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das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen

Fenchel (Foeniculum vulgare)


Familie: Doldenblütler (Apiaceae), Gattung: Foeniculum


Blätter: wechselständig; 2- bis 3-fach fiederlinealisch; am Grund 2 bis 2.5 cm lange Blattscheide


Stängel: 80 bis 200 cm hoch; kahl; bläulich bereift; bei der Kulturform am Grund eine Zwiebel bildend


Blüten: klein und gelb; in Doppeldolde angeordnet; ohne Hüllblätter; ohne Hüllblättchen; blüht Juli bis Oktober


Früchte: zylindrisch; 5 bis 7 mm lang; mit breiten, stumpfen Rippen


typische Standorte: Weinberge, trockenwarme Wegränder


Die Heimat der Fenchel-Wildform («Bitterfenchel») liegt im Mittelmeerraum bis Nahen Osten, wo diese vor allem trocken-warm-sonnige und oft auch steinige Hänge an Küsten und in küstennahen Gebirgen besiedelt. Die Wildform (var. vulgare) bildet keine verdickte Zwiebel am Grund des Stängels, resp. der entsprechende Knollenfenchel (var. azoricum), der als Gemüse verwendet wird, entstand erst im Mittelalter durch Züchtung. Die wenigen Wildbestände vom Fenchel in der Schweiz befinden sich vor allem in den wärmeren Regionen und sind durch Verwilderung aus Kulturbeständen zurückzuführen.


Der Fenchel wird seit der Antike als Heilpflanze verwendet. Genutzt werden die «Samen». Diese haben an einen hohen Anteil an Ätherische Ölen (v.a. trans-Anethol, Fenchon, wenig Estragol), die nicht nur angenehm duften, sondern auch krampflösend, blähmildernd, antimikrobiell und schleimlösend wirken. Damit ergeben sich vielfältige pharmakologische Anwendungsgebiete. Verwendet wird einerseits die Wildform («var. vulgare», resp. die «Samen» davon werden als «Foeniculi amari fructus bezeichnet»), andererseits aber auch die Zuchtform «Süssfenchel» («var. dulce», resp. die «Samen» davon werden als «Foeniculi dulcis fructus» bezeichnet), die einen höheren Anethol- und niedrigerem Fenchon-Gehalt aufweisen (und damit auch weniger bitter, resp. süsslicher duften). Bei den Fenchelsamen aus dem Supermarkt kann davon ausgegangen werden, dass diese vom Süssfenchel stammen.


HMPC hat für den Bitter- und Süssfenchel zwei verschiedene Monographien herausgegeben. HMPC anerkennt die Anwendung sowohl mit den «Samen» des Bitter- als auch des Süssfenchels zur symptomatischen Behandlung von leichten, krampfartigen Beschwerden im Verdauungstrakt (inkl. und Flatulenz) > Bauchkrämpfe / Blähungen und von leichten Krämpfen im Zusammenhang mit Menstruationsperioden, resp. als Expektorans bei Erkältungshusten als «traditional use». Die Anwendung erfolgt in Form von Tee aus den «Samen», die vorgängig mit dem Mörser zerstossen werden. 1.5g der zerstossenen «Samen» (ca. 3/4 bis 1 TL) werden für 15 Minuten in 250ml kochendem Wasser ausgezogen, mit Anwendung 3x täglich. Beim Bitterfenchel ist eine stärkere Wirkung zu erwarten, während sich Süssfenchel aufgrund des milderen Geschmackes sich besser bei Kindern eignet. Auch wenn nicht von HMPC erwähnt, eignet sich der Fenchelsamen-Teeauszug auch zum Gurgeln bei Entzündungen im Mund-/Rachenraum. Nebst dem Fencheltee wird traditionell auch das durch Wasserdampf-Destillation gewonnene Ätherische Öl («Fenchelöl» > «Foeniculi aetheroleum») in stark verdünnter Form verwendet. Allerdings existiert davon aufgrund von sicherheitsrelevanten Bedenkungen keine Monographie. So wirkt das Estragol in Tierversuchen bei hohen Dosen krebserregend, wenn auch das Risiko bei kurzfristiger Anwendung von Fenchelöl als gering eingeschätzt wird. Als vergleichsweise sicher gilt die Dampfinhalation (2 bis 5 Tropfen in heissem Wasser verdünnt).

Für Kinder unter 12 Jahren ist die Dosis beim Fencheltee geringer (siehe HMPC-Monographie)! Keine Anwendung mit Fenchelöl bei kleinen Kindern! Keine langfristige Anwendung mit dem Fenchelöl! zum Disclaimer über Heilpflanzen-Angaben

zum Autor: Hallo, ich bin David und ich beschäftige mich seit vielen Jahren intensiv mit dem Thema Wildpflanzen. Ich betrachte und behandle das ganze Thema Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen rational, evidenzbasiert und mit einer gesunden Portion Realismus

Ich bin leidenschaftlich gerne in der Natur unterwegs, egal ob zum Spazieren, Wandern, Biwaktouren oder Trailrunning.

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