das erdflow-Phytikon - die Enzyklopädie für Essbare Wildpflanzen und Heilpflanzen
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Gefahren bei der Nutzung von Wilfpflanzen: Giftpflanzen, Fuchsbandwurm und co.
Wichtig: Es ist wichtig, die Gefahren und damit auch Vorsichtsmassnahmen bei der Tätigkeit bei der Nutzung von Essbaren Wildpflanzen und Heilpflanzen zu beachten, trotzdem ist es nicht das Ziel, dass diese Seite hier abschreckend wirken soll! Der Fokus im erdflow-Phytikon liegt ganz klar im Nutzen und den vielen Möglichkeiten im Zusammenhang mit Wildpflanzen und wenn man die Tätigkeit eingermassen seriös angeht, dann ist die Chance, dass einem eines Tages was Böses passiert, sehr klein ! Ein Restrisiko ist jedoch immer vorhanden, doch das gilt auch für andere Alltäglich Tätigkeiten wie Autofahren, Radfahren, usw.
Giftpflanzen
Die meisten Pflanzenarten Mitteleuropas sind ungiftig. Trotzdem gibt es da draussen zahlreiche Giftpflanzen, die teilweise auch essbaren Arten sehr ähnlich sein können und so giftige Doppelgänger darstellen. Aus diesem Grund muss das Sammeln von essbaren Wildpflanzen mit einer hohen Seriosität angegangen werden. Dies gilt sowohl für die Bestimmung der Pflanze vor Ort, als auch der Literatur-Recherche davor. Sammeln sollte man so z.B. nur mit klarem Kopf und mit einer für die saubere Bestimmung ausreichenden Lichtmenge (Persönliche Anmerkung: Ich sammle nur mit 0.0‰ und verzichte auch auf das Sammeln bei Dämmerung ohne Stirnlampe) > Mehr zur sauberen Bestimmung von Pflanzen hier
links: Weisstanne (ungiftig / essbar); rechts: Europäische Eibe (tödlich giftig !)
Immer wieder hört man den Satz «du musst unbedingt die Giftpflanzen kennen». Ja, das macht auf den ersten Blick völlig Sinn, ist jedoch komplett verkehrt herum gedacht und kann ernsthafte Folgen haben! Denn man wird niemals alle Giftpflanzen da draussen kennen, um bei einer unbekannten Pflanze jegliches Risiko einer Vergiftung auszuschliessen! Die Giftpflanzen zu kennen ist zwar interessant, doch die Grundlage sollte immer das sichere Bestimmen der Wildpflanzen-Art sein, die man konsumieren will!
Die Abgrenzung zwischen «essbarer Pflanze» und «Giftpflanze» ist oft keine deutliche Trennlinie. So produzieren praktisch alle Pflanzen irgendwelche Giftstoffe, um sich gegen Pflanzenfresser und Krankheitserreger zu wehren. Gleichzeitig haben wir Tiere im Laufe der Evolution effiziente Entgiftungs-Mechanismen entwickelt, um damit umzugehen. Gewisse Stoffe zielen ausserdem vor allem auf kleinere Tiere oder Mikroorganismen und sind für uns als grosse Lebewesen bis zu gewissen Mengen unbedenklich. Die meisten Pflanzen sind deshalb für uns Menschen «essbare Wildpflanzen», die bedenkenlos konsumiert werden können.
Dann gibt es auch noch die Gruppe von Arten, bei denen in der Verwendung Vorsicht geboten ist, indem sie nur in kleinen Mengen konsumiert oder deren gefährliche Stoffe (z.B. Blausäureglykoside) durch geeignete Zubereitung (z.B. Kochen) vorgängig unschädlich gemacht werden müssen. Andere Giftstoffe, wie Oxalsäure, konsumieren wird ohne Bedenken in Kulturgemüsen wie Spinat oder Rhabarber, weshalb weder aufs Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella), noch den Wiesen-Sauerampfer (Rumex acetosa) grundsätzlich verzichtet werden muss.

Giftpflanzen hingegen führen beim Konsum zu Vergiftungssymptomen, wobei das bei den meisten Pflanzen in Mitteleuropa keine tödlichen oder längerfristige Folgen hat, resp. man kommt im besten Fall mit leichten Symptomen davon. Die wirklich tödlichen oder gesundheitsschädlichen Pflanzenarten sind bei uns selten. Trotzdem gibt es sie, wie z.B. die Eibe (Taxus baccata), die Herbst-Zeitlose (Colchicum autumnale) oder die Hundspetersilie (Aethusa cynapium) und nur einige davon zu nennen! Eine Vergiftung wird oft bereits beim Kauen oder dem Runterschlucken der Pflanze bemerkt, indem sich im Mund und Hals ein brennendes Gefühl breit macht. Ein brennendes Gefühl im Mund oder Hals kann aber auch andere Gründe haben (z.B. Allergie, leicht reizennd-scharfe jedoch unbedekliche Inhaltsstoffe wie Senföle oder Allicin) bzw. nicht jede Vergiftung geht auch mit dem Brennen einher.
Typische Vergiftungssymptome sind Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Kopfschmerzen, generelles Unwohlsein oder manchmal sogar Muskelkrämpfe. Oft treten erst milde Symptome auf, die sich verstärken, sobald die Pflanzenteile den Darm erreicht haben. Bei den stark giftigen Pflanzen gesellen sich dann meist noch Verlangsamung / Beschleunigung vom Puls, Herzrhythmusstörungen, Atemprobleme, Halluzinationen, Multiples Organversagen, usw. dazu. Bei einigen Giftpflanzen kann eine überlebte schwere Vergiftung auch zu bleibenden Organschäden führen!

Eine Vergiftung muss also durch eine saubere Bestimmung der zu sammelnden Pflanzen um jeden Preis verhindert werden und das Gute ist: Wenn man das Thema Bestimmung mit einer vernünftigen Seriosität angeht und dabei auch Sicherheitsmargen einbaut (bei Unsicherheit sein lassen!), dann ist die Chance sich im Verlaufe des Lebens einmal zu vergiften praktisch Null!
Falls das Unmögliche aber trotzdem eintrifft und man sich an einer Wildpflanze vergiftet, dann ist die erste Handlung, dass man der Giftnotzentrale «145» anruft!
Schweiz🇨🇭: 145
Deutschland 🇩🇪: Je nach Region unterschiedliche Nummern
Österreich🇦🇹: 01 406 43 43
Am Telefon werden dann die weiteren Schritte mit geschulten Experten besprochen. Falls man sich gerade im Funkloch befindet oder kein Handy dabeihat, dann bewegt man sich so schnell wie möglich zu einen Ort, wo telefoniert werden kann!
Es gibt von Survival-Experten auch Tipps und Tricks wie man sich selber bei einer Vergiftung helfen kann. Doch das sind eher Sachen für Survial-Expeditionen irgendwo auf entlegenen Orten dieser Welt, wo keine Rettung oder Handyempfang zu erwarten ist (ob diese Methoden auch Sinn machen ist wiederum eine andere Frage). Sofern das das nicht gerade zutrifft, wird von solchen Selbstbehandlungen ausdrücklich abgeraten! Das Ziel Nr.1. sollte immer sein, sich von geschulten Experten am Telefon beraten zu lassen! Bis zur Möglichkeit des Telefonats ist Folgendes zu beachten:
Den Mund mit Wasser ausspülen und wenig Wasser (Flüssigkeit muss fettfrei sein!) trinken, um Reste der Giftstoffe in Mund, Rachen und Magen zu verdünnen. Bei Erbrechen kann auch etwas mehr getrunken werden, um den Wasserverlust auszugleichen (jedoch nicht übertreiben)! Trinken geht jedoch nur, wenn die Person schluckfähig ist, ansonsten besteht die Gefahr des Verschluckens.
Unbedingt auf Milch oder alkoholhaltige Getränke verzichten, weil diese die Aufnahme fettlöslicher Giftstoffe im Darm erhöhen!
Keine Abführmittel einnehmen! Diese können nämlich das Gegenteil bewirken, das heisst die Aufnahme vieler Giftstoffe erhöhen! Denn sie verursachen oft eine erhöhte Permeabilität und Durchblutung in der Darmwand, bzw. raschere Passage hin zum Dünndarm, wo die maximale Resporption von Giftstoffen stattfindet. Ausserdem führen die Abführmittel zu einem zusätzlichen Wasser- und Elektrolytverlust, was weitere gefährliche Symptome verursacht oder jene verstärkt.
Die Gabe von Aktivkohle-Tabletten ist in der Notfallmedizin zwar in den meisten Fälle eine der ersten Therapiemassnahmen (bindet die Giftstoffe), aber eben nicht in jedem Fall, bzw. kann bei gewissen Giftstoffen auch kontraproduktiv sein! Von Kohle aus dem Lagerfeuer sollte man auf jedenfall absehen, nicht nur weil dies eine weitere Giftquelle ist, sondern auch weil solche Holzkohle zur Bindung von Giftstoffen nicht viel bringt (durch die nur geringe innere Oberfläche im Gegensatz zur Aktivkohle > damit aus Kohle Aktivkohle entsteht, ist eine technische Verarbeitung nötig!)
Bei Möglichkeit Exemplare der konsumierten Pflanzenteile sammeln, um sie danach den Rettungskräften vorzuzeigen!
Nebst der unmittelbaren Vergiftungsgefahr gibt es auch noch die Gefahr von Spätfolgen durch regelmässige und langfristige Einnahme gewisser Stoffe. Vermutet wird dies bei Pyrrolizidin-Alkaloiden (z.B. im Huflattich) oder Cumarin (z.B. im Waldmeister). Es gilt hier Selbstverantwortung. Bei Schwangerschaft, in der Stillzeit oder auch bei Kindern, sollte der Vorsicht halber aber auf den Konsum solcher "nur möglicherweise vielleicht schädlichen" Pflanzen verzichtet werden. Persönliche Anmerkung: Ich verzehre den Huflattich maximal einmal pro Jahr. Auch sind individuelle Einschränkungen zu beachten (z.B. Wechselwirkungen mit Medikamenten, Allergien, usw.), die in diesem Rahmen nicht einzeln behandelt werden können.
Fuchsbandwurm
Der Fuchsbandwurm ist ein kleiner parasitärer Bandwurm. Er nutzt vor allem Füchse, selten auch Hunde, Katzen oder Marder als Wirt (resp. Mäuse als Zwischenwirt). Im Mittelland oder im Jura sind 30 bis 60 % der Füchse damit befallen. Infizierte Tiere scheiden mit dem Kot infektiöse Eier aus, die mehrere Monate überlebensfähig sind. Diese Eier können beim Kontakt auch von Menschen aufgenommen werden und in der Leber eine gefährliche Krankheit, die alveoläre Echinokokkose auslösen. Bei Aufnahme gelangen die Eier in den Dünndarm, wo diese schlüpfen. Die geschlüpften Larven gelangen dann vom Dünndarm via Darmwand ins Blut und von dort aus in die Leber, wo sie beginnen sich zu vermehren. Davon merkt man aber lange nichts, denn es vergehen ab der Infektion in der Regel über Infektion über 5 bis 15 Jahre bis sich die ersten Symptome, wie Müdigkeit, Dauer-Bauchschmerzen, Gelbsucht, usw. bemerkbar machen.

Ohne Behandlung verläuft die Krankheit tödlich. Bei einer frühen Behandlung ist die Heilungschance sehr hoch, weil es jedoch Jahre geht, bis die ersten Symptome auftreten ist es meist zu spät. In gewissen Fällen kann der befallene Bereich in der Leber chirurgisch entfernt werden, doch das ist eher die Ausnahme. In der Regel erfolgt die Therapie bis zum Lebensende medikamentös (Einnahme von Albendazol), was das Wachstum der Larven eingrenzt, diese aber nicht vollständig abtötet. Die Erkrankung ist generell selten: In der Schweiz werden durchschnittlich 20 bis 40 neue Fälle festgestellt.
Es gibt epidemiologische Hinweise, dass auch das individuelle Immunsystems eine Bedeutung hat, ob es nach Aufnahme der Eier zur einer Infektion kommt bzw. eine ausgebrochene Infektion sogar bekämpft werden kann. So gibt es gegenüber infiszierten Menschen das Vielfache an Personen, bei denen man zwar entsprechende parasitspeifische Antikörper im Blut nachweisen kann, es jedoch keine entsprechenden Nachweise einer (rezenten oder früheren) Erkrankung (d.h. nachweisbare Leberläsionen) gibt (bzw. auch Jahre später noch nicht). Ob die Erkränkung allerdings vollständig bekämpft wurde oder nur vom Immunsystem in Schach gehalten werden kann, ist dabei jedoch wieder eine andere Frage. Generell ist der Sachverhalt bisher nicht eindeutig geklärt und die Gefahr einer Exposition mit infektionen Eier sollte auch nicht kleingeredet werden.
Der Fuchsbandwurm war im Zusammenhang mit Essbaren Wildpflanzen praktisch nie ein Thema. Das Thema tauchte erst in den 90er Jahren auf, als sich der Fuchsbandwurm in der Fuchspopulation stark ausgebreitet hat. Die Medien griffen das Thema auf und warnten vor dem Sammeln von Waldbeeren und Wildkräutern. Auch die Gesundheitsämter übernahmen diese Darstellung. Die Warnungen beruhten jedoch lediglich auf dem Vorsorgeprinzip und waren nicht durch Evidenz belegt. Die Warnungen aus dieser Zeit stecken auch vielen Menschen noch in Köpfen und so ist der Fuchsbandwurm auch heute noch bei den meisten Menschen noch der häufigste Vorwand, warum man vom Konsum essbarer Wildpflanzen absehen sollte. In der Zwischenzeit wurde zu viel geforscht und wertvolle Erkenntnisse gewonnen, auch wenn man immer noch nicht alles im Detail versteht.
So geht man heute davon aus, dass die Gefahr einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm vor allem durch den Kontakt mit kontaminierter Erde, kontaminiertem Wasser oder infiszierten Tieren passiert. So zeigen Studien, dass unter den erkrankten Personen vor allem Hundebesitzer, Jäger (die mit Hunden arbeiten bzw. in direkten Kontakt mit Füchsen kommen) und Personen, die regelmässig Gartenarbeiten verrichten oder in der Land- und Forstwirtschaft arbeiten. Denn es vor allem diese Personen, die häufig in Kontakt mit der Erde kommen. So können z.B. bei Haustieren getrocknete Kot-Reste oder auch Reste gejagter infizierter Mäuse lösen sich am Fell der Tiere (Hunde, Katzen) anhaften und anschliessend über eine längere Zeit in der Raumluft in der Wohnung verweilen und dann mit dem Mund aufgenommen werden. Ebenfalls ein hohes Risiko haben Landwirte, wenn sie beim Befahren von trockenem Boden mit ihren Landmaschinen viel Staub aufwirbeln. Auch können die Eier durch direkten Kontakt über die Hände in den Mund gelangen. Eine Infektionsquelle in den Statistiken stellt auch das Trinken von ungefiltertem Bachwasser dar.

Beerenpflücker, bzw. Personen, die regelmässig essbare Wildpflanzen sammeln, sind in diesen Statistiken bisher noch nie aufgetaucht. Zwar wurde auch schon Fuchsbandwurm-DNA auf Gemüse oder Pilzen nachgewiesen, doch ob es sich dabei tatsächlich um intakte, infektiöse Eier handelt und ob diese wichtige Rolle bei der Infektion spielen, ist unklar. Andererseits kann man als Argument aber auch anführen, dass Wildpflanzensammler möglicherweise in der Statistik übersehen werden, wenn diese gleichzeitig Haustierbesitzen sind oder Zuhause einen Garten haben.
Und was bedeuten diese Erkenntnisse nun konkret für das Sammeln Essbarer Wildpflanzen? Eine eindeutig richtige und klare Antwort und Empfehlung ist aufgrund der begrenzten Evidenz definitiv fehl am Platz. Grundsätzlich hat man beim Sammeln und Konsum ungewaschener, bodennaher Wildkräuter Erdkontakt, so dass auch diese Angelegenheit theoretisch in die Kategorie "Risikotätigkeit" eingestuft werden kann. Wenn man jedoch die Statistik mitberücksichtigt und sich anschaut, welche Personengruppen von Infektionen v.a. betroffen sind, dann müsste man aber, um eine Infektion zu vermeiden, an erster Stelle:
auf Haustiere verzichten, bzw. jedesmal nach dem Streicheln von Hunden oder Katzen sofort die Hände waschen oder den Hund nach dem Spaziergang erst nach einer sorgfältigen Komplettdusche wieder in die Wohnung lassen
generell auf Gartenarbeiten oder die Arbeiten in der Landwirtschaft / Forstwirtschaft verzichten
Kinden nicht draussen im Garten oder im Wald spielen lassen und auch als Erwachsenenr generell auf Bushcraft-Abenteuer verzichten
Wenn es unverhältnissmässig ist, wegen dem Fuchsbandwurm auf die oben genannten Tätigkeiten mit der viel wahrscheinlicheren Infektionswarschindlichkeit zu verzichten (wo wir uns vermutlich einig sind), warum wird dann der Vorsicht bei Essbaren Wildpflanzen (der Tätigkeit, die vermutlich wenn überhaupt, dann nur eine untergeordnete Bedeutung als Infektionsquelle hat) so viel Bedeutung beigemessen?

Wichtig: Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm durch das Sammeln und den Konsum ungewaschener Essbarer Wildpflanzen kann nicht zu 100% ausgeschlossen werden, doch die Gefahr muss jedoch immer im Kontext einer Gesamtbeurteilung viel bedeutenderen Gefahrenquellen und damit Verhältnismässigkeit betrachtet werden. Meine Persönliche Meinung lautet: "Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm durch den Konsum von essbaren Wildpflanzen zwar theoretisch möglich, doch das Risiko kann als wirklich sehr gering und strenge Vorsichtsmassnahmen als unverhältnismässig eingeschätzt werden".
Wie man schlussendlich aber mit all den Informationen umgeht und seine persönlichen Schlüsse daraus zieht, ist muss jede Person selbst für sich entscheiden.
Der Vollständigkeit halber ist auch erwähnen, dass im Merkblatt des Institutes für Parasitologie der Uni Zürich (und auch diversen weiteren entsprechenden Instituten an Universitäten) empfohlen wird, bodennah wachsende Pflanzenteile gründlich zu waschen oder zu kochen, denn damit ist die Gefahr einer Infektion auf jeden Fall rasch und einfach gebannt.
Nebst dem Fuchsbandwurm gibt es übrigens noch weitere Bandwurm-Arten. Doch auch hier ist eine Infektion äusserst selten und wenn, dann können die Biester dank der Medizin rasch unschädlich gemacht werden.
Urin / Kot
Bei unsichtbaren Urinresten von Tieren auf Wildkräutern kann zumindest aus medizinischer Sicht, Entwarnung gegeben werden: Urin ist eine sterile Flüssigkeit, die in der Regel weder pathogene Bakterien noch Viren enthält. Zwar kann das selten trotzdem der Fall sein (z.B. Leptospira-Bakterien im Urin von Hunden), doch eine Übertragung durch den Konsum nicht mehr sichtbarrer Urinreste ist da schon sehr unwarscheindlich. Etwas anderes ist natürlich die Frage, ob einem die blosse Vorstellung von unsichtbaren Urinresten den Appetit verdirbt. Weiter werden die Rückstände auf den Pflanzen meist über die Zeit mit dem Regen ausgewaschen.

An Stellen, wo Kot von Tieren herumliegt, muss jedoch unbedingt auf das Sammeln verzichtet werden. Denn nebst den Bandwürmern befinden sich dort zahlreiche Krankheitserreger, welche ernsthafte Magen-Darm-Infektionen auslösen können. Kotreste können auch durch Starkregen oder beim Austrocknen durch Aufwirbelung vom Kothaufen in die weitere Umgebung gelangen. Das grösste Risiko besteht bei bodennahen Pflanzenteilen (z.B. Grundrosetten) Je höher der gesammelt Pflanzenteil, desto geringer ist es!
Schwermetalle
Pflanzen, die in der Nähe von stark befahrenen Strassen wachsen, können erhöhte Gehalt von Schwermetallen (v.a. Blei) aufweisen. Diese gelangen über die Abgase in den Boden und werden von den Pflanzen aufgenommen. An stark befahrenen Strassen sollte deshalb auf das Sammeln verzichtet werden. Ebenso gilt dies für Flächen, die als Industriestandorte oder zu militärischen Zwecken genutzt werden bzw. früher genutzt wurden, denn auch dort die Chance, dass der Boden mit Schwermetallen belastet ist, sehr gross ist.

Milchsaft
Der Milchsaft vom Löwenzahn und diverser anderer Korbblütler ist natürlich ungiftig (höchstens bitter). Doch in der Familie der Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae) oder auch gewissen Mohngewächsen (Papaveraceae) besteht (abgesehen, dass es sich um Giftpflanzen handelt) bei Kontakt mit der Haut die Gefahr von starken Hautreizungen, bzw. beim Kontakt mit dem Auge von starken Augenschädigungen! Deshalb sollte man bei Berührung mit unbekannten Pflanzen, die Milchsaft führen, vorsichtig sein.

weitere Gefahren
Nebst den allgemeinen Gefahrenquellen gibt es auch wichtige Punkte, die Art-spezifisch zu beachten sind (wie z.B. die Phototoxizität vom Wiesen-Bärenklau oder die Gefahr einer Infektion mit dem Grosse Leberegel bei der Brunnenkresse). Auf diese Punkte wird jeweils in den entsprechenden Pflanzenbeschreibungen eingegangen.
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