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Kugelige- / Rundköpfige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare)

Familie: Glockenblumengewächse (Campanulaceae), Gattung: Teufelskrallen (Phyteuma)
"der alpine Verwandte von der im Tiefland verbreiteten Ährigen Teufelskralle, mit ähnlicher kulinarischer Verwendung"
Bestimmung
Blattanordnung: Grundrosette und (ab Stängelbildung) wechselständige Stängelblätter
Blätter: eiförmig bis lanzettlich (z.T. herzförmiger Grund); grob nach vorne gesägt; kahl
Grundblätter lange gestielt
Stängelblätter sitzend und dünner als Grundblätter
Stängel: 10-40cm hoch, aufrecht, unverzweigt, kantig, kahl
Blüten: blüht Mai bis Juli
Blütenstand: endständige kugelige Ähre; Durchmesser ca. 1.5 bis 3 cm; an der Basis mit Hüllblättern
Hüllblätter: Länge entspricht ungefähr dem Radius des Blütenstandes; lang zugespitzt; am Grund abgerundet; Rand ganzrandig (evtl. am Grund gezähnt)
Einzelblüten: 5 blaue bis blauviolette, linealische Kronblätter; Die Kronblätter bilden vor dem Aufblühen eine gegen die Kopfmitte gekrümmte, ca. 1 bis 1.5cm lange Röhre und reisst dann von unten nach oben auf
Früchte: Kapselfrucht
Zeigerwerte: hell, mässig feucht (Feuchtigkeit mässig wechselnd), nährstoffarm, neutral bis basisch
typische Standorte: Magere Bergwiesen und Bergweiden, Gebirgsrasen (v.a. über Kalk-Untergrund)
Fotos







Verwendung
Giftigkeit: Die Ährige Teufelskralle ist ungiftig / problemlos essbar.
mögliche Kulinarische Verwendung: zu den Grundrezepten
Blätter (aromatisch, mild > mehr dazu): Salat, Beigabe im Salat, Blattgemüse, Suppe
Blütenstand-Knospen (aromatisch, mild > mehr dazu): Wildgemüse (kurz andünsten)
Blüten (fade > mehr dazu): essbare Dekoration
Wurzeln (aromatisch, mild > mehr dazu): roher Snack vor Ort, Wildgemüse
Sammelkalender


Beschreibung
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Während im Flachland innerhalb der Gattung «Teufelskralle» die Ährige Teufelskralle dominiert, findet man in den Alpen eine Vielfalt an diversen Teufelskrallen-Arten. Dazu gehört neben der Betonienblättrigen- und der Halbkugeligen Teufelskralle u.a. auch die Kugelige Teufelskralle. Diese ist typisch für die europäischen Hoch- und Mittelgebirge. In der Schweiz findet man sie nicht nur in den Alpen, sondern auch im Jura ab der montanen Stufe (ca. ab 700 m ü. M.). Sie bevorzugt Kalk-Untergrund und ist daher in den kristallin geprägten Zentralalpen und im Tessin nicht so häufig.
Teufelskrallen sind im Geschmack nicht nur aromatisch, sondern auch ausgesprochen mild. Der noch geschlossene Blütenstand ist Knospenstadium leicht angedünstet ein leckeres Wildgemüse. Die Blütenstände sollte man nur in Gebieten sammeln, wo es genug Individuen davon hat und auch in diesem Fall sollte man nicht alle Exemplare der Population „köpfen“! Die Wurzel, die sehr gross werden kann, verholzt praktisch nicht und kann so gut als Gemüse, aber auch roh als Snack vor Ort verwendet werden.
Im Knospenstadium bilden die Kronblätter (nicht die Kelchblätter) eine längliche, nach oben gekrümmte Röhre. Beim Aufgehen der Blüte reisst diese dann schrittweise, entlang von 5 Nähren, von unten nach oben auf. In dieser Zeit sind die männlichen Blütenorgane (Staubblätter) bereits reif. Erst nach vollständiger Trennung der Kronblätter reifen dann auch die weiblichen Blütenorgane (Fruchtblätter).
Übrigens: Mit der Afrikanischen Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), die erfolgreich zur Behandlung von Gelenkschmerzen angewendet wird, ist die Kugelige Teufelskralle nicht verwandt.
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mögliche Verwechslungen
Halbkugelige Teufelskralle (Phyteuma hemisphaericum) - ungiftig/essbar, ähnliche Verwendung
Im Gegensatz zur Kugeligen Teufelskralle ist die Halbkugelige Teufelskralle kalkmeidend und kommt deshalb vor allem über Untergrund aus kristallinen Gesteinen vor. Von der Höhestufe her tritt die Art erst ab der Baumgrenze auf, mit Schwerpunkt auf der nivalen Stufe (> 2'500 m ü. M.) und zwar auf Gebirgsrasen bzw. in Felsspalten. Das Vorkommen in den Alpen beschränkt sich daher vor allem auf die inneren (höheren und eher kristallin dominierten) Zentralalpen (im Jura kein Vorkommen)
.
Gemeinsamkeiten (u.a.):
Blattanordnung, Blätter ganzrandig und kahl
ähnlicher, runder Blütenkopf mit bläulichen Einzelblüten
Kronröhre 1-1.5cm lang und vor dem Aufblühen nach innen gebogen
Hüllblätter zugespitzt und ganzrandig (evtl. wenige Zähne am Grund)
Unterschiede (u.a.):
Grundblätter (grasartig) linealisch, 1 bis 2mm breit, nur wenige (feine) Zähne
Stängel kleiner (nur 3-20 cm hoch)
Einzelblüten in der Regel blauviolett, blüht Juli / August
Hüllblätter so lang oder etwas länger wie der Blütenstand

zusammengesetzt und beschriftet (David Büsser) aus CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=201686 und Gian Mario Navillod - http://tapazovaldoten.altervista.org/flora/Phyteuma_hemisphaericum.html, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=23060822

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus
Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.
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