
Bestimmung
Blätter: wechselständig; sitzend bis kurz gestielt; oval bis lanzettlich, meist 1-4cm lang; grün- bis blaugrün; ganzrandig; an den Knoten mit durchsichtigen und zerschlitzten (am Grund bräunlichen) Blattscheiden
Stängel: niederliegend oder aufsteigend (dann bis 50cm hoch); stark verzweigt; an den Knoten verdickt
Blüten: je 1-3 Einzelblüten aus den Blattachseln; 5 grüne bis rosa Perigonblätter; 3 Fruchtblätter; geruchslos (kein Nektar, v.a. Selbstbestäubung); blüht Mai bis Oktober
Früchte: 3-kantige Nussfrucht, die von den Perigonblättern umhüllt wird; ab ca. September reif
Zeigerwerte: hell, feucht, nährstoffreich, schwach sauer bis neutral
typische Standorte: teppichartig über Strassen/Wege wachsend (vom Rand oder Ritzen her), Ruderalflächen, Acker, Kiesstrassen
Fotos

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Verwendung
wichtige Inhaltsstoffe: Kieselsäure, Flavonoide, Gerbstoffe, Schleimstoffe
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
Blätter (aromatisch, adstringierend, herb > mehr dazu): jung bis ca. Ende Juni (später faserig) als Salat, resp. Beigabe im Salat oder Gemüse; ältere Blätter auch feingehackt in der Suppe oder als Tee
Verwendung in der Phytotherapie zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben: Das Kraut eignet sich durch den hohen Gerbstoffgehalt für Gerbstoff-Heilanwendungen. Ausserdem enthält die Art noch Kieselsäure. Für einen Tee wird ca. 1.5g (1 TL) des getrockneten und zerkleinerten Krautes mit ca. 150 ml kochend-heissem Wasser für 5 bis 10 Minuten ausgezogen. Die Art gilt traditionell als leicht schleimlösend und abführend, wobei keine neueren Untersuchungen dazu vorliegen.
Beschreibung
Der Vogel-Knöterich ist einjährig, sommerannuell (keimt erst im Frühjahr oder Sommer und stirbt im Spätherbst wieder ab) und kommt weltweit vor. Es handelt sich um eine Artengruppe mehrerer, sich ähnlich aussehenden Kleinarten (deshalb die Endung «aggr.» im lateinischen Namen). Sein Name kommt von der früheren Verwendung als Vogelfutter. Bei denen sind die Früchte im Herbst tatsächlich eine beliebte Nahrung. Als ausgeprägte Pionierpflanze beherrscht der Vogel-Knöterich die Kunst Ruderalflächen, Asphaltrisse oder den Raum zwischen Pflastersteinen zu besiedeln. Mit seinen niederliegenden Trieben wächst er ausserdem gerne von den Spalten oder Rändern in die Strassen /Wege hinein. Dabei ist er sehr trittresistent, salztolerant und auch bei Trockenheit sehr widerstandsfähig. Als «Wegeunkraut» wurde die Art bereits in archäologischen Funden aus der Jungsteinzeit nachgewiesen. Auf den Bauerhöfen war die Art früher ausserdem eine wichtige Nahrungspflanze für das Geflügel (welche, beim Vogel-Knöterich als Unkraut, die Samen herauspickten).
Bei der durchsichtigen, etwas glänzenden Blattscheide, welche die Blattachsel (Raum zwischen Blattstiel und Stängel) umschliesst, handelt es sich um umgebildete Nebenblätter. Man findet Blattscheiden auch bei den anderen Arten der Gattung Knöterich (Polygonum), doch nur bei dem Vogel-Knöterich ist diese auch zerschlitzt. Die Blüten sind sehr klein und unscheinbar, bzw. weisen ein Perigon auf (d.h. die Kelch- und Kronblätter sehen gleich aus).
mögliche Verwechslungen
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zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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