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Alpen-Süssklee (Hedysarum hedysaroides)
Illustration des Alpen-Süssklees (Hedysarum haedysaroides). Graphisch sehr übersichtlich sind Bestimmungsmerkmalen darübergezeichnet. Das Bild ist gut für die Bestimmung der Art geeignet. Begriffe sind u.a. Blätter gefiedert, Blüten purpurn, hängend und bogenförmig in einer einheitswenigen Traube angeordnet, usw.

Familie: Hülsenfrüchtler/Schmetterlingsblütler (Fabaceae), Gattung: Süssklee (Hedysarum)

"ein verbreitetes Alpenkraut in Kalkgebieten, dass nicht nur süsse Blüten, sondern angeblich auch süsse und nahrhafte Wurzeln haben soll"

 

Bestimmung

Blätter: wechselständig (obere Blätter fast gegenständig); 1-fach gefiedert, 9-19-zählig; Nebenblätter am Grund bis über die Mitte verwachsen

  • Fiedern: eilanzettlich; am Ende abgerundet und bespitzt, 1-3cm lang; ganzrandig, ungestielt; kahl; deutliche parallele Seitennerven


Stängel: 10-50cm hoch; aufrecht; unverzweigt; kantig; fast kahl


Blüten: blüht Juli / August

  • Einzelblüten: purpurne; kurz gestielte, nach unten hängende, bogenförmige Schmetterlingsblüten; blüht Juli / August

  • Blütenstand: einheitswendige Traube mit 10-35 hängenden Einzelblüten


Früchte:  2-4cm lange, eingeschnürte Hülsenfrucht mit 2-6 scheibenförmigem «Gliedern»


Zeigerwerte: hell, mässig feucht, mässig nährstoffarm bis mässig nährstoffreich, neutral bis basisch


typische Standorte: in den Alpen (von der Baumgrenze bis 3’000m ü. M.) auf Bergwiesen, Bergweiden und Zwergstrauchheiden über Kalk

Fotos

Verwendung

wichtige Inhaltsstoffe: Gerbstoffe, Flavonoide


mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten


  • junge Blätter:(erbsenarig, herb, leicht adstringierend):  Salatbeigabe


  • Blüten (süsslich): Streckmehl, essbare Dekoration


  • junge Wurzelabschnitte (süsslich): im ersten Herbst roh genascht oder als Wurzelgemüse; ältere Wurzeln als Streckmehl

Beschreibung

Der Alpen-Süssklee ist auf der Nordhemisphäre «arkto-alpin» verbreitet, d.h. man findet die Art sowohl in den europäischen Hochgebirgen (Alpen, Karpaten), als auch in den borealen Regionen Sibirien bis Westalaska. In diesem stark zerstückelten Verbreitungsgebiet haben sich bei den jeweilen Poulationen eigene Unterarten entwickelt. In den Alpen tritt der Alpen-Süssklee erst über der Baumgrenze auf und ist dabei vor allem in den kalkreichen Voralpen weit verbreitet. Auch über schiefrigen- und mergligen Untergrund, der z.B. in den Bündnerschiefergebieten Graubündens weit verbreitet ist, soll die Pflanze gut gedeihen. Auf Weiden findet man die Art higegen selten, da die tritt und Verbiss nicht so gut verträgt.


Der Alpen-Süssklee ist in der Alpwirtschaft eine beliebte Futterpflanze, welches einen sehr hohen Eisweissgehalt aufweist. Da die Art als direkt Tiernahrung auf Weiden nur selten vorkommt, eignet sie sich eher für die Heugewinnung auf extensiv genutzten Bergwiesen. Man liest oft auch, dass der Alpen-Süssklee auch bei den Murmeltieren als Nahrungspflanze beliebt sei. Letztere haben jedoch generell eine Vorliebe für eiweissreiche Schmetterlingsblütler, also auch für Tragant-Arten, Wundklee, usw.


Junge Wurzelabschnitte, die noch unverholzt sind, wurden angeblich früher in Sibirien jeweils im Herbst gesammelt und als gekochtes oder gebackenes Wurzelgemüse genutzt. Sie sollen dabei sehr süsslich und sehr nahrhaft sein.


>>> weitere Essbare Alpenkräuter / alpine Heilkräuter 🏔️🌿🥾

 

mögliche Verwechslungen

Mit gewissen alpinen Arten aus der Gattung Tragant (Astragalus), wie z.B. dem Alpen-Tragant (Astragalus alpinus), der Alpenlinse (Atstragalus penduliflorus) oder der Gleltscherlinse (Astragalus frigidus), die jedoch in der Regel helle Blüten haben und z.T. behaart, bzw. nicht so klare Seitennerven auf den Blattfiedern haben. Tragante wurden früher ebenfalls kulinarisch genutzt.


Gletscherlinse (Astragalus frigidus), bei der die Blüten hellgelb und die Blätter auf der Unterseite behaart sind.
Gletscherlinse (Astragalus frigidus), bei der die Blüten hellgelb und die Blätter auf der Unterseite behaart sind.


zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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Fotos
Verwendung Kulinarik und Phytotherapie
Beschreibung
mögliche Verwechlungen
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